„Mein Leben für die Elefanten“

Co-Autor Bernd Linnhoff erzählt über die Idee hinter Bodo Försters Buch

„Mein Leben für die Elefanten“

CHIANG MAI: Im Oktober 2019 erschien im Rowohlt-Verlag die Autobiografie des Elefantenmannes Bodo Förster: „Mein Leben für die Elefanten - Wie ich mir in Thailand meinen Traum erfüllte“. Das Buch schildert das außergewöhnliche Leben eines Mannes, der 1990 als junger Tierpfleger erstmals nach Thailand kam und fortan nur noch ein Ziel hatte: In ihrer Heimat mit Elefanten zu leben und ihnen im Zusammenspiel mit Touristen ein naturnahes Leben zu ermöglichen.

Försters Unternehmen Elephant Special Tours in Nordthailand besteht inzwischen seit 1994, den eigentlichen Start aber datiert der Gründer auf das Jahr 2000. Im Magazin DER FARANG erzählt Co-Autor Bernd Linnhoff, wie es zur Buchidee kam und warum die Story schließlich deutlich länger wurde als geplant:

„2008 wanderte ich vom rheinischen Meerbusch nach Bangkok aus, 2009 las ich im Nachrichtenmagazin „DER SPIEGEL“ die Geschichte über den „Elefantenflüsterer“ Bodo Jens Förster, 2010 war ich mit zwei Freunden in seinem Camp in Mae Sapok nahe Chiang Mai. Gebucht hatten wir das dreitägige „Education“-Paket. Wir absolvierten die Grundzüge der Ausbildung zum Mahout, zum Elefantenführer. Lernten die wichtigsten Kommandos, das Reiten im Nacken der Riesen, Holz stapeln, Korb fixieren und mehr.

Seit meiner Kindheit war ich von Elefanten fasziniert, die drei Tage in der Natur von Mae Sapok setzten noch einen drauf. Mit der Zeit wurden Bodo und ich Freunde, 2012 zog ich nach Chiang Mai. Immer öfter unterhielten wir uns über die bedrohte Gegenwart der Asiatischen Elefanten, ihr Wesen und ihre Rolle im Tourismus. So lernte ich auf der Nebenspur auch meinen Gesprächspartner und sein ureigenes Leben immer besser kennen. Eines Tages wusste ich: Diese Achterbahnfahrt eines Lebens musste aufgeschrieben werden.

Zunächst aber musste ich den Protagonisten davon überzeugen, dass seine Biografie zum Buch taugte. Das war nicht einfach. „Wer soll das lesen?“, fragte er. So genau wusste ich das auch nicht. 80.000 Bücher erscheinen jedes Jahr neu in Deutschland, jedes einzelne eine unsichere Wette auf positive Verkaufszahlen. Doch ich war mir sicher, dass Bodos Story mehr Fans ansprechen würde als nur seine Familie und seine Freunde.

Es sollte lange dauern, bis aus Bodos grundsätzlichem Einverständnis echtes Vertrauen wurde. Vertrauen ins Projekt, Vertrauen zu mir als Partner. Die Elefanten würden die Hauptrolle spielen, das war klar. Mehr als 200 von ihnen hat er trainiert, mehr als die meisten „Weißen“. Aber er fragte sich natürlich auch: „Wie ehrlich, ja wie indiskret darf eine Autobiografie sein? Wie wahrhaftig muss sie sein?“

Wie die meisten Menschen in seinem Alter (Mitte fünfzig) hatte Bodo über die Jahrzehnte Partner und Freunde gewonnen und verloren, er war Vater geworden und hatte im Zwiespalt zwischen Beruf und Privatleben manchmal zweifelhafte Entscheidungen gefällt. Anekdoten allein machen noch kein Buch – wer also von all den Menschen seines Lebens sollte darin vorkommen und wie?

Meine Rolle als Co-Autor war leichter zu definieren. Ich würde viele Gespräche mit Bodo führen und sein oft sprunghaftes Leben ordnen und strukturieren. Mein Ego allerdings musste die Klappe halten; es ging allein darum, Bodos Diktion wiederzugeben, seinen ganz speziellen Tonfall, seine Art zu erzählen. Das war so schwer nicht – wenn er erst einmal ins Rollen kommt, formuliert er stark, lebendig, mitreißend. Ich brachte langjährige journalistische Erfahrung in den Dialog ein, aber ich wusste auch: Eine journalistische Story ist Kurzstrecke, ein Buch Marathon.

20 Kapitel waren geplant; die ersten schickten wir auf Vermittlung eines Freundes zu Rowohlt nach Hamburg. Zu unserer Freude erhielten wir von diesem renommierten Verlagshaus grünes Licht: Weitermachen!

In letzter Zeit gerieten Interaktionen zwischen Mensch und Elefant in den Fokus der Tierschützer, besonders das Elefantenreiten. Auf den Social-Media-Kanälen liefen die hitzigen, emotionalen, holzschnittartigen Diskussionen um die Rolle des Elefanten im Tourismus. Diese Kontroverse wollte Bodo unbedingt thematisieren. Denn das Buch bot die große Chance, aus seiner umfassenden Erfahrung heraus ausführlich, differenziert und faktenorientiert seine Sicht der Dinge zu schildern.

Im Laufe unserer vielen Gespräche erinnerte sich Bodo immer besser an scheinbar längst vergessene Details; aus 20 Kapiteln wurden schließlich 30. So steht nun auf über 300 Seiten die Geschichte eines Mannes, der nach Thailand kam, um von den Elefantenmännern der Karen sein Handwerk zu lernen, und der in Thailand blieb, um trotz aller Rückschläge das Leben zu führen, von dem er träumte: Ein Leben für die Elefanten.“

Das Buch Ein Leben für die Elefanten: Wie ich mir in Thailand meinen Traum erfüllte von Bodo Förs­ter und Co-Autor Bernd Linnhoff erschien am 15. Oktober 2019 im Rowohlt-Verlag (ISBN: 2019 3644003130, 9783644003132). Die Bibliografie erzählt auf 320 Seiten die Geschichte des deutschen „Elefantenflüsterers“ Bodo Förster in Thailand und ist sowohl als Paperback (16,00 EUR) als auch eBook (12,99 EUR) erhältlich. Infos: www.rowohlt.de.
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