Chinesische Reiseleiter „klauen“ Thais die Jobs

Foto: epa/Narong Sangnak
Foto: epa/Narong Sangnak

BANGKOK: Der thailändische Berufsverband der Touristenführer fordert die Regierung auf, chinesische Fremdenführer daran zu hindern, thailändischen Reiseleitern die Arbeitsplätze zu „stehlen“.

Paisal Suethanuwong, ein Vorstandsmitglied des Verbandes, sagte am Samstag, dass Beschwerden einzelner Mitglieder über die steigende Zahl chinesischer Reiseleiter, die illegal in Thailand arbeiten, auf taube Ohren gestoßen seien.

Chinesische Touristen kehren seit Januar in großer Zahl nach Thailand zurück, aber die meisten der Reiseführer, die davon profitieren, sind Ausländer, die illegal in Thailand arbeiten, sagte er.

Reiseveranstalter – meist in chinesischem Besitz – behaupten, sie müssten Ausländer einstellen, weil es in Thailand an chinesischsprachigen Reiseleitern fehle, aber lizenzierte chinesischsprachige Mitglieder des Verbandes seien immer noch auf der Suche nach Arbeit, sagte er.

Sie haben sich bei einer Reihe von staatlichen Behörden beschwert und sie gebeten, etwas gegen illegale Reiseleiter zu unternehmen, die ihnen die Arbeitsplätze „stehlen“, aber es wurde nichts unternommen, so Khun Paisal.

Bei einem Treffen am Samstag (18. März 2023) beschlossen die Verbandsmitglieder, eine Beschwerde an Premierminister Prayut Chan-o-cha, das Ministerium für Tourismus und Sport und das Arbeitsministerium zu richten. In der Beschwerde werden sie aufgefordert, zusammenzuarbeiten, um die Arbeit illegaler Reiseleiter in Thailand zu unterbinden, informierte Khun Paisal.

„Graue chinesische Unternehmen“ begannen laut Khun Paisal im Oktober letzten Jahres mit dem Import von nicht lizenzierten Reiseleitern, nachdem Thailand wieder vollständig für ausländische Touristen geöffnet wurde.

Die lizenzierten Reiseleiter hatten während der Covid-19-Pandemie, als es fast keine chinesischen Touristen gab, sehr zu leiden, und viele mussten sich andere Jobs suchen, um zu überleben, fügte Khun Paisal hinzu.

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Norbert Schettler 21.03.23 13:10
Peter Joe
Genau deswegen sind wir ja hier, um glücklich zu sein! Aber für hiesige Schüler und deren Lehrer sollte mal erst Wissen und auch andere Sprachen im Vordergrund stehen. Dann werden sich Artikel wie der obige von selbst erledigen. Allerdings muss ich sagen, es wird langsam, zumindest hier im Isaan geht es voran. Nur, für den Job als Fremdenführer reicht das noch lange nicht.
michael von wob 21.03.23 13:10
@ Peter Joe
Es ist nicht nötig daß sie bei jedem Thema ihren rechtspopulistischen Müll einstreuen. Es geht um Bildung und wo Thailand lt. "pisa" steht ist allgemein bekannt.
Peter Joe 21.03.23 12:50
Thai Schulen
Im Europa werden die Schueler zu Amerikaner erzogen, michael von wob das ist meine Feststellung. In Thailand lernt man gluecklich zu werden.
michael von wob 21.03.23 11:00
Auf den Nenner gebracht :
Das Schulsystem und die Lehrer taugen nix. Hinzu kommt noch daß niemand sitzenbleibt und nieman traut sich das gelernte zu sprechen. Wegen Gesichtsverlust ! ! !
Dieter Kowalski 21.03.23 10:30
@ Günter Jack
Ich denke das Hauptproblem mit den schlechten Sprachkenntnissen hier, ist die mangelnde Bereitschaft, eine andere Sprache lernen zu wollen. In meinem familiären Umfeld haben und hatten alle Teenager und jungen Leute Englisch-Unterricht. Trotzdem kann keiner einen sinnvollen Satz bilden. Ist für die einfach uncool und auch gegen ihren ausgeprägten Nationalstolz.
Natürlich sind auch die meisten thailändischen Lehrer komplett überfordert, den Kindern eine Fremdsprache beizubringen, die sie selber gar nicht, oder nur rudimentär beherrschen!
Habe ich auch selber bei meinen Kindern, in einer privaten Schule erlebt. Die Englischlehrerin konnte sich mit mir nicht verständigen. Ihre Englischkenntnisse waren ein Witz.
Und vor ein paar Jahren hat man viele der Native-Speaker aus dem Land geworfen - eine ganz schlechte Idee.
Günter Jack 20.03.23 14:00
Vollkommen richtig, Herr Sigrist!
Ich bin seit fast 40 Jahren regelmäßig nach Thailand gekommen. Inzwischen lebe ich hier als Rentner. In all dieser Zeit wurden immer wieder Pläne geschmiedet und Programme aufgelegt, um dem Problem der mangelnden Sprachkenntnisse der Thais Abhilfe zu schaffen. Geändert hat sich letztendlich so gut wie nichts. Es fehlt am Interesse der Schüler, denn Fremdsprachen lernen ist auch mit Fleiß verbunden. Vor allem aber fehlt es an qualifizierten Lehrern und das liegt eindeutig am Schulsystem.
Beat Sigrist 19.03.23 15:40
Dies ist ein hausgemachtes Problem
von der Tourismusindustrie und Politik in Thailand. Die setzen leider auf sehr exotische Besucher wie aus China oder Russland, Indien, Ukraine usw. der Service wird aber in thailändischer Sprache angeboten. Man hat es verpasst in den 2 Jahren Corona den thailändischen Fremdenführer neue Sprachen beizubringen. Es geht aber nicht nur um die Sprache, sondern auch das Verhalten und Denken von exotischen Feriengästen zu verstehen ist ebenso wichtig wie die Sprache zu verstehen. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen mal in Singapur oder den Philippinen umsehen. Dort sprechen alle Kinder ab 12 Jahren fliessend Englisch und in Thailand, grosses Fragezeichen. Etwas weniger singen, tanzen und andere lustigen Fächer sollten endlich Fremdsprachen zu Oberst auf dem Stundenplan stehen hier in TH. Ein Tipp, welcher leicht umzusetzen wäre, dass man bereits im Kindergarten den Kids die englische Sprache beibringt.
Peter Joe 19.03.23 14:40
Wie in Paris und Budapest
In Europa meckern die Einheimischen in Venedig, Paris, Budapest, London und Asterdam wegen den Chinesen, die kommen mit eigenen Tour Guides. Das ist nichts neues, es war immer so seit wir den massenabfertigungs Tourismus haben.
Holger.J 19.03.23 13:10
So isses eben
Wenn in Deutschland jemand jammert, das Ihm ein Ausländer die Arbeit wegnimmt, gibt es als Antwort oft. "Dann bist Du wohl Schei.."