Handelskonflikt schmälert Wirtschaftsleistung

Foto: epa/How Hwee Young
Foto: epa/How Hwee Young

PEKING (dpa) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor den Folgen des Handelskonflikts zwischen China und den USA für die Weltwirtschaft. Die globale Wirtschaftsleistung könnte dadurch 2020 um 0,8 Prozent geschmälert werden, bekräftigte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Donnerstag nach einer Gesprächsrunde mit Chinas Premierminister Li Keqiang und internationalen Organisationen in Peking. Früheren Aussagen zufolge würde dies eine Summe von bis zu 700 Milliarden US-Dollar bedeuten.

Erst Mitte Oktober hatte der IWF seine Wachstumsvorhersage für das Jahr 2019 - das vierte Mal in Folge - auf nunmehr 3,0 Prozent gesenkt. Es handelt sich dabei dem IWF zufolge um das langsamste Wachstum der Weltwirtschaft seit der globalen Finanzkrise. Für das kommende Jahr schraubte der IWF seine Prognose ebenfalls herunter - auf jetzt 3,4 Prozent. 2018 war die Weltwirtschaft noch um 3,6 Prozent gewachsen.

Den größten Einfluss auf die Wirtschaftsflaute habe der Handelskrieg zwischen den USA und China und die damit verbundenen Unsicherheiten, betonte Georgiewa am Donnerstag. Obwohl sich beide Länder in jüngster Zeit angenähert haben, konnten sie sich bislang nicht darauf verständigen, in welchem Ausmaß Zölle wieder zurückgenommen werden sollen. US-Präsident Donald Trump drohte kürzlich mit neuen Zöllen, sollten sich beide Länder nicht einigen können und einen Handels-Deal schließen.

Die USA bemängeln den mutmaßlichen Technologiediebstahl sowie den beschränkten Zutritt zum chinesischen Markt für ausländische Firmen. «China wird an seiner Öffnungsstrategie festhalten und sich auch weiter öffnen», sagte Chinas Premierminister. Um die Realwirtschaft zu unterstützen, wolle das Land die Zinssätze senken.

Der IWF erwartet, dass das Wachstum in China - der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt - in diesem Jahr bei 6,1 Prozent liegt, im kommenden Jahr aber unter die 6-Prozent-Marke fällt. Bereits im dritten Quartal dieses Jahres war es auf sechs Prozent gesunken - so langsam war Chinas Wirtschaft seit fast 30 Jahren nicht mehr gewachsen. Die Volksrepublik leidet nach Angaben des IWF unter steigenden Schulden und den Folgen des Handelskriegs.

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Hansruedi Bütler 23.11.19 09:59
Wetten!!!
Ganz genau Herr Hermann, denn die Mathematik zeigt auch den Weg, den die Politik total "vergaugt" hat! Am ENDE bleibt NUR noch die Realität!
David Hermann 23.11.19 00:04
Oha, zum ersten mal lese ich in einem dpa-Text ueber Chinas "steigende Schulden", natuerlich noch ohne konkrete Zahlen der Ueberschuldung zu nennen. Wer jahrelang das Propagandalied Pekings vom "Erfolgsmodell" der chinesischen Autokraten mitgesungen hat, kann mit der harten Wahrheit wohl bloss scheibchenweise rausruecken. Ich harre gespannt naeheren Details zu den drei Fundamenten des chin. Wachstums: Schulden, Schulden und noch mehr Schulden. Am Ende siegt eben immer die Mathematik, da helfen auch keine noch so zackigen Parolen des "Fuehrers auf Lebzeit". Wetten?