Karlspreisträgerin betont Einigkeit Europas

Swetlana Tichanowskaja (l-r), Oppositionspolitikerin aus Belarus, Veronika Zepkalo, Bürgerrechtlerinnen aus Belarus, und Tatsiana Khomich. Foto: Bernd Thissen/dpa
Swetlana Tichanowskaja (l-r), Oppositionspolitikerin aus Belarus, Veronika Zepkalo, Bürgerrechtlerinnen aus Belarus, und Tatsiana Khomich. Foto: Bernd Thissen/dpa

AACHEN: Die belarussische Karlspreisträgerin Swetlana Tichanowskaja hat auf die Bedeutung der Einigkeit Europas mit Blick auf den Frieden in der Ukraine und die Demokratie in ihrer Heimat Belarus hingewiesen. Diktatoren versuchten, den Westen zu spalten, sagte die im Exil lebende Oppositionsführerin am Donnerstag nach der Preisverleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses. «Sie versuchen, einen Keil zwischen die Länder der Europäischen Union zu treiben», sagte sie.

Der Kampf der Ukraine gegen den russischen Aggressor werde auch von der belarussischen Opposition «komplett unterstützt», sagte Tichanowskaja am Abend in den ARD-«Tagesthemen». Ohne eine freie Ukraine gäbe es kein freies Belarus und ohne ein freies Belarus keine sichere Ukraine. «Deshalb unterstützen wir die ukrainischen Kämpfer soweit wir können».

Der Karlspreis gehöre nicht ihr oder dem Trio der damit ausgezeichneten Frauen, sondern allen Belarussen, die enorme Anstrengung und Hingabe in ihrem friedlichen, gewaltlosen Kampf gegen Tyrannei gezeigt hätten. «Er gehört auch jedem Kind, das darauf wartet, dass Mutter oder Vater aus dem Gefängnis entlassen werden», sagte Tichanowskaja.

Mit dem renommierten Preis der Stadt Aachen ausgezeichnet wurde auch ihre Mitstreiterinnen Veronika Zepkalo, die sich mit einer emotionalen, persönlichen Rede bedankte. Die dritte Preisträgerin, Maria Kolesnikowa, ist in Belarus zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Daher nahm ihre Schwester Tatjana Chomitsch den Preis entgegen.

Chomitsch zeigte während der gesamten Zeremonie ein Foto ihrer Schwester Maria, die darauf mit ihren Händen ein Herz formt. Chomitsch betonte die weiter notwendige Unterstützung Europas: «Wir sind eine europäische Nation, die Pech hatte.»

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