PATTAYA: Der deutsche Botschafter in Thailand, S.E. Dr. Ernst Reichel, hat am 28. Mai 2025 das deutsche Honorarkonsulat in Pattaya offiziell besucht. Im Mittelpunkt seines Aufenthalts stand das 25-jährige Engagement von Rudolf Hofer, Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland sowie Generalhonorarkonsul der Republik Österreich in Pattaya. Begleitet von Gesprächen mit der Stadtverwaltung und einem Besuch im Begegnungszentrum, betonte der Botschafter die Bedeutung des Konsulats vor Ort und den engen Draht zur deutschen Community in Thailand.
„Ich möchte mir heute natürlich ein Bild machen, wie die Lage im Konsulat und in der Stadt ist, ob es eventuell Probleme gibt“, so Dr. Reichel zu Beginn seines Besuchs. „Das ist für uns von besonderer Bedeutung, da hier eine ganze Menge Deutsche leben – ständig oder zeitweise – und deren Anliegen gehen uns von der Botschaft natürlich an.“
Konsul Rudolf Hofer, der am 1. August 1999 als Gefangenenbetreuer für die deutsche und österreichische Botschaft begann, blickt in diesem Jahr auf ein doppeltes Jubiläum: 25 Jahre im Dienst und 20 Jahre als österreichischer Konsul in Pattaya. „Damals begann alles mit Freiwilligenarbeit“, so Hofer. Heute ist das Konsulat, untergebracht im Thai Garden Resort an der North Pattaya Road, gegenüber dem Einkaufszentrum Terminal 21, eine feste Anlaufstelle für deutschsprachige Residenten.

Anlaufstelle für Deutsche in Pattaya
Bei einem Rundgang durch die modernen Büros informierte sich Dr. Reichel persönlich über die tägliche Arbeit. „Das Honorarkonsulat ist die erste Anlaufstelle für deutsche Residenten, wenn sie Bescheinigungen benötigen oder eine staatliche Leistung brauchen – etwa Passangelegenheiten“, erklärte der Botschafter im Interview. Gleichzeitig verwies er auf die klare Aufgabenverteilung zwischen Botschaft und Konsulaten: „Die Zuständigkeiten zwischen Botschaft in Bangkok und den lokalen Honorarkonsulaten werden auf der Botschaftswebseite genau erklärt, und wir empfehlen jedem, sich immer erst zu informieren, bevor er uns aufsucht. Das spart Aufwand und beugt Missverständnissen vor.“

Austausch auf kommunaler Ebene
Im Anschluss empfing Pattayas Bürgermeister Poramet Ngampichet den Botschafter und Honorarkonsul im Rathaus der Stadt. In freundlicher Atmosphäre wurden Themen wie die Sicherheit deutscher Touristen, Visafragen sowie die Entwicklung der Infrastruktur besprochen.
„Ich möchte vom Bürgermeister erfahren, was ihn am meisten bewegt, wie er die Situation mit dem Tourismus und den hier lebenden Deutschen einschätzt“, so Reichel vor dem Treffen. Auch sei es ihm wichtig, „ein bisschen direkter zu erfahren, was die dringendsten Anliegen der hier lebenden Deutschen sind – aus thailändischer Perspektive vom Bürgermeister, aber auch durch Konsul Hofer.“
Die Zusammenarbeit zwischen der Botschaft in Bangkok und dem Konsulat in Pattaya bezeichnete er als „sehr intensiv und auf täglicher Basis – meist telefonisch oder über Dokumententransfers“.

Kulinarischer Empfang im Hilton Pattaya
Zum Mittagessen wurde die Delegation im Hilton Pattaya vom österreichischen General Manager Rudolf Tröstler empfangen. Bei einem exquisiten Menü bot sich die Gelegenheit zum informellen Austausch über die bilaterale Präsenz im Raum Pattaya.
Ein weiterer zentraler Programmpunkt war der Besuch des Begegnungszentrums Pattaya (BZ), einer in der deutschsprachigen Community fest verankerten Einrichtung, die soziale, kulturelle und seelsorgerische Angebote für Residenten und Langzeiturlauber bereithält. Botschafter Dr. Reichel wurde dort von Geschäftsführer Pastor Peter Hirsekorn herzlich empfangen und durch die Räumlichkeiten geführt. Neben dem beliebten Café besichtigte die Delegation auch die hauseigene Bibliothek mit mehreren tausend deutschsprachigen Büchern, die allen Besuchern kostenlos zur Verfügung stehen.

