Chief Sodea erhält Nansen-Preis

​Auszeichnung für Aufnahme tausender Flüchtlinge in Kamerun

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Foto: Christiane Oelrich/dpa
Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Foto: Christiane Oelrich/dpa

GENF: Chief Sodea öffnet sein Dorf für mehr als 36.000 Flüchtlinge - mit Land, Hoffnung und einer Botschaft, die weit über Kamerun hinausstrahlt.

Ein Ortsvorsteher in Kamerun erhält in diesem Jahr die höchste Auszeichnung des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Der Nansen-Preis geht an Chief Martin Azia Sodea, der mehr als 36.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland Zentralafrikanische Republik aufgenommen hat, wie die Organisation in Genf berichtet.

Mit dem Preis wird «außergewöhnlicher Mut und Mitgefühl» gewürdigt. Er ist nach dem norwegischen Friedensnobelpreisträger Fridtjof Nansen benannt. Das UNHCR nennt Sodea einen «Visionär, der tausende Menschen mit seiner Menschlichkeit und Großzügigkeit berührt hat».

«Wir sind alle Menschen»

Sodea hatte seine Ortschaft Gado-Badzéré und die Umgebung im Norden Kameruns bei der Ankunft von Flüchtlingen nicht abgeschottet. Vielmehr wies er den Menschen Land zu, damit sie Häuser bauen und Felder zur eigenen Versorgung anlegen konnten. Er habe gemeinsame Ausschüsse aus Einheimischen und Flüchtlingen gegründet, um Spannungen abzubauen.

In dem Nachbarland waren 2013 Unruhen ausgebrochen, die Tausende in die Flucht trieben. Nach UNHCR-Angaben waren bis 2021 rund 290.000 Menschen aus der Zentralafrikanischen Republik im Osten Kameruns angekommen.

Sodea habe auch andere Dörfer in der Region inspiriert, Flüchtlingen eine Chance auf ein neues Leben zu geben. Seine Botschaft, nach Angaben des UNHCR: «Wir sind alle Menschen, und wir müssen uns umeinander kümmern.»

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