G7 will Rohstoff-Abhängigkeit verringern

Ein Mann kauft in einem Einkaufszentrum in Peking ein. Chinas Verbraucherpreise stiegen im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent. Foto: epa/Wu Hao
Ein Mann kauft in einem Einkaufszentrum in Peking ein. Chinas Verbraucherpreise stiegen im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent. Foto: epa/Wu Hao

ÉVIAN: Wenn China die Ausfuhr von bestimmten Rohstoffen reduziert, müssen in der EU Industrieunternehmen ihre Produktion herunterfahren. Die G7-Länder wollen sich von dieser Abhängigkeit befreien.

Um das Risiko der Erpressbarkeit durch Länder wie China zu verringern, wollen die G7-Staaten Obergrenzen für die Einfuhr bestimmter Rohstoffe erreichen. Ziel sei es, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten außerhalb der G7 und ihrer Partnerländer bei seltenen Erden und Permanentmagneten bis 2030 auf unter 60 Prozent zu senken, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung beim G7-Gipfel im französischen Évian. Anschließend solle schnellstmöglich auf die Zielmarke von 50 Prozent hingearbeitet werden.

China - bei vielen dieser Rohstoffe beherrscht das Land den Weltmarkt - wurde nicht ausdrücklich in der Erklärung erwähnt.

Seltene Erden und leistungsstarke Magnete werden etwa in der Industrie sowie der Hightech- und Rüstungsbranche benötigt. Seltene Erden stecken in Bildschirmen von Smartphones oder Fernsehern, aber auch in den Antrieben für Elektromotoren, Halbleitern oder Turbinen.

China hat Exportkontrollen

China hatte im April 2025 Exportkontrollen verhängt. Die Maßnahme wurde als Vergeltungsmaßnahme für die Zoll-Politik von US-Präsident Donald Trump verstanden, die China besonders stark traf. Aber auch deutsche Unternehmen sind betroffen.

Offiziell begründet China das Vorgehen damit, dass diese Rohstoffe sogenannte Güter mit doppeltem Verwendungszweck seien - also sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können.

Insgesamt gibt es 17 Metalle, die wegen ihrer chemischen Zusammensetzung in der Gruppe der seltenen Erden zusammengefasst sind. Seltene Erden sind, anders als ihr Name vermuten lässt, nicht unbedingt selten. Die Herausforderung beim Abbau ist, diese in ausreichend hoher Konzentration zu finden und möglichst kostengünstig zu fördern.

China ist Spezialist bei der Förderung

In China kommen die Bodenschätze häufig vor. Das Land hat sich auf die Gewinnung spezialisiert und durch sein günstiges Angebot auf dem Weltmarkt nahezu ein Monopol aufgebaut. Daneben produzieren auch Brasilien, Indien oder Australien seltene Erden.

In der Europäischen Union gilt schon ein Gesetz zum Thema Rohstoffe. Es nennt sowohl kritische als auch strategische Rohstoffe, die für grüne und digitale Technologien sowie für die Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie essenziell sind. Die EU soll demnach spätestens 2030 nicht mehr als 65 Prozent ihres jährlichen Bedarfs an einem strategischen Rohstoff in jedem relevanten Verarbeitungsstadium aus einem einzigen Nicht-EU-Land beziehen.

Aus EU-Kreisen hieß es, die EU werde ihre Gesetzgebung vermutlich nicht überarbeiten müssen, da die G7-Einigung nur einen deutlich engeren Bereich als die Gesamtheit der kritischen Rohstoffe betreffe. Zudem: Die G7-Ziele seien nicht verbindlich.

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Roland Heller 19.06.26 12:27
Wenn wir nicht mehr von China kaufen, was sie uns sowieso nicht liefern wollen, haben wir 2 Möglichkeiten. Nichts mehr produzieren und verkaufen, was diese Rohstoffe benötigt. Oder deutlich teurer woanders kaufen oder selber suchen und abbauen. Die höheren Produktionskosten verbessern nicht unbedingt unsere Verkaufs- und Exportchancen auf dem Weltmarkt. Der Export schwächelt sowieso zur Zeit.
Die Exportbeschränkungen Chinas sind eine Folge der EU Zollpolitik.
Michel Maillet 18.06.26 14:20
@IK
Im obigen Artikel, direkt nach dem von Ihnen zitierten interessanten Satz, beantwortet der nächste Satz Ihre Frage.
Ingo Kerp 18.06.26 14:00
Im obigen Artikel ist ein äußerst interessanter Satz:...."Seltene Erden sind, anders als ihr Name vermuten lässt, nicht unbedingt selten".... Wenn dem so ist, warum hat man dann nicht schon längst damit begonnen danach im jeweils eigenen Land zu suchen und es abzubauen, um sich von der chinesischen Abhängigkeit zu lösen? Lag in Deutschland vielleicht daran, das ein seltener Käfer auf einer Seltenen-Erde-Lagerstätte seinen Ruheplatz hat und nicht gestört werden darf(?).

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