«LOL 2.0»: Die nächste Runde Familienchaos

Foto: Pixabay/Tomislav Jakupec
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PARIS: Siebzehn Jahre nach dem Kultfilm «LOL (Laughing Out Loud)» bringt Lisa Azuelos eine Wohlfühl-Fortsetzung: ein Update für die Generation Z - mit Sophie Marceau mittendrin.

Louise liegt auf dem Sofa ihrer Mutter, leere Pizzakartons stapeln sich auf dem Wohnzimmertisch. Während sie auf dem Handy ziellos durch die Leben anderer scrollt, steht ihr eigenes still. Nach einer Trennung und einem beruflichen Rückschlag ist die 25-Jährige wieder dort gelandet, wo sie eigentlich längst nicht mehr sein wollte: zurück im Elternhaus.

Mit «LOL 2.0» kehrt Regisseurin Lisa Azuelos zu ihrem Überraschungserfolg «LOL (Laughing Out Loud)» aus dem Jahr 2009 zurück. Damals erzählte sie die Geschichte der 16-jährigen Lola, die zwischen Schule, Freundeskreis, erster Liebe und familiären Konflikten ihren Platz im Leben sucht. Der Film beobachtete Jugendliche im Alltag zwischen Schule, Partys, Musik, Drogen und ersten sexuellen Erfahrungen und wurde zum Kult und Publikumserfolg.

Zurück im Hotel Mama

Siebzehn Jahre später ist Sophie Marceau als Mutter Anne erneut mit dabei, doch nun rückt die Generation Z stärker in den Fokus. Die Zeiten von MSN-Statusmeldungen und T9-Handys sind längst vorbei.

Die einstige Heldin Lola lebt inzwischen im Ausland, während ihre jüngere Schwester Louise (Thaïs Alessandrin) die Hauptrolle übernimmt. Nach dem Scheitern ihrer Beziehung und ihrer beruflichen Pläne zieht sie wieder in die luxuriöse Pariser Maisonette-Wohnung ihrer Mutter Anne.

Zwei Generationen am Wendepunkt

Während Louise orientierungslos durch den Alltag treibt, erlebt Anne ihre eigenen Umbrüche. Mitte 50, genießt sie gerade ihre neu gewonnene Freiheit als Single, als sie eine Nachricht aus der Bahn wirft: Ihr Sohn Théo (Victor Belmondo) wird Vater - und sie damit zur Großmutter.

Während Louise nicht weiß, wie ihre Zukunft aussehen soll, weigert sich Anne beharrlich, dem Älterwerden ins Auge zu blicken. Damit zeichnet der Film das Porträt zweier Frauen, die sich an unterschiedlichen Wendepunkten ihres Lebens befinden.

Ein Kult-Klassiker verpflichtet

Der erste «LOL» traf 2009 den Nerv einer ganzen Generation. Mehr als 3,6 Millionen Zuschauer sahen die Geschichte um erste Lieben, Freundschaften und familiäre Konflikte. Der Film wurde weit über Frankreich hinaus zum Kult und erhielt 2012 sogar ein amerikanisches Remake mit Demi Moore und Miley Cyrus in den Hauptrollen.

Angesichts dieses Erbes ist eine Fortsetzung eine anspruchsvolle Aufgabe. Azuelos verfolgt dabei das Ziel, die Lebenswelt der Generation Z mit derselben Authentizität einzufangen, mit der sie einst die Millennials porträtierte. Dafür übernimmt «LOL 2.0» viele Elemente des Originals: die Orientierungslosigkeit einer jungen Erwachsenen, eine konfliktreiche Mutter-Tochter-Beziehung, eine enge Clique und komplizierte Liebesgeschichten.

TikTok-Trends auf der Checkliste

Gleichzeitig bemüht sich der Film sichtbar um ein Update für das Jahr 2026. TikTok-Videos flimmern über den Bildschirm, soziale Medien bestimmen den Alltag der Figuren, und nahezu jedes aktuelle Thema findet seinen Platz: mentale Gesundheit, Körperbilder, Diversität, Sexismus, Rassismus, Altersdiskriminierung oder Zukunftsängste.

Allerdings will «LOL 2.0» manchmal zu viel auf einmal. Statt die Themen organisch in die Handlung einzubinden, wirkt manches wie eine Checkliste gesellschaftlicher Debatten. Immer wieder verfällt der Film in typische Generationen-Klischees - von TikTok-Sucht über psychische Überforderung bis hin zum Gefühl, einer perspektivlosen Generation anzugehören.

Die emotionale Mitte des Films

Ihre größte Stärke findet die Komödie dort, wo sie sich auf ihre Figuren konzentriert. Vor allem Marceau trägt den Film mit beeindruckender Leichtigkeit.

Als lebenslustige Frau, die sich weder mit der Rolle der Großmutter noch mit dem Gedanken anfreunden kann, im Beruf langsam in die zweite Reihe zu rücken, wird Anne zum emotionalen und komödiantischen Mittelpunkt der Geschichte. Marceau bewegt sich mühelos zwischen Witz, Melancholie und Selbstironie.

Zeitgeist-Ehrgeiz und Kinospaß

«LOL 2.0» stolpert gelegentlich über Klischees und den Ehrgeiz, möglichst viele Themen der Gegenwart auf einmal zu verhandeln. Wer hier ein tiefgründiges soziologisches Porträt der Generation Z erwartet, dürfte daher nur bedingt auf seine Kosten kommen.

Wer sich jedoch auf eine Familienkomödie über das Älterwerden, das Loslassen und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben einlässt, wird unterhalten. Eine Wohlfühl-Fortsetzung, die rund neun Wochen nach ihrem Start in Frankreich bereits mehr als 950.000 Menschen in die Kinos gelockt hat.

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