China schockt mit neuen Virusfällen 

​«Transparenz sieht anders aus»

Foto: epa/Wang Haibin
Foto: epa/Wang Haibin

PEKING (dpa) - China räumt ein, dass die Coronavirus-Epidemie doch größer ist. In der Provinz werden Funktionäre gefeuert. Aber Kritiker sehen im System das eigentliche Problem.

Erst einmal herrscht Schock und Verwirrung. Selbst die nationale Gesundheitskommission in Peking setzt die allmorgendliche Bekanntgabe der landesweiten Virusinfektionen und Todesfälle aus - und muss erstmal stundenlang beraten. Was war passiert? Über Nacht hatte die schwer vom Coronavirus betroffene Provinz Hubei eingeräumt, dass es doch viel mehr Infizierte gibt. Überraschend werden 15 000 Virusfälle mehr gemeldet, obwohl der Anstieg in den Tagen zuvor meist bei 2000 gelegen hatte. Allein in der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina kamen innerhalb eines Tages 4823 Infektionen hinzu, wie das Staatsfernsehen unter Hinweis auf die Gesundheitskommission der Provinz berichtete. Damit steigt die Zahl landesweit auf fast 65 000. Wieder starben allein in Hubei 116 Patienten an der Krankheit. Damit sind landesweit fast 1500 Tote zu beklagen. 

Von einer Stabilisierung, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch am Vortag ausgemacht haben wollte, ist plötzlich keine Rede mehr. Der dramatische Anstieg erklärt sich aus einer neuen Methode, wie Virus-Fälle gezählt werden. Bisher war ein DNA-Test auf das Virus Sars-CoV-2 für eine offizielle Bestätigung nötig. Nun reicht dafür auch eine klinische Diagnose auf die Lungenkrankheit Covid-19 aus. Damit ist gemeint, dass ein Arzt eine Infektion auch anhand der Symptome, einer Computertomographie und der epidemiologischen Vorgeschichte eines Patienten bestätigen kann.

Der Grund: Der DNA-Test auf das Virus schlage «nur bei 30 bis 50 Prozent» der Infizierten an, erklärt Tong Zhaohui von der Expertengruppe im Kampf gegen die Lungenkrankheit dem Staatsfernsehen. Deswegen sei es notwendig, auch auf die klinische Diagnose zu setzen. So waren zuvor immer wieder Patienten negativ getestet worden, obwohl sie mit dem Virus angesteckt waren.

Damit dürfte die Statistik zwar näher an die Realität rücken. Doch gab es bisher schon wenig Vertrauen in die chinesischen Informationen über den Ausbruch, leidet Chinas Glaubwürdigkeit durch das Hin und Her in der Berichterstattung nun einmal mehr. «Transparenz sieht anders aus», sagt ein Diplomat. Der plötzliche Anstieg schreckt das Land auch ausgerechnet zu einem Zeitpunkt auf, an dem die chinesische Führung eigentlich langsam zur Normalität zurückkehren wollte.

Da das Riesenreich seit drei Wochen halb lahmgelegt ist, fürchtet die Regierung zunehmend um Schaden für die Wirtschaft. Einige lokale Maßnahmen, das Virus einzudämmen, gehen den Verantwortlichen in Peking zu weit - obwohl der Höhepunkt der Infektionen noch nicht einmal erreicht ist. Anfang der Woche sollten die wegen des Virus verlängerten Ferien zum chinesischen Neujahrsfest eigentlich enden, aber Büros und Fabriken zögern, den Betrieb wieder aufzunehmen.

Ohnehin leidet China unter dem Handelskrieg mit den USA und dem langsamsten Wachstum seit fast drei Jahrzehnten, aber das Coronavirus wird die zweitgrößte Volkswirtschaft zweifellos noch weiter runterziehen. So mahnte Chinas Premier Li Keqiang zu einer Wiederaufnahme der Produktion, «um die normale wirtschaftliche und soziale Ordnung aufrechtzuerhalten». Aber es ist eine risikoreiche Balance zwischen Wirtschaftswachstum und Eindämmung der Epidemie.

Politisch wird in Hubei und der Provinzhauptstadt Wuhan gerade aufgeräumt. Die Parteichefs der Provinz und der Metropole Wuhan wurden gefeuert - so wie vorher schon die Verantwortlichen der Gesundheitsbehörden. Die chinesische Führung ist unzufrieden mit der langsamen Reaktion der lokalen Behörden, die dazu beigetragen hat, dass die Epidemie in China und auch weltweit ein derart großes Ausmaß annehmen konnte.

