Kurz gefragt - Cornelius Steger

Cornelius Steger ist in der Schweiz aufgewachsen, lebt seit Ende 2004 in Hua Hin und ist Gründer und Haupteigentümer  des Lotuswell. Diese zukünftige Ruhestands-Residenz, 5 km von Hua Hin entfernt, soll deutschsprachigen Residenten eine Möglichkeit für den frühzeitigen Ruhestand im Paradies bieten. Seit 30 Jahren war er  selbstständiger Unternehmer im Baugewerbe in der Schweiz und wird bald gemeinsam mit seiner Frau, die ebenfalls gebürtige Schweizerin ist,  sowie seinen beiden Söhnen im Lotuswell arbeiten und leben.

Warum hast du Deine schöne Schweizer Heimat verlassen?

Weil ich für mich und meiner Frau einen Ruhestandsplatz suchen wollte. Vor zweieinhalb Jahren bin ich losgezogen, da ich schon immer wusste, dass ich meine alten Tage nicht in der Schweiz verbringen will, insbesondere weil mir das Klima dort nicht passt. Ich habe meine Geschäfte aufgelöst, da man im derzeitigen Wirtschaftsklima in der Schweiz trotz harter Arbeit ohnehin nichts mehr dazu verdienen kann.

Und da kam für Euch schon immer Thailand in Frage?

Wir sind viel rum gereist. Die Karibik kam für uns nicht in Frage, da sind zwar die Anlagen sehr schön, aber wenn du raus kommst, findest du nur Armut pur. Schliesslich haben wir uns daran erinnert, dass wir schon vor 30 Jahren nach Thailand auswandern wollten. Ich hatte damals ein Projekt auf Phuket, da war das noch eine schöne ruhige Insel. Ich hatte auch schon Thailändisch gelernt, musste dann aber die Geschäfte meines Vaters in der Schweiz übernehmen. Als wir jetzt die Nase voll hatten, haben wir uns wieder für Thailand entschieden, das war Ende 2004. Ursprünglich war das aber nicht, um ein Projekt zu gründen, sondern vielmehr, um einen Ort für unseren eigenen Ruhestand zu finden.

Und wie kamst Du auf die Idee ein Ruhestands-Resort zu bauen?

Das war eigentlich ein Zufall. Meine Frau hatte zu mir am Flughafen gesagt: Denk daran, dass wohl noch viele anderen Leute in Europa das gleiche machen möchten wie wir! Als ich auf Sri Lanka war, kamen mir diese Worte wieder in den Sinn und ich überlegte: Das stimmt eigentlich. Es werden sicher viele sein, die gerne früher in den Ruhestand gehen möchten, es sich aber nicht leisten können, da in Europa ein frühzeitiger Ruhestand beinahe unbezahlbar geworden ist. So entwickelte sich die Idee, mit einem Ruhestandsresort, das für fast jedermann erschwinglich sein soll, auch anderen Europäern einen frühzeitigen Ruhestand zu ermöglichen.

Du hast mit Deiner Familie das Projekt Lotuswell ins Leben gerufen. Welche Vorzüge hat Hua Hin für solch eine Residenz?

Hua Hin hat sich aus mehreren Gründen als Favorit herausgestellt. Eine Seniorenresidenz braucht einige Voraussetzungen, die man hier findet. Zum Beispiel die gute Infrastruktur, aber auch die Nähe zu Bangkok ist wichtig, für ältere Leute, wegen der ausgezeichneten medizinischen Versorgung dort. Ausserdem hat auch der europäische Flair Hua Hin’s für diesen Ort gesprochen. Gute Sicherheit und auch die Sauberkeit, dank dessen, dass der König hier seinen Hauptwohnsitz hat, sind andere wichtige Punkte, die für Hua Hin sprechen.

Welche Philosophie steckt hinter Lotuswell?

Einen alten Baum verpflanzt man nicht, ausser man gibt ihm einen guten Boden, damit er nochmals kräftige Wurzeln schlagen kann! Wichtig, dass man in einer Gemeinschaft wohnen kann und niemand vereinsamt. Die eigentliche Überlegung bei diesem Projekt ist: Was passiert, wenn ich alt werde? Muss ich dann wieder raus aus dem Paradies oder kann ich hier bleiben? Man kann bei uns so lange leben, wie man will und kann. Beste Infrastrukturen und umfassende Dienstleistungen, die dazu nötig sind, werden von uns angeboten. Das fängt bei der Haushaltshilfe an und geht bis hin zur 24h-Betreung, falls die irgendwann notwendig werden sollte. Wichtig ist nicht Haus und Umschwung sondern, dass innerhalb unserer Anlage alles erhältlich ist, was man vielleicht irgendwann brauchen wird. Dafür werden wir mindestens 150 Angestellte beschäftigen. Ganz wichtig ist uns auch der Gemeinschafts-Gedanke. Deswegen haben wir uns dafür entschieden, ein deutschsprachiges Resort zu betreiben. So kann ein jeder wenigstens ein kleines Stück Heimat mitnehmen. Nicht jeder spricht gut Englisch, und schon gar nicht Thai!

Wirst Du später mit Deiner Frau auch im Lotuswell wohnen?

Natürlich werden wir dort einziehen. Das war für mich ganz wichtig, als ich mit meiner Familie für diese Idee Vereinbarungen traf. Für uns ist klar, dass wir uns da mit einbringen werden. Die ganze Familie wird im Resort arbeiten. Wir werden gemeinsam diese Anlage betreiben. Nur so hat es überhaupt einen Sinn, in meinem Alter noch ein solch grosses Projekt aufzuziehen. Das ist ein Familienunternehmen – alle werden hier leben und arbeiten. Dies ist sicherlich auch für das Vertrauen unserer Kunden sehr wichtig.

Wie siehst Du Hua Hin in 10 Jahren?

Hua Hin boomt und gilt zur Zeit als die sich am stärksten entwickelnde Stadt in Thailand. Ich hoffe auf ein gemässigtes Wachstum, damit es nicht ausartet wie in gewissen anderen Teilen. Wer Hua Hin vor 10 Jahren gekannt hat, weiss, dass es ein Dorf war. Heute ist es eine Stadt und die Preise sind extrem gestiegen. Das Lotuswell wird in 10 Jahren in einem Stadtteil Hua Hin’s liegen, obwohl es heute noch fünf Kilometer ausserhalb liegt. Wir hoffen auf ein qualitativ besseres Wachstum als anderswo. Hinter dem Boom steckt wohl die Idee, Hua Hin mit Pranburi und Cha Am zu einer neuen königlichen Provinz zu machen, mit Hua Hin als Hauptstadt, mit dem vielversprechenden Namen "Royal Paradise City".

Was würdest Du an Hua Hin ändern, wenn du es in der Hand hättest?

Ich würde erstmal versuchen, die Verkehrsverhältnisse zu retten, bevor es zu spät ist. Was leider hier noch fehlt, ist eine Strandpromenade. Das haben die hier vergessen in ihrer Planung. Eine schöne ruhige und verkehrsfreie Fussgängerzone in der Altstadt wäre sicherlich auch sehr angenehm.

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