Erholung des Einzelhandels kann Monate dauern

Thailands Einzelhandel steht eine lange Durststrecke bevor. Im Bild eine Textilienhändlerin in Bangkok. Auch sie leidet unter der ausbleibenden Kundschaft. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Thailands Einzelhandel steht eine lange Durststrecke bevor. Im Bild eine Textilienhändlerin in Bangkok. Auch sie leidet unter der ausbleibenden Kundschaft. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Trotz der Lockerung der strengen Beschränkungen ist der Einzelhandel mit einem Umsatz von 3,6 Billionen Baht nach wie vor weit davon entfernt, sich vollständig zu erholen. Fast alle Wirtschaftssektoren haben Mühe, ihr Geschäft zurückzugewinnen. Eine vollständige Erholung kann Monate dauern.

Etwa 10 bis 30 Prozent der Geschäfte in den Einkaufszentren haben wieder angefangen, seit die Malls am 17. Mai wieder öffnen durften, nachdem sie am 22. März im Rahmen der staatlichen Bemühungen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus schließen mussten. Die Zahl der Kunden in jedem Geschäft ist niedriger als erhofft und hat sich gegenüber der vor der Krise beobachteten Zahl deutlich verringert, berichtet die „Bangkok Post“.

Die Mehrheit der Käufer ist nach wie vor besorgt über ihr Gesundheit und Sicherheit, obwohl die Einzelhändler sich bemüht haben, innovative und proaktive Maßnahmen zur Eindämmung der Ansteckung anzubieten. Noch schlimmer ist, dass die Kaufkraft der Verbraucher insgesamt aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs, der weit verbreiteten Dürre und der steigenden Arbeitslosigkeit des Landes relativ schwach ist.

Der National Economic and Social Development Council sagte kürzlich voraus, dass Thailand im zweiten und dritten Quartal aufgrund des Coronavirus-Ausbruchs und der Auswirkungen der Dürre bis zu 14,4 Millionen Arbeitsplätze verlieren wird. Von der Gesamtzahl sind schätzungsweise 8,4 Millionen Arbeitnehmer vom Arbeitsplatzverlust bedroht, davon 2,5 Millionen im Tourismussektor (ohne Einzel- und Großhandel), 1,5 Millionen im Industriesektor und 4,4 Millionen in anderen Teilen des Dienstleistungssektors.

Der Tourismussektor beschäftigt schätzungsweise 3,9 Millionen Menschen, während der durch den Handelskrieg zwischen China und den USA geschwächte Industriesektor etwa 5,9 Millionen Beschäftigte hat. Die Zahl der Mitarbeiter in anderen Teilen des Dienstleistungssektors, wie z.B. in Schulen oder an Orten mit großen Personengruppen wie Frischmärkte, Sportstadien und Einkaufszentren, wird auf 10,3 Millionen geschätzt.

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Gerhard 16.06.20 21:57
Viele Thais wuerden
gerne einkaufen, besonders nach 2-3 Monate Enthaltsamkeit, aber es ist kein Geld in der breiten Masse da. In Europa laufen nicht nur die Bezüge weiter, sondern viele bekommen sogar staatliche Geldgeschenke. Corona war in Deutschland Sonderurlaub mit eingeschränktem Freizeitangebot.
Guenni Scharf 16.06.20 16:07
14,4 oder 8,4 Mio. vom Arbeitsplatzverlust bedroht
Was sagt das National Economic and Social Development Council denn nun? Zuerst heißt es, "dass Thailand bis zu 14,4 Mio. Arbeitsplätze verlieren wird". Und dann: " Von der Gesamtzahl sind schätzungsweise 8,4 Millionen vom Arbeitsplatzverlust bedroht, ...". 6 Millionen sind schon ein gewaltiger Unterschied. Wer kann da nicht richtig rechnen - das National Council oder die Redaktion des FARANG?
Ingo Kerp 16.06.20 12:37
Es werden noch viele Tränen fließen, bis wieder ein Geschäftsverlauf zu verzeichnen ist, der ein befriedigendes Ergebnis erbringt. Das Geld ist knapp, die Vorsichtsmaßnahmen müssen weiterhin eingehalten werden und dann, ja, dann stellt man fest, das viele Dinge noch funktionieren, etliche Bekleidungsteile noch ok sind und das Auto oder ;otorrad noch etwas fahren kann, bevor sich zum Kauf und Geldausgeben entschließt. So werden die evtl. Einkäufe nach hinten geschoben.
Dieter Kowalski 16.06.20 09:52
Solange man bei Open Air Märkten bei 40 Grad Aussentemperatur wegen zu hoher Körpertemperatur (!) abgewiesen wird, wird sich daran auch nichts ändern. Bin selber am Samstag mit ca. 20 anderen Personen nach 10 Minuten warten wieder gegangen weil sinnlos.