Im Volk gibt es Klagen über Vertuschung, mangelnde Hilfe und unfähige Funktionäre. Stimmen werden lauter, die die Unzulänglichkeiten im politischen System sehen. Der Tod des Arztes Li Wenliang, der früh vor dem Ausbruch gewarnt hatte, aber mundtot gemacht worden war, steht für viele symbolisch für die fatale Repression. Li Wenliang war selbst an dem Virus erkrankt und daran gestorben.

«Weil die Meinungsfreiheit und die Wahrheit von den Behörden unterdrückt wurde, kann das Virus sein Unwesen treiben», heißt es in einer Petition von bekannten Akademikern an den Volkskongress. Das Volk zu unterdrücken sei den Behörden wichtiger, als eine Epidemie zu verhindern.

«Chinesen sollten nicht mehr wegen ihrer Meinung durch eine staatliche Maschinerie oder politische Organisation bedroht werden», heißt es in dem Appell. «Die Rechte der Bürger auf freie Versammlung und Kommunikation dürfen nicht durch irgendeine politische Kraft eingeschränkt werden.» Staatliche Zensur und auch Beschränkungen für soziale Medien müssten sofort aufgehoben werden.

Selbst ein Richter des Obersten Gerichts schaltet sich ein: Duan Huang verbreitete auf einem WeChat-Kanal des Gerichts für rechtswissenschaftliche Informationen einen langen Artikel eines Autors einer Finanzwebseite, der sich kritisch mit dem chinesischen Regierungsmodell und den Mängeln des Systems auseinandersetzt. Auch der Autor setzt sich für mehr Meinungsfreiheit, freien Informationsfluss in sozialen Medien und eine «offenere und gesündere Gesellschaft» ein.


Frau in Russland flieht aus Coronavirus-Quarantäne

ST. PETERSBURG (dpa) - Eine Frau in St. Petersburg wollte nicht länger wegen einer möglichen Infektion mit Sars-CoV-2 in Quarantäne bleiben und ist aus einem Krankenhaus geflohen. Nun wird nach der 32-Jährigen gesucht. Die Chefärztin der Klinik wolle mithilfe eines Gerichts eine Zwangsunterbringung erwirken, teilte die Justiz am Donnerstag in der nordrussischen Metropole mit. Das Gericht wies die Klage Medienberichten zufolge allerdings wegen fehlender Zuständigkeit zurück. Die Frau hatte am vergangenen Freitag das Schloss einer Tür geknackt und sich aus der Klinik geschlichen. In sozialen Medien ist das im Land mittlerweile ein heiß diskutiertes Thema. Dort veröffentlichte die Frau auch ihren Fluchtplan.

Nach Ansicht der Behörden hat die 32-Jährige mit der Flucht aus dem Krankenhaus eine Ordnungswidrigkeit begangen, weil sie die Gesundheit anderer gefährde. Experten sagen aber, Patienten in Russland könnten nur mit eigener Zustimmung in Quarantäne bleiben.

Nach Angaben der Ärzte waren die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Die Frau sollte vorsorglich zwei Wochen in der Klinik bleiben, um sicher sein zu können, dass sie nicht mit dem Covid-19-Virus infiziert ist. Sie sagte lokalen Medien, die Fenster in ihrem Zimmer hätten sich nicht öffnen lassen, Mahlzeiten seien durch eine Luke geschoben worden.

Die 32-Jährige war vor gut zwei Wochen von einer China-Reise zurückkehrt und hatte danach nach eigenen Angaben über Halsschmerzen geklagt. Obwohl bei ihr kein Sars-CoV-2 festgestellt worden sei, habe sie entgegen ihrem Willen in der Klinik bleiben sollen. Die russischen Behörden sind wegen der Ausbreitung der neuen Krankheit im Nachbarland China nervös. In Russland gab es bislang zwei bestätigte Fälle.


Direktflüge zwischen Berlin und Peking vorerst gestrichen

BERLIN (dpa) - Die einzige direkte Flugverbindung zwischen Berlin und Peking ist wegen des Coronavirus bis Ende März ausgesetzt.

Die zuständige Fluggesellschaft Hainan habe alle Flüge zwischen dem 13. Februar und dem 28. März gestrichen, sagte eine Flughafensprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Grund sei der Coronavirus, der inzwischen offiziell den Namen Sars-CoV-2 trägt. Betroffene Passagiere seien gebeten, sich auf der Internetseite der Fluggesellschaft über ihre Flüge zu informieren. Hainan Airlines fliegt in Deutschland nur ab dem Berliner Flughafen Tegel.


