«Koningsdag» wird «Woningsdag»

König Willem-Alexander der Niederlande hält eine Rede über die Coronavirus-Krise aus dem Huis ten Bosch-Palast in Den Haag. Archivfoto: epa/REMKO DE WAAL
König Willem-Alexander der Niederlande hält eine Rede über die Coronavirus-Krise aus dem Huis ten Bosch-Palast in Den Haag. Archivfoto: epa/REMKO DE WAAL

AMSTERDAM: Der traditionelle niederländische Königstag wird in diesem Jahr als Wohnungstag gefeiert - mit einem nationalen Prosit und Ständchen für König Willem-Alexander aus allen Wohnzimmern. Alle Volksfeste und Flohmärkte am 27. April zu Ehren des 53. Geburtstages des Königs wurden wegen der Corona-Krise abgesagt. «Aus Koningsdag wird Woningsdag», teilte der königliche Verband der Oranjevereine am Mittwoch mit. Der Besuch der königlichen Familie in Maastricht an diesem Tag war bereits zuvor abgesagt worden.

Normalerweise färbt sich das gesamte Land am 27. April königlich Oranje und verwandeln sich die Städte in gigantische Flohmärkte. Doch in diesem Jahr muss jeder notgedrungen zu Hause bleiben. Nach den Plänen der Oranje-Vereine sollen alle Bürger ihrem Monarchen am morgen ein Ständchen bringen, jeweils in der eigenen Wohnung die Nationalhymne singen und ihrem Monarchen zuprosten. Statt auf der Straße sollen die Bürger ihren Ramsch im Wohnzimmer präsentieren und online verkaufen.

Der Name «woningsdag» erinnert aber viele Niederländer an ein weniger festliches historisches Ereignis. Bei der Krönung von Königin Beatrix 1980 lieferten sich Hausbesetzer und Polizei Straßenschlachten in Amsterdam. Das Motto der Krawalle: «Keine Wohnung - keine Krönung».

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