Klopp stolpert, neuer Chef für Tuchel

​Auslandsfußball kompakt 

Der Manager des FC Liverpool, Jürgen Klopp, reagiert vor dem Spiel der englischen Premier League. Foto: epa/Andrew Yates
Der Manager des FC Liverpool, Jürgen Klopp, reagiert vor dem Spiel der englischen Premier League. Foto: epa/Andrew Yates

In Europas Fußball sind weitere Entscheidungen gefallen. Der FC Porto ist Meister in Portugal, der FC Nantes französischer Cupsieger. Der FC Barcelona sichert sich in Spanien das Königsklassen-Ticket, Englands Rekordmeister Man United muss dagegen zuschauen.

BERLIN: Trotz des kleinen Rückschlags des FC Liverpool bleibt das Titelrennen in England spannend - genauso wie in Italien. Der FC Chelsea hat angesichts des bevorstehenden Verkaufs an ein Konsortium um US-Milliardär Todd Boehly zumindest finanziell Planungssicherheit, in Sachen Champions-League-Teilnahme gibt es noch etwas Arbeit.

England I: Nach sechs Pflichtspiel-Siegen hat der FC Liverpool in der Meisterschaft beim 1:1 gegen Tottenham Hotspur Punkte liegen gelassen. Trainer Jürgen Klopp zeigte sich trotzdem zuversichtlich. «Die Spieler sind enttäuschter als ich. Das mag an meinem Alter liegen. Ich habe so viele Dinge im Leben gesehen. Wir werden weitergehen», sagte der Coach, der mit den Reds noch den Titel-Viererpack holen könnte. In der Meisterschaft braucht Liverpool aber nun einen Patzer von Manchester City, denn der Tabellenführer baute seinen Vorsprung durch einen 5:0-Sieg gegen Newcastle United auf drei Punkte aus. Deutlich größer sind die Probleme bei Rekordmeister Manchester United mit Interimscoach Ralf Rangnick. Nach dem heftigen 0:4 bei Brighton Hove & Albion ist die Champions-League-Teilnahme nicht mehr möglich.

England II: Ein Konsortium um US-Milliardär Todd Boehly übernimmt den FC Chelsea. Der Kaufpreis für den Premier-League-Club mit Trainer Thomas Tuchel beträgt 2,5 Milliarden Pfund, etwas mehr als drei Milliarden US-Dollar. Das teilte der Club mit. Der Verkauf werde voraussichtlich Ende Mai abgeschlossen. «Das gibt uns eine Perspektive», sagte Tuchel, der mit den Blues beim 2:2 gegen die Wolverhampton Wanderers eine 2:0-Führung verspielte und damit noch um die Champions-League-Teilnahme bangen muss. Die Premier League und die britische Regierung müssen noch dem Verkauf zustimmen. Nötig ist das, weil das Vermögen des bisherigen Club-Besitzers Roman Abramowitsch im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine eingefroren ist. Die 2,5 Milliarden Pfund für den Kauf der Clubanteile werden auf ein gesperrtes britisches Bankkonto eingezahlt und sollen für wohltätige Zwecke gespendet werden.

Schottland: Zehn Tage vor dem Europa-League-Finale gegen Eintracht Frankfurt haben die Glasgow Rangers in der Meisterschaft einen 2:0 (0:0)-Sieg gegen Dundee United gefeiert. James Tavernier in der 55. Minute per Foulelfmeter und Amad Traoré (78.) erzielten am Sonntag die Tore für den Tabellenzweiten der schottischen Premier League, der aber nur noch theoretische Chancen auf die Titelverteidigung hat. Nach dem 4:1-Erfolg von Spitzenreiter Celtic Glasgow gegen Hearts of Midlothian beträgt der Rückstand der Rangers auf den Stadtrivalen vor den letzten zwei Saisonspielen weiter sechs Punkte. Celtic verfügt zudem über die um 20 Treffer bessere Tordifferenz.

Frankreich: Der FC Nantes hat überraschend zum vierten Mal den französischen Pokal gewonnen. Der Tabellenneunte der Ligue 1 gewann in Paris das Finale gegen OGC Nizza mit 1:0. In der Meisterschaft haben unterdessen der deutsche Torwart Alexander Nübel und Stürmer Kevin Volland mit der AS Monaco einen großen Schritt Richtung Champions-League-Teilnahme gemacht. Nach dem 2:1 bei OSC Lille haben es die Monegassen zwei Spieltage vor Saisonende selbst in der Hand, sich das Königsklassen-Ticket zu sichern. Meister Paris Saint-Germain kam am Sonntagabend gegen den Tabellen-15. Troyes nur zu einem 2:2.

Italien: Der AC Mailand kommt seinem ersten Meistertitel seit 2011 immer näher. Milan gewann am Sonntagabend bei Hellas Verona mit 3:1 und rangiert zwei Spieltage vor Saisonende in der Serie A weiter zwei Zähler vor Inter Mailand. