Konjunkturdaten treiben US-Börse an

​Tech-Indizes auf Rekordhoch

Konjunkturdaten treiben US-Börse an

NEW YORK: Gute Konjunkturdaten haben der Wall Street am Montag einen erfolgreichen Wochen- und Monatsstart beschert. Die Technologie-Indizes Nasdaq Composite und Nasdaq 100 erreichten in dem weiter freundlichen Umfeld im Handelsverlauf Rekordhochs. In den USA hatte sich die Stimmung in der Industrie im Juli überraschend deutlich aufgehellt. Bereits zuvor hatten hoffnungsfroh stimmende Nachrichten aus Asien für gute Laune gesorgt: Chinas Industrie bleibt nach der Corona-Krise auf Erholungskurs.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial rückte um 0,89 Prozent auf 26.664,40 Punkte vor. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,72 Prozent auf 3294,61 Zähler aufwärts. Der Nasdaq 100 zog um 1,37 Prozent auf 11.055,08 Punkte an.

Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets verwies als zusätzlichen Antrieb auf die laufende Berichtssaison zum zweiten Quartal. Fast zwei Drittel der US-Unternehmen hätten ihre Zahlen vorgelegt, wobei 84 Prozent über den Erwartungen gelegen hätten.

Mit Blick auf die Einzelwerte standen unter anderem die Aktien von Microsoft im Anlegerfokus. Die Papiere des Softwarekonzerns zogen an der Dow-Spitze um 5,6 Prozent an, nachdem sie im Handelsverlauf einen historischen Höchststand erreicht hatten. Microsoft bringt sich nach massivem politischen Druck aus dem Weißen Haus in Stellung, das US-Geschäft der populären Video-App Tiktok zu übernehmen. Der Softwareriese will bis Mitte September einen Deal mit dem privaten chinesischen Tiktok-Eigentümer Bytedance aushandeln. Microsoft bestätigte die Gespräche erstmals, nachdem Präsident Donald Trump mit einem Verbot der Plattform unter Verweis auf die Datensicherheit gedroht hatte.

Unter den weiteren Favoriten im Dow setzten die Anteilscheine von Apple ihre jüngste Rekordjagd fort und stiegen um 2,5 Prozent. Der iPhone-Hersteller ist inzwischen das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt und hat den bisherigen Spitzenreiter, den staatlichen saudischen Ölkonzern Saudi Aramco, vom Thron gestoßen. Dessen Aktienkurs leidet unter den niedrigen Ölpreisen, während Apple als einer der Profiteure der Pandemie gilt.

Den mit sehr großem Abstand ersten Platz im S&P 500 nahmen die Papiere von Varian Medical Systems ein, die um rund 22 Prozent auf 174,17 Dollar in die Höhe schnellten. Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers will sein Geschäft in den USA mit einer milliardenschweren Übernahme ausbauen. Dazu soll das auf die Krebsversorgung spezialisierte Unternehmen gekauft werden. Die Varian-Aktionäre sollen 177,50 Dollar je Aktie erhalten.

Die hohe Nachfrage der US-Amerikaner nach Pistolen, Gewehren und Munition gab den großen Waffenschmieden kräftig Kursauftrieb. Das FBI meldete für Juli einen im Jahresvergleich fast achtzigprozentigen Anstieg der «NICS Background Checks» genannten Überprüfungen, die vor Waffenkäufen gemacht werden. Der US-Waffen-Boom hält während Corona-Krise und Anti-Rassismus-Protesten schon länger an, im Vormonat hatten die Background Checks sogar einen Rekordwert erreicht. Die Anteilscheine von Smith & Wesson zogen um knapp acht Prozent an, die der Rivalen Vista Outdoor und Sturm Ruger um gut sechs beziehungsweise rund vier Prozent.

Der Euro stand nach dem jüngsten Höhenflug etwas unter Druck und kostete zuletzt 1,1766 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1726 (Freitag: 1,1848) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8528 (0,8440) Euro. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen fielen angesichts der Gewinne an der Wall Street um 7/32 Punkte auf 100 22/32 Punkte und rentierten mit 0,551 Prozent.

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