Reiche wirbt um faire Märkte

​Deutsche Firmen drängen China zu mehr Wettbewerb

Katherina Reiche vor der Kabinettssitzung der Bundesregierung in Berlin. Foto: epa/Filip Singer
Katherina Reiche vor der Kabinettssitzung der Bundesregierung in Berlin. Foto: epa/Filip Singer

PEKING: Deutsche Unternehmen in China stehen unter Druck. Hoffnung liegt deshalb auf den Gesprächen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in Peking. Was deutsche Firmen fordern.

Vor dem China-Besuch von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fordern deutsche Firmen, die chinesische Regierung zur Einhaltung ihrer Zusagen zu bewegen. Die Ministerin müsse in ihren Gesprächen die konkrete Umsetzung eines nachhaltigen Geschäftsumfelds klar ansprechen, sagte der Chef der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in Nordchina, Oliver Oehms, laut Mitteilung.

Hintergrund ist der Wettbewerb in China. «Der extreme Preisdruck setzt deutschen Unternehmen in China zu», sagte Oehms. Die angekündigten Maßnahmen Pekings für ausgewogenere Märkte blieben jedoch eher Rhetorik, erklärte er weiter. Einer Umfrage zufolge sagten 39 Prozent, die Bundesregierung müsse sich den chinesischen Behörden gegenüber für fairen Wettbewerb und gesunde Preisniveaus einsetzen.

Die Umfrage im April hatten 216 der mehr als 1.800 Mitglieder der Interessenvertretung deutscher Firmen in China beantwortet. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) verlangte darin auch Unterstützung, um Partnerschaften zwischen deutschen und chinesischen Firmen zu schaffen. «Wir hoffen, dass der Besuch dazu beiträgt, die vor Ort gewonnenen Einblicke gezielt in die politische Diskussion in Berlin einzubringen und den bilateralen Austausch weiterzuentwickeln», sagte Oehms.

Was Reiche in China erwartet

Reiche wird am Mittwoch in der Hauptstadt Peking und am Donnerstag in der südchinesischen Industriemetropole Guangzhou erwartet. Neben den seit Jahren von deutschen Firmen monierten Wettbewerbsnachteilen könnten Pekings Exportkontrollen auf Rohstoffe wie seltene Erden ein wichtiges Thema sein. Die Beschränkungen sorgen mehr als ein Jahr nach ihrer Einführung weiter für Verunsicherung in der deutschen Industrie, weil die Metalle dort für viele Produkte benötigt werden.

Gemessen an der Summe von Exporten und Importen löste China laut dem Statistischen Bundesamt 2025 die USA als wichtigsten Handelspartner Deutschlands ab. Das Verhältnis ist jedoch unausgeglichen, weil Deutschland viel mehr aus der Volksrepublik importiert als es dorthin exportiert.

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