Polen fasst Handlanger russischer Geheimdienste

Foto: Pixabay
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WARSCHAU: Elf Verdächtige sollen Ukraine-Flüchtlinge in Polen für Proteste bezahlt haben - gesteuert war die Aktion aus Russland. Was steckt hinter dem Versuch, gezielt Unruhe zu stiften?

Der polnische Geheimdienst hat elf mutmaßliche Handlanger russischer Geheimdienste festgenommen, die Ukraine-Flüchtlinge für die Teilnahme an Demonstrationen bezahlt haben sollen. Bei den Verdächtigen handele es sich um neun ukrainische und zwei belarussische Staatsbürger, teilte Geheimdienstkoordinator Tomasz Siemoniak auf X mit. Alle sollen aus Polen ausgewiesen werden.

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatten alle Tatverdächtigen Verbindungen nach Russland und Belarus. Sie sollen unter den in Polen lebenden ukrainischen Kriegsflüchtlingen Teilnehmer für Demonstrationen rekrutiert und entlohnt haben. Die Inspirationen und auch die Mittel dafür seien demnach aus Russland gekommen.

Korruptionsskandale in der Ukraine aus Auslöser für Proteste

«Als Auslöser der Proteste dienten emotionale Themen, darunter Berichte über Korruptionsskandale und aktuelle Ereignisse in der ukrainischen Innenpolitik», heißt es in einer Mitteilung des Inlandsgeheimdienstes ABW. Ziel sei es, Spannungen zu schüren und Kriegsflüchtlinge als Instrument russischer Einflussnahme zu missbrauchen.

Das EU- und Nato-Land Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Es hat auch knapp eine Million Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen. Die Regierung in Warschau wirft den Geheimdiensten Russlands und seines Verbündeten Belarus vor, viele Agenten ins Land zu schicken und Saboteure anzuwerben.

Erst kürzlich hatten Todesschüsse auf einen im polnischen Exil lebenden kremlkritischen russischen Künstler für Schlagzeilen gesorgt. Polens Regierungschef Donald Tusk sprach von einem politisch motivierten Mord. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.

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