BORDEAUX: Temperaturen bis zu 40 Grad und ächzende Radprofis: Hitze bestimmt die erste Woche der 113. Tour. Doch die Teams sind sensibilisiert. Einblick in einen Kühlbus.
Es erinnert fast ein wenig an einen Spa-Bereich, wenn der deutsche Radprofi Phil Bauhaus nach einer Hitze-Etappe bei der Tour de France den Kältebus seines Teams besteigt. Dort erwarten ihn ein zwölf Grad kaltes Wasserbecken, eine gelbe Quietscheente und an der Hintertür hängen für jeden Fahrer Bademäntel.
Doch nach Spa klingt das für den 32 Jahre alten Bocholter nicht. Der abrupte Wechsel von warm auf kalt kostet Überwindung. «Ja, muss man wollen. Also ist jetzt nicht so, dass man da reingeht und es ist angenehm», sagt der Sechstplatzierte der Sprint-Etappe an Tour-Tag sieben. Die ersten dreißig Sekunden seien unangenehm. Dann kommt irgendwann die Erfrischung.
Bis zu 40 Grad, kaum Schatten und brühend heißer Asphalt unter den Rädern: Radprofis müssen der Hitze immer wieder trotzen. Superstar Tadej Pogacar nannte die Bedingungen zuletzt «gefährlich», sofern man nicht konsequent die Körpertemperatur niedrig halte. Wie bewerkstelligen die Radprofis die Extremsituationen?
Flüssigkeit
Wasser, na klar. Von den Teamautos und angereicht durch Mitarbeiter am Streckenrand werden die Fahrer mit Wasser und isotonischen Getränken versorgt. Fahrer nehmen die Durstlöscher oft entgegen und verteilten sie in ihrem Team weiter.
Das Erste an das Bauhaus nach dem Rennen denkt, ist ein gekühltes Wasser mit Kohlensäure. Bei der Hektik der Rennen habe man in der letzten halben Stunde oft keine Zeit mehr zum Trinken, sagt er.
Kühlwesten
Vor und nach dem Rennen stülpen sich die Profis oft eine Weste über, die den Körper abkühlt. Manchmal stopfen sie sich während des Rennens Kühlpacks und Eis auch direkt in den Nacken oder unter das Trikot. Oft sieht man auch, wie die Fahrer sich das Wasser direkt ins Gesicht und in den Nacken spritzen.
Die Teams sind mittlerweile extrem sensibilisiert beim Thema Hitze und versuchen alles, um die Fahrer von innen und außen konsequent abzukühlen. Der Weltverband UCI beschloss zuletzt ausnahmsweise, dass in den nur für Trinkflaschen vorgesehenen Zonen auch ganze Verpflegungsbeutel ausgegeben werden dürfen. Bis eine Tour-Etappe allerdings wegen der Hitze verkürzt wird, muss einiges passieren.
«Bei dieser Tour ist es höllisch heiß, und meine Körpertemperatur ist definitiv niedriger als 2022 oder bei jeder anderen Tour zuvor. Denn wir legen wirklich großen Wert darauf, uns abzukühlen, und das macht einen großen Unterschied», sagte der viermalige Tour-Champion Pogacar.