BANGKOK: Die Fußballvereinigung Thailands (FAT) hat am Dienstag (21. Oktober 2025) offiziell die Trennung von Masatada Ishii, Cheftrainer der thailändischen Nationalmannschaft, bekanntgegeben. Nach eingehender Bewertung durch den Technikausschuss unter der Leitung von Dr. Charnvit Pholchivin, Piyapong Piew-on und Ekapol Phonnavy kam man zu dem Schluss, dass Ishiis sportliche Vorstellungen nicht mit der strategischen Ausrichtung des Verbandes übereinstimmen. Das Arbeitsverhältnis wurde am 21. Oktober 2025 im Hauptquartier der FAT beendet.
Masatada Ishii hatte das Amt im Dezember 2023 übernommen. In 30 Spielen erreichte er 16 Siege und damit eine Erfolgsquote von 53 Prozent – solide, aber ohne den erhofften Schritt nach vorn. Die Handschrift des Japaners war klar erkennbar: Disziplin, Ordnung, taktische Struktur. Doch fehlende Konstanz in der Offensive und wiederkehrende Abstimmungsprobleme in der Defensive ließen Zweifel an der Entwicklung aufkommen.
Gerade Letzteres ist ein grundsätzliches Problem des thailändischen Fußballs. Auf Vereinsebene sind die zentralen Defensivpositionen – vor allem in der Innenverteidigung – bei nahezu allen Topklubs mit ausländischen Spielern besetzt. Diese Praxis erschwert es jedem Nationaltrainer, ein stabiles, eingespieltes Abwehrzentrum aus einheimischen Akteuren zu formen. Für Ishii, der großen Wert auf defensive Organisation legte, war das ein entscheidender Hemmschuh.
Hinzu kam die gestiegene Erwartungshaltung nach Jahren intensiver Zusammenarbeit mit japanischen Trainern. Innerhalb von nur drei Monaten haben sich alle japanischen Nationaltrainer Thailands verabschiedet: Neben Ishii (Herren) auch Futoshi Ikeda (Frauen) und Takayuki Nishigaya (U23). Keiner von ihnen konnte einen Titel gewinnen – ein ernüchterndes Fazit nach einer Ära, die auf Disziplin und Methodik setzte, aber letztlich ohne den großen sportlichen Durchbruch blieb.
Der Verband bedankte sich bei Ishii und seinem Trainerteam für Engagement und Professionalität und kündigte an, zeitnah einen Nachfolger zu präsentieren, um die Vorbereitung auf die anstehenden Spiele im FIFA-Fenster im November sicherzustellen. Auf dem Programm stehen ein Testspiel gegen Singapur (13. November 2025) und das wichtige Asien-Cup-Qualifikationsspiel in Sri Lanka (18. November 2025).
Wer auch immer das Amt übernimmt, steht vor einer heiklen Aufgabe: ein Team zu formen, das international konkurrenzfähig ist, ohne auf die eingespielten Defensivakteure aus den Vereinen zurückgreifen zu können. Der nächste Nationaltrainer wird nicht nur sportliche, sondern auch strukturelle Hürden überwinden müssen.