Chinesen beflügeln Immobilienmarkt

Bangkoker Skyline. Foto: epa/Diego Azubel
Bangkoker Skyline. Foto: epa/Diego Azubel

BANGKOK: Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen in Bangkok durch chinesische Käufer ist weiter ungebrochen. Besonders Projekte im Umfeld von Bildungseinrichtungen und medizinischen Zentren sorgen für eine regelrechte Käuferwelle aus der Volksrepublik, berichten Immobilienmakler.

Thitiwat Teerakulthanyaroj folgend, Leiter der Abteilung für Wirtschaftsentwicklung von Century 21 Thailand, seien derzeit Bildung und künstliche Befruchtung die Triebfedern, die vorwiegend Chinesen dazu veranlassen, in Wohneigentum in der thailändischen Hauptstadt zu investieren. So schi­cken immer mehr Eltern aus der chinesischen Mittelschicht ihren Nachwuchs zum Studieren nach Bangkok statt Europa. Die geringe Entfernung, einfachere Visa-Administration und niedrigeren Immatrikulationsgebühren zählen zu den Hauptgründen. Dass die Zahl chinesischer Studentinnen und Studenten in Thailand in den letzten Jahren stark zugenommen hat, ist auch mehreren Partnerschaftsabkommen zwischen thailändischen und chinesischen Bildungseinrichtungen zu verdanken. Nach Angaben der „South China Morning Post“ und des universitären Zulassungsanbieters „Admission Premium“ soll sich die Zahl chinesischer Studenten innerhalb von 10 Jahren von 10.000 auf derzeit rund 20.000 verdoppelt haben. Der Großteil stamme aus den südlichen Provinzen der Volksrepublik, unter anderem aus Guangxi, Guangdong und Yunnan.

Neben Bildung ist vor allem In-vitro-Fertilisation (IVF) ein Trend, der der derzeit den Immobilienmarkt in Bangkok beflügelt. Da die Künstliche Befruchtung oder assistierte Reproduktion bei der Herbeiführung einer Schwangerschaft ohne Geschlechtsverkehr in Thailand deutlich günstiger ist als in den USA, Singapur, Malaysia oder sogar Indien, entscheiden sich immer mehr Paare für die Durchführung in Bangkok. Zudem sei die Erfolgsquote hierzulande vergleichsweise hoch. Über 100 Millionen chinesische Paare, so Umfragen, wünschen sich ein zweites Kind. Da sie während der Behandlung im Schnitt 500.000 Baht pro Monat ausgeben, investieren immer mehr chinesische Geschäftsleute in Condos nahe der medizinischen Zentren, um die Wohnungen an ihre Landsleute zu vermieten, erklärt Thitiwat.

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