Schüler stirbt nach Muay-Thai-Kampf

Foto: The Nation
Foto: The Nation

SAMUT PRAKAN: Ein 13-jähriger Muay-Thai-Kämpfer starb nach einem starken Schlag an den Kopf, den er während eines Charity-Matches erlitten hatte.

Der Schüler wurde in der dritten Runde von seinem Gegner k.o geschlagen und ins Krankenhaus im Bezirk Phra Pradaeng gebracht. Mit einer schweren intrazerebralen Blutung wurde der Junge an das besser ausgestattete Samut Prakan Hospital übergeben. Dort erlag er seiner Hirnblutung. Ein Videoclip über den letzten Kampf des Schülers zeigt, wie er und sein Gegner im Ring ohne schützende Kopfbedeckung kämpfen. Sie kämpften um die Trophäe des stellvertretenden Premierministers Prawit Wongsuwan im Rahmen einer Wohltätigkeitsveranstaltung zu einer Anti-Drogen-Kampagne.

Der Junge, dessen Eltern gestorben waren, lebte bei seinem Onkel und war seit dem Alter von acht Jahren ein Muay-Thai-Boxer. Er hatte 170 Kämpfe bestritten. Auch um mit den Geldbeträgen seine Schulzeit zu finanzieren und bei den Haushaltsausgaben zu helfen.

Der Tod des Muay-Thai-Kindes kommt zu einer Zeit, in der das Übergangsparlament NLA einen Gesetzesentwurf verabschieden will, der Kindern unter 12 Jahren Muay Thai untersagt. Mediziner unterstützen die Gesetzesvorlage, die bei Kindern langwierige Hirnverletzungen verhindern würde. Einflussreiche Menschen im Kampfsport Muay Thai lehnen ein Gesetz ab und drohen mit Protesten, berichtet die „Nation“. Ein Verbot würde gegen eine lange Tradition verstoßen und das Einkommen einiger tief verarmter Haushalte beeinträchtigen. Der Änderungsentwurf zum Boxgesetz von 1999 würde auch ältere Kämpfer zum Tragen von Schutzkleidung und formeller Registrierung zwingen. Bei Zuwiderhandlung drohen bis zu fünf Jahren Gefängnis und Bußgelder bis zu 100.000 Baht.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

Pflichtfelder
Detlev Neufert 16.11.18 04:46
TONG KÄMPFT-DEN HIMMEL GEWINNEN
Als ich vor wenigen Jahren den Film "Tong kämpft-den Himmel gewinnen" über ein Muay Thai Camp in Lampang drehte, war Thailand noch ein anderes Land. Die jahrhunderte alte Kultur wurde nicht von westlichen Bewertungen und einem touristischen Moralsystem in Beugehaft genommen wie es heute der Fall ist. Der Tod dieses Muay Thai Boxers ist Anlass zur Trauer um ein junges Leben. So wie der Tod eines 11-jährigen Fussballspielers im August 2018 bei einem Fussballspiel in Iserlohn-Hennen. Ab sofort Fussball nur noch in Schutzkleidung? Gehirnbedrohende Kopfbälle nur noch mit Helm? Gefährliche Schienbeintritte nur noch mit Kettenstrümpfen? Bei meinen monatelangen Recherchen in ganz Thailand ist mir nie ein Camp aufgefallen, bei dem nicht auf den Schutz der jungen Muay Thai Boxer wert gelegt wurde. NIcht durch Schutzkleidung, sondern durch ständiges Training und die Auswahl gleich starker Gegner. Oliver Harms hat völlig recht. Für viele Kinder und Jugendliche ist diese asiatische! Kampfsportart mehr als nur ein Boxkampf wie er im Westen inszeniert wird. Eine ganze Tradition, die auch das eigene Dorf und die Familie einbezieht, kann ein zumeist oberflächlich denkender und schlecht informierter westlicher Farang, meist nicht in seinem Stellenwert für den Muay Thai Kämpfer einschätzen. Ein echtes Muay Thai Training muss bereits in jungen Jahren beginnen, damit Muskelaufbau, muscle-memory und Abwehrreflexe richtig trainiert werden. Dann sind schwereUnfälle so gut wie ausgeschlossen.
Jürgen Franke 15.11.18 16:24
Es gibt sicherlich andere Sportarten
zur körperliche Ertüchtigung von Jugendlichen. Man kann es drehen und wenden wie man will, aber Kampfsportarten gehören sicherlich nicht dazu.
Oliver Harms 14.11.18 21:13
der sport ist mord oder lebensgefährlich?
mit nichten!!! muay thai ist auch für kinder ok,nur muß man das ganze kindgerecht gestalten. in vielen problem bezirken-nicht nur in thailand-ist das doyo(kampfsportschule) der einzige halt der kinder vor dem absturz in die drogen-und bandenkrimminaltität.für viele ist es eine ersatzfamilie wo sie das erste mal wirkliche strukturenfür das leben erlernen. kämpfe dieser art finden jedes wochenende auch in deutschland statt,nur mit den vorgeschriebenen schutzausrüstungen für den kopf als auch für den unterleib.(in deutschland ist es gesetzlich geregelt,das nur profis ohne kopfschutz boxen dürfen.)das da bei wetten abgeschlossen werden,läßt sich nicht verhindern.nur sehen die kämpfer in den meisten fällen-im gegensatz zu thailand-nichts von dem geld.die aufzeichnung zu diesem kampf zeigt übrigens mehr als deutlich,daß der schuldige der ringrichter ist!der junge war bereits stark angenockt und nicht mehr herr seiner lage,so das ringrichter den kampf hätte abbrechen müßen.
Benno Schönholzer 14.11.18 21:11
Eine Tradition darf man nicht so einfach stoppen, tote Kinder eingerechnet!!!
Benno Schönholzer 14.11.18 20:00
Toller Charity-Match!!!