Trump attackiert Meloni nach ihrer Kritik an Papst-Schelte
ROM: Italiens Ministerpräsidentin Meloni gilt eigentlich als «Trump-Flüsterin». Das scheint nun allerdings erst einmal vorbei: Der US-Präsident teilt gegen sie aus und gibt an, er sei «schockiert».
Nach den Angriffen von Donald Trump gegen Papst Leo XIV. teilt der US-Präsident nun auch gegen Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni aus. «Sie ist es, die inakzeptabel ist, weil es ihr egal ist, ob der Iran eine Atomwaffe hat und Italien in zwei Minuten in die Luft sprengen würde, wenn er die Möglichkeit dazu hätte», sagte Trump der Zeitung «Corriere della Sera». Zuvor hatte Meloni seine harsche Kritik am Papst als «inakzeptabel» bezeichnet.
Dem Papst hatte Trump vorgeworfen, eine «schreckliche» Außenpolitik zu betreiben. Er wolle keinen Papst, der es in Ordnung finde, dass der Iran eine Atomwaffe besitze, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Offensichtlich hatte sich Leo mit seinen Appellen für ein Ende der aktuellen Kriege den Zorn des Weißen Hauses zugezogen. Leo machte später deutlich, sich nicht einschüchtern zu lassen. Meloni nannte Trumps Worte dann «inakzeptabel».
Trump: «Ich bin schockiert über sie»
Trump zeigte sich in dem nach Angaben des «Corriere della Sera» telefonisch abgehaltenen Interview überhaupt enttäuscht von Meloni. «Ich bin schockiert über sie. Ich dachte, sie hätte Mut. Ich habe mich geirrt», sagte er. Sie leiste «keinerlei Hilfe, um Öl zu beschaffen», warf Trump ihr mit Blick auf den Konflikt mit dem Iran vor. Er könne sich nicht vorstellen, dass dies den Italienern gefalle.
Immer wieder kritisiert Trump internationale Partner, dass sie sich nicht aktiver im Iran-Krieg einbringen. Streitpunkte waren unter anderem die Nutzung von Militärstützpunkten sowie eine Mission zur Öffnung der Straße von Hormus. Meloni ihrerseits lehnte mit Blick auf den Iran-Krieg von Anfang an eine italienische Beteiligung ab. Zuletzt hatte Italien auch US-Flugzeugen die Landung auf einem Stützpunkt auf der Mittelmeerinsel Sizilien verweigert.
Trump und Meloni eigentlich enge Verbündete
Italiens rechte Ministerpräsidentin zählt in Europa eigentlich zu den Regierungschefs, die einen guten Draht zu Trump haben. Meloni hatte immer wieder versucht, als Brückenbauerin zwischen der EU und der Trump-Regierung zu agieren. Trump wiederum lobte die Politikerin mehrfach. Unter anderem nannte er sie «unglaublich» und eine «sehr erfolgreiche Politikerin».
Vance rät Papst zu Zurückhaltung
WASHINGTON: Angesichts des Streits zwischen Papst und US-Präsident gibt sich Trumps Vize JD Vance gelassen. Das Kirchenoberhaupt solle sich besser aus der US-Politik raushalten, findet der Katholik.
US-Vizepräsident JD Vance hat Papst Leo XIV. empfohlen, sich aus der amerikanischen Politik herauszuhalten. «In manchen Fällen wäre es das Beste für den Vatikan, sich auf moralische Angelegenheiten zu konzentrieren», sagte Vance in einem Interview des Senders Fox News am Montag (Ortszeit).
Hintergrund ist ein scharfer Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Oberhaupt der Katholischen Kirche. Am Wochenende hatte Leo erneut verlangt, die aktuellen Kriege zu beenden und an die Regierenden appelliert, Frieden einkehren zu lassen. Trump hatte ihm darauf vorgeworfen, eine «schreckliche» Außenpolitik zu betreiben.
Dass sich der Papst für die Dinge einsetze, die ihm wichtig sind, sei gut, aber die US-Politik solle er dem Präsidenten der Vereinigten Staaten überlassen, sagte Vance im Fox-News-Gespräch.
Jesus-Bild von Trump bloß ein «Scherz»
Dass Trump und der Pontifex momentan Konflikte miteinander hätten, sei nichts, worüber er sich große Sorgen mache, erklärte der Republikaner, der vor einigen Jahren zum Katholizismus konvertiert war.
Zu einem von Trump online veröffentlichten und später wieder gelöschten Bild, welches den US-Präsidenten als Heiland stilisierte, sagte er, Trump habe dies aus seiner Sicht «als Scherz gepostet», und dann schnell mitbekommen, dass «eine Menge Leute seinen Humor in dem Fall nicht verstehen». Kritiker warfen dem Präsidenten Blasphemie vor.
Das Verhältnis zwischen dem Papst, Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken, und dem US-Präsidenten gilt bereits seit längerer Zeit als angespannt. Gleich nach seiner Wahl im Mai 2025 war der erste US-amerikanische Papst als «Anti-Trump» bezeichnet worden.