Daimler Truck trotz Ukraine-Kriegs zuversichtlicher als bisher

Börsengang von Daimler Trucks an der Frankfurter Wertpapierbörse. Foto: epa/Constantin Zinn
Börsengang von Daimler Trucks an der Frankfurter Wertpapierbörse. Foto: epa/Constantin Zinn

LEINFELDEN-ECHTERDINGEN: Die frühere Lkw-Sparte von Daimler erhöht die Preise. Bei den knappen Halbleitern erwarten die Schwaben eine Verbesserung. Für den Ausstieg aus dem Russlandgeschäft fallen jedoch Kosten in Millionenhöhe an.

Nach einem guten Jahresauftakt hat der Lastwagenhersteller Daimler Truck seine Erwartungen für 2022 nach oben geschraubt. Ungeachtet des Ukraine-Kriegs und Lieferschwierigkeiten werde nun ein Umsatz von bis zu 50 Milliarden Euro erwartet, 2,5 Milliarden Euro mehr als bisher, sagte Finanzchef Jochen Goetz am Dienstag bei einer Online-Konferenz.

«Unsere positiven Ergebnisse im ersten Quartal zeigen, dass wir auch bei schwankenden Rahmenbedingungen in der Lage sind, Kurs zu halten», sagte Goetz. Die Nachfrage sei weiter stark. Wegen steigender Kosten für Energie und Rohmaterialien erhöhe der Hersteller seine Preise. Daimler Truck ist mit rund 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus eigener Sicht der weltweit größte Hersteller von Lastwagen und Bussen.

Bei den knappen Halbleitern sieht der Lkw-Bauer inzwischen Licht am Ende des Tunnels: «Es wird besser», sagte Goetz. Der Engpass betrifft die gesamte Branche und hatte im vergangenen Jahr bei Daimler Truck auch eine Produktion auf Halde ausgelöst, da Bauteile fehlten.

Der Jahresauftakt verlief überraschend gut. Der Dax-Konzern setzte von Januar bis Ende März rund 10,6 Milliarden Euro um, das war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 17 Prozent. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern sowie bereinigt um Sondereffekte stieg um elf Prozent auf 651 Millionen Euro. Daimler-Truck-Aktien legten an der Börse zum Handelsstart zu.

Unter dem Strich fiel der Gewinn von Januar bis März mit 257 Millionen Euro deutlich schmaler aus als vor einem Jahr mit 1,43 Milliarden Euro. Damals hatte sich der Hersteller einen hohen Sonderertrag gutgeschrieben. Zudem fielen in diesem Jahr Kosten von 170 Millionen Euro für den Rückzug aus dem Russlandgeschäft an. Der restliche Aufwand bis zu den zuvor angekündigten 200 Millionen Euro werde später gebucht.

Daimler Truck hatte in Russland lange mit dem russischen Hersteller Kamaz kooperiert. Was mit einer Beteiligung von 15 Prozent an Kamaz passiere, sei noch offen. «Wir prüfen alle Optionen», sagte Goetz.

Im Dezember hatte der damalige Daimler-Konzern, der nun unter Mercedes-Benz firmiert, das Geschäft mit Lkw und Bussen abgespalten und die Anteile an Daimler Truck zum großen Teil an die eigenen Aktionäre verteilt

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