Pattayas Bürgermeister steht hinter Öffnungsforderung

Pattayas geschlossene Unterhaltungsmeile Walking Street. Foto: Jahner
Pattayas geschlossene Unterhaltungsmeile Walking Street. Foto: Jahner

PATTAYA: Nachdem die Forderungen nach der Wiedereröffnung von Pattayas weltberühmten Nachtleben und der Aufhebung des Alkoholverbots in Gastronomiebetrieben lauter werden, meldet sich nun auch Pattayas Bürgermeister Sonthaya Khunpluem zu Wort.

Gegenüber der Presse erklärt Khun Sonthaya: „Pattaya ist eine der derzeit 17 ausgewiesenen Tourismus-Pilotzonen in Thailand. Allerdings ist es derzeit nur in vier Provinzen Thailands erlaubt, Alkohol in Restaurants zu verkaufen, nämlich in Bangkok sowie auf Koh Samui, in Phang-nga und auf Phuket. Dies hat in anderen Gebieten zu viel Ärger und Problemen geführt, insbesondere hier in Pattaya als ein Ort, der weitgehend vom Nachtleben und der Unterhaltungsindustrie abhängig ist.“

Die Forderungen nach der Wiederinbetriebnahme von Pattayas Nachtleben kommen deshalb nicht nur aus den Reihen der betroffenen Bar- und Club-Betreiber, sondern auch vom Handel und Gastgewerbe der Ostküstenmetropole. Ihnen wurde in den ersten drei Wochen seit der Wiedereröffnung Thailands für den internationalen Tourismus am 1. November deutlich vor Augen geführt, dass ausländische Urlauber entweder enttäuscht nach Phuket oder in andere Provinzen mit lockereren Beschränkungen weiterreisen oder Pattaya gänzlich meiden.

Bar- und Clubbetreiber fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen. Die Tatsache, dass in den anderen Tourismus-Pilotzonen Nachtlebenbetriebe – ausgestattet mit einer „temporären“ Restaurantlizenz – wieder ihren Betrieb aufgenommen haben, weil dort im Gegensatz zu Pattaya das Alkoholverbot in Gastronomiebetrieben aufgehoben wurde, heizt die Diskussion zusätzlich an.

Pattayas Handel betont gegenüber der Presse, dass alle Branchen der Stadt dringend auf Besucher angewiesen seien und dass Pattaya die dritthöchste Impfquote im Land habe. Im Jahr 2019 war Pattaya mit knapp 10 Millionen Besuchern die 19. meistbesuchte Stadt der Welt, was viele Analysten vor allem auf die Unterhaltungs- und Nachtlebenbranche zurückführen, die aufgrund der Corona-Beschränkungen seit acht Monaten zur Schließung gezwungen ist. Die betroffenen Unternehmen und Angestellten erhalten von der Regierung keine finanzielle Unterstützung.

„Mehr als 80 Prozent der Menschen in Pattaya und in der näheren Umgebung sind vollständig gegen Covid-19 geimpft. Dennoch ist in Pattaya der Verkauf von Alkohol derzeit nur in Supermärkten und örtlichen Lebensmittelgeschäften erlaubt, nicht aber in Hotels, Bars, Clubs und Restaurants. Viele Einwohner halten dies für ungerecht, besonders auch, weil die Menschen Alkohol in Geschäften kaufen und ihn abends in öffentlichen Bereichen, u.a. an den Stränden, konsumieren. In Pattaya werden derzeit jedes Wochenende Festivals zur Ankurbelung des Tourismusgeschäfts ausgerichtet, während sich der Handel weiterhin beschwert, dass die Großveranstaltungen Tausende Besucher in die Stadt bringen, die in Geschäften einkaufen und in öffentlichen Bereichen Alkohol konsumieren, aber nicht legal in einem Restaurant Alkohol trinken oder eine Bar besuchen dürfen“, beschreibt Pattayas Bürgermeister Khun Sonthaya gegenüber der Presse die schwierige aktuelle Situation in der Ostküstenmetropole aufgrund konträrer Regeln.

Laut Khun Sonthaya hatte die Stadtverwaltung Pattaya bereits vor Monaten mit der Planung der Großveranstaltungen begonnen: „Wir hätten nicht erwartet, dass das von der Zentralregierung und vom ‚Center for Covid-19 Situation Administration‘ (CCSA) verhängte Alkoholverbot zu diesem Zeitpunkt noch in Kraft sein werde. Wir können nachvollziehen, warum die Branche so frustriert ist, was in den letzten Wochen auch zu zahlreichen Petitionen, Protesten und Rufen nach der Wiedereröffnung des Nachtlebens geführt hat“, erklärt Bürgermeister Khun Sonthaya.

„Wir haben mehrfach versucht, beim Gouverneur von Chonburi, beim Gesundheitsamt von Chonburi, beim CCSA und bei der Regierung um eine Ausnahmegenehmigung zu bitten. Die Entscheidung über die Wiedereröffnung des Nachtlebens, der Bars und der Unterhaltungsindustrie in Pattaya liegt nicht allein bei mir, sondern bei mehreren Behörden und Abteilungen. Aufgrund der uns vorliegenden Rückmeldungen ist es wahrscheinlich, dass die Vergnügungslokale bereits Anfang Dezember wieder öffnen dürfen. Das CCSA wird am kommenden Freitag (26. November 2021) erneut zusammentreffen und ist sich der Situation in Pattaya sehr wohl bewusst, weshalb es auch angekündigt hat, dass dies ein wichtiger Diskussionspunkt sein wird. Es können zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch keine Versprechen oder Garantien gegeben werden“, betonte Bürgermeister Khun Sonthaya.

