Konjunkturpaket soll Wirtschaft ankurbeln

Foto: The Nation
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BANGKOK: Das Fiscal Policy Office will dem Kabinett einen Maßnahmenkatalog unterbreiten, um die Konjunktur wegen der schwächelnden Wirtschaft anzutreiben.

Laut dem stellvertretenden Ministerpräsident Somkid Jatusripitak bestehen die Maßnahmen aus einem vom Finanzministerium umzusetzenden Steuerpaket und aus Darlehen der Government Savings Bank, der Bank for Agriculture and Agricultural Cooperatives sowie der Small and Medium Enterprise Development Bank of Thailand. Das Wirtschaftswachstum fiel im ersten Quartal mit 2,8 Prozent mager aus, und der Rat für wirtschaftliche und soziale Entwicklung prognostiziert für das zweite Quartal ein Wachstum von nur 2,8 bis 2,9 Prozent.

Die neue Regierung werde die wichtigsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der früheren Regierung weiter vorantreiben, fügte Somkid hinzu, insbesondere die Werbung um ausländische Investitionen. Priorität habe die Steigerung der Staatseinnahmen, für die neue Einnahmequellen gesucht würden. Er wies aber Gerüchte zurück, wonach der Regierung die Mittel ausgehen und die Mehrwertsteuer um ein Prozent auf acht Prozent angehoben werden sollte. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer würde zu einer Zeit, in der sich die Wirtschaft abschwäche, negative Auswirkungen auf die Menschen haben, warnte Somkid.

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Rudolf Lippert 19.07.19 10:22
Konjunkturprogramm / VAT
was bedeutet: "...bestehen die Massnahmen aus einem vom Finanzministerium umzusetzenden Steuerpaket..."? Steuersenkungen? Steuererhöhungen? Es geht um Steuererhöhungen und neue Steuerquellen, explizit heisst es: "...Priorität habe die Steigerung der Staatseinnahmen, dafür würden neue Einnahmequellen gesucht..." Meiner Meinung nach hat das nichts mit Massnahmenkatalog/ Konjunkturprogramm zu tun. Für welche Gruppe wird man sich wohl etwas ausdenken? An sich bin ich nicht hellsichtig, in diesem Fall jedoch schon. Und wer wird Förderungen erhalten? Na, wer wohl... ? Ausländische Investoren? Man sucht Menschen, die neben ATM das Wort stupid auf der Stirn tragen, für Farangs unsichtbar, für Thais klar zu sehen. Die VAT/MwSt ist sehr ungerecht, resp. unsozial. Menschen mit geringem Einkommen müssen um ihr Leben zu bestreiten 80-100% ihres EK ausgeben. Menschen mit doppelt so hohem EK 40-50% usw. 8,6 Mio Rentner in D haben weniger als 800 EUR Rente. Dann gibt es noch millionen sozial Schwache und Menschen die vom Staat leben müssen. Da dürfte wohl alles draufgehen. DAS ist unsozial, und zwar für einen sehr grossen Teil der Menschen. Diese Menschen müssen auf einem sehr grossen Teil ihres Geldes die Last der MwSt, immerhin inzwischen 19%, tragen. Eben weil sie nicht anders können und es zu fast 100% ausgeben m ü s s e n.
Beat Sigrist 18.07.19 21:11
Wenn ein Ausländer in Thailand
1 oder 10 oder 100 Millionen investiert ohne Partner aus diesem Land, dann möchte er auch 100% der Aktien von der Firma, welche er gründet, selbst besitzen. Der Investor möchte gerne alleine Entscheidungen treffen in seiner neuen Firma. Es gab Investoren von Firmen hier, welche die ganze Investition verloren haben, weil sie nie die Mehrheit an den Firmen hatten und von den Thai Direktoren aus der Firma geworfen wurden. Wenn Mister X viele Millionen hier investiert möchte er auch eine angemessene Wohnliegenschaft erwerben können. Geht leider auch nicht auf legale Art und Weise, da er nur 49% der Anteile von der Liegenschaft (durch Firmenkauf)selbst besitzen darf. Und warum soll ein Ausländer Millionen von Dollar, Euros oder Franken hier investieren, wenn er diese Investitionen in Baht umwechseln muss welcher mindestens 25 % zu hoch bewertet ist? Ein Investor, egal ob dies ein Thailänder oder Ausländer ist - beide sollten die gleichen Rechte und Pflichten haben.
Thomas Thoenes 18.07.19 21:10
@Hermann Auer
Ich hab sie nicht als gerechte Steuer bezeichnet sondern als noch gerechteste der Steuern. Im Sinne von am geringsten schmerzende Prügelstrafe um es mal mit mittelalterlichen Strafen aus zu drücken. Um den Unterschied zwischen arm und reich auszugleichen deshalb dann auch die Splittung in 8% für Güter des täglichen Bedarfs und 10% für Dinge wie Mobiltelefone, Fernseher, Autos usw. also Dinge die dann doch eher von den Reichen erworben werden.
Joerg Obermeier 18.07.19 16:50
In diesem Land sind schon echte Künstler am Werk. Insbesondere aus der Abteilung Soll, Will & Wünsch-Dir-Was. Das was da die Wirtschaft ankurbeln soll bleibt trotzdem völlig im Dunkeln. Ausländische Investitionen anwerben? Viel Vergnügen bei diesem Baht-Kurs. Das macht Sinn wo man gleiches in der Region zu einem Bruchteil bekommt. Das Geld geht der Regierung nicht aus, aber neue Einnahmequellen werden gesucht. Diese Aussagen machen zusammen auch richtig Sinn, oder? Wetten, dass die insbesondere drauf kommen wie man Ausländern, vom Touristen bis zum Residenten die Kohle direkt in die Staatskasse abknöpfen könnte?
Hermann Auer 18.07.19 15:57
@Thomas Thoenes
VAT als gerechteste Steuer zu bezeichnen ist Unsinn. Die Wohlhabenden geben nur einen kleinen Teil ihres Einkommens für Konsum aus, die Armen und Niedriglöhner sind gezwungen, ihr ganzes Einkommen zu konsumieren. Also trifft die Erhöhung der VAT die Armen weitaus stärker als die Wohlhabenden. Es ist letztlich eine Umverteilung von unten nach oben.