Guatemala will Schicksal Tausender Vermisster aufklären

Aussicht auf das Stadtviertel El Incienso in Guatemala-Stadt. Foto: epa/Esteban Biba
Aussicht auf das Stadtviertel El Incienso in Guatemala-Stadt. Foto: epa/Esteban Biba

GUATEMALA-STADT: Seit dem Bürgerkrieg, der 1996 endete, gelten in dem mittelamerikanischen Land rund 45.000 Menschen als vermisst. Darunter sollen auch Kinder sein, die illegal zur Adoption in Europa abgegeben wurden.

Guatemalas Regierung verstärkt mithilfe einer neuen Sonderinstanz ihre Bemühungen, dass Schicksal Tausender Vermisster aufzuklären. Es gehe um rund 45.000 Menschen, darunter viele Kinder, die während des Bürgerkriegs in dem mittelamerikanischen Land zwischen 1960 und 1996 verschwunden seien, sagte Präsident Bernardo Arévalo. Ebenfalls solle nach derzeit vermissten Migranten und anderen Personen gesucht werden.

Mindestens 5.000 Kinder verschwanden laut Arévalo in Guatemala im internen Konflikt zwischen linken Guerillaorganisationen und staatlichen Sicherheitskräften. Einige davon seien verhungert oder bei Kämpfen ums Leben gekommen. Andere seien illegal zur Adoption an Familien in Europa und Nordamerika abgegeben worden und seien heute Erwachsene.

«Mehr als 40 Jahre später suchen ihre Angehörigen weiter nach ihnen», erklärte der Präsident. Der Staat habe eine moralische Schuld zu begleichen. Mit der Suche wolle man dazu beitragen, ein für viele Familien schmerzhaftes Kapitel zu schließen. Die Regierung hat ebenfalls eine mehrsprachige Website für Menschen eingerichtet, die während des Bürgerkriegs von ihren Familien getrennt wurden und nach ihren Angehörigen suchen.

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