Zwischenzeitlich haben auch die Bar-Betreiber der Soi Buakhao ein offizielles Schreiben bei der Stadtverwaltung Pattaya eingereicht, in dem sie die Wiedereröffnung ihrer Betriebe fordern. Das Schreiben wurde am Dienstag (23. November 2021) von Khun Romchale Kranes als Vertreterin der „Save us“-Gruppe bei der Stadt Pattaya eingereicht, ein Zusammenschluss, dem 46 Bars in der Soi Buakhao angehören. Sie ist die jüngste Gruppe, die ein offizielles Schreiben mit der Forderung der Wiedereröffnung des Nachtlebens bei der Pattaya City Hall eingereicht hat, nachdem zuvor bereits neun andere Zusammenschlüsse, u.a. aus der Nightlife-Branche, ähnliche Petitionen und Briefe eingereicht hatten

Die Stadtverwaltung Pattaya reagierte auf das Schreiben und teilte wiederholt mit, dass sie an dem Problem arbeite und sich der schwierigen Lage der Barbesitzer sowie den Auswirkungen der Nachtleben-Schließung auf alle weiteren Branchen bewusst sei.

Angemerkt werden muss, dass viele Interessengruppen, die derzeit die Aufhebung des Alkoholverbots in Pattaya fordern, nicht in direktem Zusammenhang mit der Barindustrie stehen, wie z.B. der Einzelhandel, Tourismusbetriebe und das Gastgewerbe, aber besorgt sind, dass die Touristen Pattaya meiden und stattdessen andere Reiseziele in Thailand besuchen.

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Thomas Rommel 26.11.21 16:35
Alkoholverbot Pattaya
Ich überwinterte gerade in Thailand, um genau zu sein in Pattaya. Ich kann nicht nachvollziehen warum es nicht möglich sein soll in einem Restaurant einen schönen Wein oder ein Bier zu bekommen. Natürlich weiß ich das es welches gibt. Ich bin es nur leid mich für so etwas banales kriminalisieren zu lassen. Bin gerade auf Phuket. Da gibt es Alkohol zum Essen. Herrlich. Ein Filetsteak mit einem Guado al Tasso. Traumhaft. Ich glaube nicht das sich Covid weiter ausbreiten würde wenn man im Restaurant Alkohol ausschenken würde. Such ich bin der Meinung, dass es keinen dinn macht im Moment Discos und Bars zu öffnen. Aber im Café des Amis keinen Wein zu bekommen hilft niemand und frustriert nur genau die Leute, die Thailand eigentlich haben möchte.
Helmut Loehr 25.11.21 20:40
Ansteckungsgefahr
Denke die Vergnügungsviertel in Pattaya werden noch länger geschlossen bleiben. Sobald alles wieder geöffnet ist, kommen aus dem ganzen Land die Damen für das schnelle Geld. Das will man vermeiden, weil hier die Ansteckung am größten ist.
Zudem ist ein Wandel im Gange. Man möchte weg vom Schmuddel Image der letzten Jahrzehnte. Dies ist die Gelegenheit.
Marcus Baehler 25.11.21 20:20
Wow, 10 Mio Besucher 2019!
Ist ja unglaublich, also jeder 4. TH-Tourist besuchte 2019 Pattaya! Never change a running system, a winning horse Khun Sonthaya. Funktioniert doch alles bestens, Miami Vice, Top-Premium-Tourismus, nur noch die feinen Leute, lass doch einfach die Kugel rollen, solange sie rollt!
Norbert Kurt Leupi 25.11.21 17:50
Ach , Herr Ingo Kerp
immer das " Steinewerfen " gegen das Nachtleben und die Prostitution ! Auch in TH gilt , auch für die Thai-Männer und bevor der erste Farang hier war , wenn die Frau die Zärtlichkeit verweigert , geht man auf den " Schwarzmarkt " ! Endlich begriffen ?
Norbert Schettler 25.11.21 16:10
Zu Loy Krathong
waren wir lecker essen, Bier gab's in Literkrügen, 3 Flaschen für 199B wurden umgefüllt. Stand ganz offen auf dem Beistelltischchen samt Eis und anderen Getränken.
Allerdings stand immer einer der Angestellten auf der Straße und hielt Ausschau. Nach wem auch immer.
Ingo Kerp 25.11.21 14:40
Qualitätstouris, Reiche und Bitcoin-Koenige sind somit abgeschrieben. Man will wieder den Barbesucher, für den Alkohol und Liebesdienerinnen das Nonplusultra des Lebens darstellen.
Klaus Olbrich 25.11.21 14:00
Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe ist Alkohol ueberall zu kriegen. Nur eben halt verdeckt
Horst Baa 25.11.21 13:40
Alk-Verbot
Ich trinke gern ein Bier zum Essen, werde daher in 10 Tagen erstmal nach Bangkok umziehen für 3-4 Wochen.
Hoffe es ändert sich bald was in dieser Beziehung.