Erstes Todesopfer in Japan

TOKIO (dpa) - In Japan ist erstmals ein mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierter Mensch gestorben. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) bekanntgab, handelt es sich bei dem Opfer um eine Frau in ihren 80ern in der Tokioter Nachbarprovinz Kanagawa.

Nach Erkenntnissen der Behörden war die Frau in letzter Zeit nicht auf Auslandsreisen gewesen. Bislang sind in Japan mehr als 200 Infektionsfälle bestätigt. Die meisten davon sind Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes «Diamond Princess», das in Yokohama zunächst noch bis zum Mittwoch der kommenden Woche unter Quarantäne gestellt ist.

Bei der nun gestorbenen Frau war das Virus erst nach ihrem Tod festgestellt worden. Sie lag seit dem 1. Februar im Krankenhaus. In Japan sollen in weniger als sechs Monaten die Olympischen Spiele in der Hauptstadt Tokio stattfinden.


Chinesischer Automarkt bricht im Januar ein

PEKING (dpa) - Sorgen um die Auswirkungen des Coronavirus setzen dem ohnehin schwächelnden Automarkt in China zusätzlich zu. Im Januar lieferten die Hersteller an die Autohändler mit 1,61 Millionen Fahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr gut ein Fünftel weniger aus, wie der Herstellerverband CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) am Donnerstag in Peking mitteilte. Das war der stärkste Einbruch seit dem Jahresanfang 2012. Käufer mieden Autohäuser zunehmend angesichts der Epidemie. Der CAAM schätzt, dass der Ausbruch des Coronavirus die Autoproduktion in diesem Jahr um eine Million Fahrzeuge mindern könnte. 2019 waren in China rund 21 Millionen Autos verkauft worden.

Schon seit rund anderthalb Jahren stockt es auf dem größten Automarkt der Welt. Auslöser war damals der Handelsstreit zwischen den USA und China, nun kommen zu der Unsicherheit um Zölle und die chinesische Konjunktur weitere Probleme hinzu. Am schärfsten war der Rückgang im Januar beim Absatz von Elektroautos. Diese werden vor allem in den vom Virus besonders betroffenen Großstädten des Landes verkauft.

Für Mercedes-Benz, Audi, BMW, Volkswagen und Porsche ist China der wichtigste Einzelmarkt. Bisher schlugen sich die deutschen Hersteller gut durch die Branchenflaute. Vor allem die Premiumanbieter Daimler und BMW konnten sich der Schwäche weitgehend entziehen, weil bei ihren Käufern Sorgen um die weitere wirtschaftliche Entwicklung keine so große Rolle spielten wie bei den Kunden der Massenhersteller.

Der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) wollte ebenfalls an diesem Donnerstag Zahlen vorlegen - der Verband misst die Auslieferungen von Pkw an Privatkunden. Der PCA hatte bereits gewarnt, das Coronavirus werde im Januar und Februar zu einem Einbruch der Verkäufe von rund 30 Prozent führen.


China feuert Parteichef von schwer betroffener Provinz

PEKING (dpa) - Der Ausbruch des Coronavirus in China hat weitere personelle Konsequenzen: Wie der Staatssender CCTV am Donnerstag berichtete, ist der Parteisekretär der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei ersetzt worden. Jiang Chaoliang wurde demnach von Ying Yong, dem bisherigen Bürgermeister von Shanghai, abgelöst. Bereits am Dienstag waren die Chefs der Gesundheitskommission in der Provinz entlassen worden.

Zuletzt war in China immer mehr Kritik an der Untätigkeit oder langsamen Reaktion der Behörden auf den Ausbruch laut geworden. Für landesweite Bestürzung und Anteilnahme sorgte vergangene Woche der Tod des Arztes Li Wenliang, der frühzeitig vor dem Ausbruch des Coronavirus gewarnt hatte, aber laut Berichten gezwungen wurde, diese «Gerüchte» nicht weiter zu verbreiten. Der 34-Jährige starb, weil er sich mit dem Virus angesteckt hatte.

Am Donnerstag verkündete Hubei überraschend einen drastischen Anstieg der neuen Todesfälle und neu nachgewiesener Infektionen, da die Zählweise der Diagnosen geändert wurde.


Coronavirus dämpft die Börsenstimmung

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Schlechte Nachrichten aus China zur Coronavirus-Epidemie haben am Donnerstag die Kurse am deutschen Aktienmarkt gedrückt. Nach neuen Rekorden im Dax, MDax und SDax am Vortag gab der deutsche Leitindex kurz nach dem Handelsauftakt nun um 0,37 Prozent auf 13 698,30 Punkte nach. Tags zuvor noch hatte der Dax mit rund 13 758 Punkten ein weiteres Rekordhoch erreicht.

