Dutzende Tote nach Hurrikan «Ida»

​ - Biden besucht Katastrophengebiet

Satellitenaufnahme von historischen Überschwemmungen in New Jersey, USA. Foto: epa/Maxar Technologies Handout
Satellitenaufnahme von historischen Überschwemmungen in New Jersey, USA. Foto: epa/Maxar Technologies Handout

WASHINGTON/NEW YORK: Mehrere US-Bundesstaaten kämpfen mit den Folgen von Hurrikan «Ida». Präsident Biden reist nach New Orleans in den besonders hart getroffenen Süden. Der Nordosten ist nun auch Katastrophengebiet, im Westen wüten Brände. Biden sieht die Naturkatastrophen als Zeichen.

Nach dem verheerenden Hurrikan «Ida» hat US-Präsident Joe Biden das Katastrophengebiet im Süden der USA besucht. Biden machte sich am Freitag in New Orleans im Bundesstaat Louisiana ein Bild von den schweren Schäden. Den Betroffenen sicherte er die Hilfe der Bundesregierung zu. In Louisiana und dem benachbarten Bundesstaat Mississippi waren bei dem Hurrikan mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Die Vizesprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, sagte auf dem Flug nach New Orleans, weiterhin hätten 800.000 Haushalte in der Katastrophenregion keinen Strom.

«Ida» war am Sonntag als Hurrikan der Stärke vier (von fünf) südwestlich von New Orleans auf die Küste getroffen und hatte schwere Verwüstung angerichtet. Dann schwächte sich der Sturm über Land ab und zog nach Nordosten weiter. Dort kam es in der Metropole New York und in mehreren Bundesstaaten zu heftigen Regenfällen und katastrophalen Überschwemmungen. Im Nordosten starben mindestens 46 Menschen, darunter 23 in New Jersey, 16 in der Stadt New York und im Umland, 5 in Pennsylvania und je einer in Connecticut und Maryland. Zudem richteten nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes (NWS) mindestens acht Tornados Schäden an, vor allem in New Jersey.

Die Aufräumarbeiten nach den verheerenden Unwettern im Nordosten gingen unterdessen weiter. Auch in dieser Katastrophenregion hatten am Freitag weiterhin Zehntausende Menschen keinen Strom. Dort waren bei dem Unwetter am Mittwochabend innerhalb kürzester Zeit Straßen zu reißenden Flüssen geworden, Menschen wurden in ihren Autos von den todbringenden Wassermassen eingeschlossen.

«Es ist absolut herzzerreißend», sagte die Gouverneurin des Bundesstaats New York, Kathy Hochul. Sie sprach am Donnerstagabend bei CNN von einem «verheerenden Ereignis» und «unerwarteten sintflutartigen Regenfällen». Im New Yorker Central Park etwa gingen binnen einer Stunde 80 Millimeter Regen nieder - die erst Ende August erreichte historische Höchstmarke für New York von 49 Millimetern wurde damit regelrecht pulverisiert.

«Wir sind in einer Ära, in der historische Regenfälle die Normalität werden», sagte Hochul. «Das wird kein seltenes Ereignis mehr sein.» In der Stadt New York, im gleichnamigen Bundesstaat sowie in New Jersey wurde der Notstand ausgerufen.

Das Weiße Haus hatte Bidens Besuch im Katastrophengebiet in New Orleans am Mittwochnachmittag angekündigt - wenige Stunden vor den desaströsen Regenfällen im Nordosten. Biden sagte am Donnerstag, bei «Ida» habe es sich um den fünftstärksten Hurrikan in den USA seit Beginn der Aufzeichnungen gehandelt. In Kalifornien im Westen der USA wüten zudem weiterhin heftige Waldbrände.

«Hurrikan «Ida», die Waldbrände im Westen und die beispiellosen Überschwemmungen in New York und New Jersey in den vergangenen Tagen sind eine weitere Erinnerung daran, dass die Klimakrise da ist», schrieb Biden am Donnerstag auf Twitter. «Wir müssen besser vorbereitet sein.» Die Infrastruktur müsse den verschärften Bedingungen angepasst werden. Der US-Präsident rief den Kongress dazu auf, entsprechende Gesetze zu verabschieden. Biden hat den Kampf gegen den Klimawandel zu einem seiner wichtigsten Ziele erklärt.

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