FRANKFURT: Nach dem kräftigen Rückschlag in den vergangenen zwei Handelstagen hat der Dax am Donnerstag einen Erholungskurs eingeschlagen. Der deutsche Leitindex stieg kurz nach dem Börsenstart um 0,6 Prozent auf 25.055 Punkte. Noch am Montag hatte er mit 25.900 Punkten einen weiteren Rekord erreicht, zur Wochenmitte aber bereits wieder mehr als 1.000 Punkte eingebüßt. Der MDax, der Index der mittelgroßen Werte, erholte sich am Donnerstag mit plus 1,4 Prozent auf 31.965 Zähler.
Neben Verlusten aufgrund einer spürbar eingetrübten Stimmung für KI-Werte, die sich besonders in Asien bemerkbar machte, belastete am Vortag die erneute Eskalation im Nahen Osten. Sie schürt einmal mehr Sorgen vor steigenden Ölpreisen und damit vor Inflationsdruck und einer Belastung der Konjunktur.
«Monatelang entwickelte sich der Irankonflikt in eine Richtung, die auf ein diplomatisches Endspiel hindeutete. Die Ereignisse der letzten Tage gehen allerdings in die falsche Richtung», kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank die jüngsten Entwicklungen. «Das geopolitische Risiko hat spürbar zugenommen.»
Ölpreise seit Montag um gut zehn Prozent gestiegen
Die Signale bleiben zwiespältig, wie bereits vor der von US-Präsident Donald Trump erklärten Beendigung der Waffenruhe. Einerseits gab es erneute gegenseitige Angriffe, andererseits wolle der Iran laut Trump aber weiter ein Rahmenabkommen mit den USA. Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen würden nicht beginnen, solange Drohungen anhielten.
Fakt ist: Die Ölpreise sind seit Montag um gut zehn Prozent gestiegen - und mit ihnen die Sorgen vor dadurch bedingtem Preisauftrieb und einer Zinsreaktion der Notenbanken.
In Asien stabilisierten sich unterdessen die Aktienmärkte. Dem südkoreanische Kospi, der besonders stark unter dem vorläufigen Ende der KI-Rally gelitten hatte und nun zurück ist auf Mai-Niveau, gelang am Ende des Handelstages der Dreh ins Plus.