Gesprächsrunde im Begegnungszentrum
Im Anschluss nahm der Botschafter an einer Gesprächsrunde im klimatisierten Gottesdienstraum teil, bei der er sich den Fragen des Vorstandes stellte. Diskutiert wurden unter anderem Themen wie die soziale Absicherung älterer oder hilfsbedürftiger Deutscher, Schwierigkeiten mit Krankenversicherungen und Visaverlängerungen sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Vereinsarbeit in Thailand. Pastor Hirsekorn erläuterte die Herausforderungen, denen sich das Begegnungszentrum als eingetragener thailändischer Verein stellen muss – etwa bei der Mittelbeschaffung und behördlichen Anerkennung.
„Ich möchte nicht nur die offizielle Perspektive kennenlernen, sondern auch hören, was die Menschen vor Ort bewegt – direkt von jenen, die täglich mit ihren Sorgen, Fragen und Nöten zu tun haben“, betonte Reichel. Der Austausch verlief in offener und konstruktiver Atmosphäre und wurde von beiden Seiten als äußerst wertvoll gewertet.
Konsul Hofer ergänzte: „Früher kamen fast nur alleinreisende Männer nach Pattaya, heute reicht das Besucherspektrum von Familien bis zu Fachkräften im Eastern Economic Corridor. Die Stadt bietet inzwischen weit mehr als Entertainment.“

Wirtschaft und Soziales im Fokus
Botschafter Reichel, der vor seinem Einsatz in Thailand bereits als deutscher Botschafter in Griechenland, der Ukraine und dem Kosovo tätig war, sprach im weiteren Verlauf über seine Arbeitsschwerpunkte. „Der größte Teil meiner Tätigkeit hat mit Wirtschaft zu tun. Aus Sicht der thailändischen Regierung stehen ausländische Direktinvestitionen im Vordergrund – entsprechend groß ist der Austausch mit Unternehmen im Eastern Economic Corridor, insbesondere in den Provinzen Chachoengsao, Chonburi und Rayong“, erklärte Reichel.
Auch politische und diplomatische Themen stehen auf seiner Agenda: „Die Politik hier in Thailand und die Außenpolitik ist nochmal ein wichtiges Thema, um das ich mich verstärkt auch selbst kümmere“, so der Botschafter. Der Austausch mit der thailändischen Regierung sei eng und vielfältig.
Darüber hinaus ging Reichel auf soziale Themen ein. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Deutschen Hilfsverein (DHV) mit Sitz in Bangkok, der viele Jahre lang eine zentrale Rolle in der Unterstützung hilfsbedürftiger Deutscher in Thailand gespielt hat. Nach der kürzlich erfolgten Auflösung des Vereins laufen derzeit Bestrebungen, ihn in neuer Form wiederzubeleben.

„Der aktuelle Stand ist, dass sich der Deutsche Hilfsverein neu konstituieren wird – mit neuer Führung und in einer veränderten Rechtsform, die effizienter und kostensparender arbeiten kann“, so Reichel. Die Botschaft stehe dem Verein auch weiterhin eng zur Seite: „Wir von der Botschaft unterstützen diese wichtige Arbeit mit allen Kräften und schätzen das Engagement sehr.“
Der DHV soll laut Reichel auch in Zukunft eine tragende Rolle in der Versorgung und Unterstützung von Deutschen in Notlagen übernehmen – etwa bei Erkrankung, Altersarmut oder fehlender familiärer Anbindung im Ausland.
Botschaft an die deutsche Community
Zum Abschluss richtete Dr. Reichel einen Appell an alle deutschsprachigen Residenten in Thailand: „Thailand ist ein wunderbares Land mit freundlichen Menschen. Aber man darf nie vergessen, dass man als Gast hier lebt. Es ist wichtig, die thailändischen Gesetze sowie die Sitten und Gebräuche zu respektieren.“