Der MDax verlor am Donnerstag 0,40 Prozent auf 29 122,09 Punkte, während der SDax erstmals in seiner Geschichte die Marke von 13 000 Punkten übersprang. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx gab nach einem Zwölfjahreshoch am Vortag um 0,46 Prozent auf 3836,78 Punkte nach.

Wie aus China bekannt wurde, stieg die Zahl neu nachgewiesener Todesopfer in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Vergleich zum Mittwoch um mehr als das Doppelte. Die Zahl der neu nachgewiesenen Infektionen hat sich einer neuen Zählweise zufolge sogar fast verzehnfacht.


Reisende könnten nach Infektionsrisiken befragt werden

BRÜSSEL (dpa) - Europa ist bisher nur wenig von der Covid-19-Epidemie betroffen. Doch die EU-Länder wollen sich trotzdem schon jetzt gemeinsam besser wappnen. Ein Punkt war Deutschland besonders wichtig.

Passagiere aus Gebieten mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 könnten bei der Einreise nach Europa demnächst nach möglichen Infektionsrisiken befragt werden. Die EU-Staaten haben sich auf diese Option geeinigt und Deutschland werde sie nun prüfen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Brüssel. Der Punkt sei ihm besonders wichtig gewesen.

Erfragt werden könnten Kontakte zu Bürgern aus einer von der Covid-19-Epidemie betroffenen Region, etwa der chinesischen Provinz Hubei, sagte Spahn. Es gehe vor allem um schnelle Identifizierung im Falle einer Infektion, auch der Sitznachbarn im Flugzeug. Schon jetzt gelte in Deutschland die Anordnung, dass Kontaktdaten von Reisenden für 30 Tage hinterlegt werden müssen.

Einig waren sich die EU-Gesundheitsminister nach Spahns Worten auch darin, zusätzliche Gelder für die Forschung bereitzustellen. Zudem habe man über mögliche Lieferengpässe bei Arzneien gesprochen, die sich aus Produktionsausfällen in China ergeben könnten.

Der CDU-Politiker hatte schon vor dem Sondertreffen mit seinen Kollegen gewarnt, dass Medikamente mit Wirkstoffen aus China in den nächsten Wochen knapp werden könnten. Die EU-Kommission wurde nun mit einer Einschätzung der Lage beauftragt. Auf lange Sicht brauche man wieder mehr Produktionskapazitäten in Europa, sagte Spahn.

Das Gesundheitsministertreffen in Brüssel war kurzfristig einberufen worden, um den Kampf der 27 EU-Staaten gegen das neuartige Coronavirus zu koordinieren. Bisher gibt es in Europa nur wenige Fälle - in Deutschland sind es 16. Es sei bisher gelungen, die Lage gut unter Kontrolle zu halten, sagte Spahn. Doch will man für eine etwaige Ausbreitung gewappnet sein und eine einheitliche Linie finden.

Die EU-Staaten beschlossen dafür einige gemeinsamer Eckpunkte. So sollen an allen Einreisepunkten der EU Informationen für Menschen bereitgehalten werden, die einem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt waren. Zudem soll genügend Kapazität zur Versorgung von Patienten vorgehalten werden. Man will gemeinsam die Erforschung des Virus voranbringen, über dessen Eigenschaften immer noch recht wenig bekannt ist. Und man will bei der Entwicklung eines Pilot-Impfstoffs an einem Strang ziehen.


Sars-CoV-2: Verwirrung in China - Erster Patient in Bayern entlassen

MÜNCHEN/PEKING (dpa) - Plötzlich werden deutlich mehr Fälle erfasst: In China sorgt die Statistik zu Coronavirus-Infizierten für eine Überraschung. Aus Deutschland gibt es eine gute Nachricht.

Der erste von 16 Coronavirus-Patienten in Deutschland ist aus einer bayerischen Klinik entlassen worden. Der Mann sei wieder vollständig gesund und nicht mehr ansteckend, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. In China führt unterdessen ein neues Zählsystem zu einem sprunghaften Anstieg der registrierten Infektionsfälle. Zudem mussten zwei hohe Politiker in der schwer betroffenen Provinz Hubei den Hut nehmen. Das Kreuzfahrtschiff «Aidavita» mit überwiegend deutschen Passagieren an Bord konnte nicht wie geplant in Vietnam anlegen.

Nach der Entlassung des ersten Patienten werden in Bayern derzeit noch 13 Infizierte behandelt, die allesamt in Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto stehen. Dort hatte eine chinesische Mitarbeiterin das Virus eingeschleppt. Zwei infizierte Wuhan-Rückkehrer sind zudem in der Frankfurter Uniklinik untergebracht, sagte ein Kliniksprecher am Donnerstag.

