Umweltministerin vereinbart Zusammenarbeit mit Polen

Foto: epa/Lech Muszynski
Foto: epa/Lech Muszynski

FRANKFURT (ODER): Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat bei der Aufklärung des Fischsterbens in der Oder anfängliche Probleme bei der Zusammenarbeit mit Polen eingeräumt. Die Grünen-Politikerin strebt nun eine bessere Koordinierung an.

«Die Frage der deutsch-polnischen Zusammenarbeit hat an dieser Stelle ganz offensichtlich nicht funktioniert (...), sonst hätten wir früher Informationen erhalten, zumindest das Land Brandenburg oder auch die Anrainerkommunen», sagte Lemke am Samstagabend in Frankfurt (Oder). Dort hatten Helfer viele tote Fische vom Ufer eingesammelt.

«Tatsächlich wissen wir, dass diese Meldekette, die für solche Fälle vorgesehen ist, nicht funktioniert hat», hatte ein Sprecher des Umweltministeriums zuvor gesagt. Brandenburg hatte ebenfalls offen kritisiert, es sei von polnischen Behörden nicht informiert worden.

Lemke sagte, mit ihrer polnischen Amtskollegin Anna Moskwa habe sie bereits am Freitag in einem ersten Gespräch dazu vereinbart, dass es eine gemeinsame Expertenbewertung der Situation und einen Austausch der Analyseergebnisse geben solle. Sie kündigte weitere Gespräche mit Moskwa an. «Und wir werden auf dem deutsch-polnischen Umweltrat übernächste Woche die Thematik mit Sicherheit vertiefen.»

Lemke zeigte sich bewegt davon, was die amtlichen und ehrenamtlichen Helfern geleistet hätten und dankte ihnen. «Auch den Anglern muss man danken, die hier offensichtlich sehr schnell aufmerksam gemacht haben, nachdem sie die ersten toten Fische bemerkt haben.» Hier sei aufmerksam von Bürgern reagiert worden, auch ohne die Gründe für das Sterben zu kennen.

Das immer noch bestehende Unwissen über das Ausmaß der Katastrophe, die Länge sowie die Folgen für die Nahrungskette und die Natur, «das treibt mich massiv um», sagte Lemke. «Aber Vorkehrungen zum Schutz der Bevölkerung werden über die Messungen und dann über entsprechende Warnungen von der deutschen Seite vorgenommen.»

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