Keine Athleten als Fahnenträger bei Paralympics-Eröffnung

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

VERONA: Bei der Paralympics-Eröffnung in Verona tragen am Freitag Freiwillige die Flaggen. Doch Athleten bleiben der Feier nicht nur aus logistischer Gründen fern.

Bei der Eröffnungsfeier der Paralympischen Spiele in Italien werden am Freitag keine Athletinnen und Athleten als Fahnenträger für ihre Länder auftreten. Stattdessen übernehmen Freiwillige im römischen Amphitheater in Verona diese Rolle, wie das Internationale Paralympische Komitee (IPC) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Ziel sei es, «Einheitlichkeit zwischen den Delegationen zu gewährleisten».

Hintergrund der Entscheidung sind nach Angaben des IPC logistische Gründe - vor allem mit Blick auf die langen Reisezeiten zwischen den Wettkampforten Mailand, Cortina und Tesero sowie Verona. Viele Delegationen hätten wegen anstehender Wettkämpfe am folgenden Morgen keine Athletinnen und Athleten zur Feier entsandt, hieß es. So hatte etwa Österreich angekündigt, sein vorgesehenes Fahnenträger-Duo lediglich per Video zuzuschalten.

Zahlreiche Nationen mit Boykott

Als Protest gegen die Zulassung russischer und belarussischer Athleten unter eigener Flagge hatten einige Länder jedoch angekündigt, der Eröffnungsfeier komplett fernzubleiben und nicht am Einmarsch teilzunehmen. Dem Aufruf der Ukraine zum Boykott waren zuletzt unter anderem Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, die Niederlande und Tschechien gefolgt.

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte ein Fernbleiben zunächst abgelehnt, am Dienstag jedoch mitgeteilt, er werde sich am Einmarsch der Nationen nicht beteiligen und weder Sportler noch Offizielle entsenden. «Diese Entscheidung dient sowohl der Konzentration auf die bevorstehenden Wettkämpfe als auch dem Anliegen, die solidarische Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation respektvoll zum Ausdruck zu bringen», hieß es.

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