Neben den Infizierten stehen in Deutschland noch weit mehr als 100 Menschen unter Quarantäne. Derzeit harren 122 Menschen in einer Kaserne im pfälzischen Germersheim aus, die Anfang Februar aus der schwer betroffenen chinesischen Stadt Wuhan geholt worden waren. Wann die Quarantäne dort aufgehoben wird, sollte am Sonntag entschieden werden. In Berlin sind rund 20 weitere Wuhan-Rückkehrer in Quarantäne. Auch ein zweiter Test hatte bei ihnen keine Infektionen gezeigt. In Bayern sollten sogenannte Kontaktpersonen der Infizierten zu Hause bleiben.

Die weiteren Folgen des Covid-19-Ausbruchs für Deutschland sind Experten zufolge schwer abzuschätzen. «Wir sind momentan nicht in der Lage, die Dynamik des Ausbruchs zu prognostizieren», sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Donnerstag in Berlin. Von einer Pandemie könne man noch nicht sprechen und es bestehe auch die Chance, dass es keine werde. Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité sagte, der Erreger Sars-CoV-2 vermehre sich wie das Grippevirus im Rachen, was es ansteckender mache als anfangs vermutet. Wichtig sei, dass sich jeder Wissen über die Erkrankung aneigne und sich zum Beispiel frage, wie man Menschen mit Grunderkrankungen in der Familie schützen könne.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Jürgen Franke 17.02.20 00:20
Herr Mueller, es soll auch kein Vorwurf sein,
dass Sie der Konferenz nichts entnehmen konnten. Ich jedenfalls habe erkannt, was auf Deutschland finanziell zukommen wird, wenn wir "mehr Verantwortung übernehmen". Die Tatsache, dass der Chinesische Außenminister erst den Saal betrat, als der amerikanische Außenmisister seine Rede beendet, ist für Sie sicherlich ohne Bedeutung und nicht aufgefallen. Auch nicht der Quatsch den Steinmeier geredet hat. Jeder soll sich seine Welt so zusammanbasteln, wie es ihm gefällt. Da gebe ich Ihnen völlig Recht. Zu den Feinden wie Rußland kommt jetzt auch noch China.
JOHANN MUELLER 16.02.20 21:48
@Jürgen Franke
An der Münchner Sicherheitskonferenz kommt in m. A. gar nichts raus ! AUSSER HOHEN SPESEN !!! Herr Franke - schauen sie nur den öffentlichen innerdeutschen BRD-Disput - Laschet - Merkel - Annalena Baerbock etc. ! Helmut Kohl - Jacques Delors - Francois Mitterand - werden wieder lebendig und vom Nachfolger Louis-Napoléon Bonaparte ganz zu Schweigen. Monsieur Emmanuel Jean-Michel Frédéric Macron lebt in seiner eigenen WELT. WEF Davos & Münchner Sicherheitskonferenz können sich gegenseitig die Hand geben. ............bla bla bla !!!!
Hansruedi Bütler 16.02.20 20:29
Quellenangabe:
Health Case published February 13, 2020 "California lab says it discovered coronavirus vaccine in 3 hours". Habe alle Original-Publikationen durchgesehen, fand aber keinen überprüfbaren Artikel, der dies so bestätigen würde. Ich befürchte, dass NYT einen Fake-News Bericht abgesetzt hat. Die Interpunktionszeichen waren dem falls berechtigt, da das Finden eines Impfstoffes sehr Zeitaufwendig ist. In sechs Monaten ja, mit nachfolgender Testung von 12 Monaten, also in ca. 18 Monaten marktreif. Eine extrem schnell Entwicklung ist NUR möglich, wenn ein Vorsprung gegenüber anderen Labors besteht. Dies wäre aber sehr verdächtig, wenn nicht sogar kriminell!?
Hansruedi Bütler 16.02.20 18:38
Ja, Herr Bütler,
Sie bekommen die Quellenangabe. Suche entsprechende Literatur raus. Bitte noch etwas Geduld. Meine Fragezeichen sind NIE ein Notausgang; sondern sollten den Leser abspornen mal selber zu recherchieren. Die Allermeisten tun dies nämlich nicht und sind daher extrem abhängig.
Kurt Wurst 16.02.20 13:15
Ja, Herr Bütler,
ich hätte gerne die Quellenangabe zu der Aussage, dass man einen Impfstoff gefunden hat. Oder waren die Fragezeichen mal wieder der Notausgang?