Davis-Cup-Team erreicht Gruppenphase

​Struff und Doppel erfolgreich

Fabian Marozsan, Mate Valkusz (Ungarn) gegen Kevin Krawietz, Tim Puetz (Deutschland). Tim Puetz (l) und Kevin Krawietz in Aktion. Foto: Marton Monus/dpa
Fabian Marozsan, Mate Valkusz (Ungarn) gegen Kevin Krawietz, Tim Puetz (Deutschland). Tim Puetz (l) und Kevin Krawietz in Aktion. Foto: Marton Monus/dpa

TATABÁNYA: Auch ohne Alexander Zverev lösen die deutschen Tennis-Herren die Auswärtsaufgabe im Davis Cup in Ungarn. Ein Zitterspiel bleibt aus.

Geduldig erfüllte Jan-Lennard Struff sämtliche Autogramm- und Fotowünsche auch der ungarischen Tennis-Fans. Die Anspannung war der Erleichterung und Freude gewichen: Die deutschen Tennis-Herren qualifizierten sich auch ohne Weltklassespieler Alexander Zverev am Ende ohne Zittern für die Gruppenphase des Davis Cups und wahrten die Chance auf den ersten Titel seit 1993.

Dank des erfolgreichen Doppels Tim Pütz und Kevin Krawietz sowie des Sieges von Struff am Samstag in Tatabánya stand das Weiterkommen beim Qualifikationsspiel in Ungarn vorzeitig fest. Als Struff mit dem ungefährdeten 6:3, 6:2 gegen den ungarischen Ersatzspieler Mate Valkusz und dem Punkt zum 3:1 alles klarmachte, stand der Tross des Deutschen Tennis Bundes geschlossen von den Sitzen auf. Arm in Arm stellte sich das Team wenig später zum Siegerfoto auf.

«Wir freuen uns unglaublich wieder in der Gruppenphase zu sein», bilanzierte Teamchef Michael Kohlmann: «Wir sind unglaublich erleichtert, ich vor allen Dingen. Weil ich im Vorfeld der Partie immer wieder vernommen habe, dass wir haushoher Favorit sind und nach der Absage von Sascha fand ich, dass das eine Partie auf Augenhöhe war.» Weil Krawietz das bedeutungslose abschließende Einzel verlor, ging die Qualifikationsrunde am Ende mit 3:2 an das deutsche Team.

Vor einem Jahr hatte eine Auftaktniederlage in Trier gegen die Schweiz - mit Zverev - alle Hoffnungen auf eine erfolgreiche Davis-Cup-Saison schnell zunichtegemacht. Diesmal bewies das Team, dass es ohne den erkrankten Australian-Open-Halbfinalisten Zverev, genannt Sascha, stark genug für das erste Etappenziel sein kann.

Vom 10. bis 15. September spielt die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes in den Gruppenpartien nun um das Erreichen der Finalwoche. Allerdings soll es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur anders als 2022, als Hamburg Austragungsort war, in diesem Jahr keine Spiele in Deutschland geben.

Die Auswärtsaufgabe in Ungarn vor 6500 Zuschauern in der ausverkauften Halle hatte das deutsche Team als äußerst unangenehm eingestuft. Der Vorteil, in Zverev einen Top-Ten-Spieler in den eigenen Reihen zu haben, hatte sich mit dessen Absage am Mittwoch erledigt. Am Ende war es ein Erfolg des Teams: Struff, Krawietz/Pütz und der am Freitag siegreiche Dominik Koepfer punkteten.

Enorm bedeutend war wieder einmal das Doppel, das sich als Stärke des deutschen Teams bestätigte. Krawietz und Pütz wurden darin mit dem 6:3, 7:6 (7:3) gegen Fabian Marozsan und Valkusz ihrer Favoritenrolle gerecht. Hellwach glänzte das Duo zu Beginn und trotzte im ausgeglichenen zweiten Satz Druck und Stimmung, als sie zweimal gegen den Satzverlust aufschlugen. Im Tiebreak blieben sie nervenstark.

«Heute hatten wir glücklicherweise wieder unser Doppel, die uns schon so häufig getragen haben und mit einem unfassbaren ersten Satz für gewisse Ruhe in der Halle gesorgt haben. Dieser Sieg hat Struff Rückenwind gegeben», kommentierte Kohlmann.

Struff hatte den Beginn des Doppels noch aus der ersten Reihe hinter der Bande angeschaut, ehe er sich für seine Vorbereitung zurückzog. Die Ungarn schickten dann nicht ihren angeschlagenen Spitzenspieler Marozsan (Weltranglisten-57.), vor dem die Deutschen gehörigen Respekt geäußert hatten, sondern Valkusz auf den Platz.

Die Ausgangslage veränderte sich schlagartig: Valkusz (213.) gehörte noch nie zu den Top 200 der Welt, Struff ist die Nummer 24. Auch das drückte die klare Favoritenrolle des Sauerländers aus. Und der 33-Jährige ließ keine Zweifel an seinem Erfolg aufkommen. Er sei«absolut glücklich», meinte Struff im Anschluss. Dass er sein Einzel am Freitag verloren hatte, spielte am Ende keine Rolle mehr.

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