Digitalisierung heizt Wettbewerb in Banken-Branche an

Ein Smartphone mit der App des neuen Bezahldienstes Google Pay liegt auf dem Tresen eines Cafés. Foto: Jens Büttner/Zb/dpa
Ein Smartphone mit der App des neuen Bezahldienstes Google Pay liegt auf dem Tresen eines Cafés. Foto: Jens Büttner/Zb/dpa

BERLIN (dpa) - Kann ich meine Bank-Geschäfte online oder per App erledigen? Diese Frage ist bei der Wahl einer Hausbank laut einer Studie für viele Nutzer von wachsender Bedeutung. Auf die Stärke der eigenen Marke kann eine Bank dagegen im Wettbewerb nicht mehr alleine setzen.

Die Treue zur eigenen Hausbank bröckelt im Zuge der Digitalisierung laut einer aktuellen Studie - und das dürfte für viele Geldinstitute zu einem verschärften Wettbewerb führen. Habe noch vor einem Jahr gerade einmal jeder dritte Bundesbürger (34 Prozent) schon einmal sein Stamm-Giro-Konto gewechselt, sei der Anteil inzwischen auf 41 Prozent gestiegen, ergab eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Auch reine Online-Banken werden attraktiver. So gaben 14 Prozent der Befragten an, das Hauptkonto bereits bei einem dieser Anbieter zu haben, 2018 waren es noch 9 Prozent.

67 Prozent der Kunden seien heute digitale Angebote wie Online-Banking oder Banking-Apps wichtig bei der Auswahl ihrer Bank, vor einem Jahr waren es noch 57 Prozent. Viele, schnell zu erreichende Filialen (57 Prozent) oder eine bekannte Marke (56 Prozent) sind demnach Faktoren, die bei Kunden bereits weniger ins Gewicht fallen.

«Für Banken und Sparkassen bedeuten die Digitalisierung der Finanzbranche und das veränderte Kundenverhalten einen grundlegenden Umbruch», sagte Bitkom-Präsident Achim Berg am Dienstag. Etablierten Anbietern wie auch Digitalunternehmen eröffne dies riesige Chancen». So kann sich der Bitkom-Umfrage zufolge fast jeder Dritte (29 Prozent) vorstellen, ein Konto statt bei einer Bank bei einem Digitalunternehmen wie Google, Apple oder Amazon zu eröffnen - sofern es solche Angebote geben sollte.

Erstmals setzt der Studie zufolge mehr als die Hälfte der Online-Banking-Nutzer (52 Prozent) das Smartphone für Bankgeschäfte ein, 2018 waren es noch 44 Prozent. Am häufigsten werden jedoch weiterhin das Notebook (81 Prozent) und der Desktop-PC (56 Prozent) genutzt. Auch wenn sich das Online-Banking bei einer großen Mehrheit der Bevölkerung etabliert habe (70 Prozent), bleibe die Altersgruppe ab 65 Jahre weiterhin zurückhaltend, lediglich 21 Prozent der Senioren nutzen demnach diesen Weg für ihre Bankgeschäfte.

Zu den wichtigsten Dingen zählen für Kunden bei der Auswahl einer Bank allerdings die Höhe der Kontoführungsgebühren (95 Prozent), die Höhe der Einlagensicherung (94 Prozent) sowie wie viele Geldautomaten für das kostenlose Abheben zur Verfügung stehen (95 Prozent).

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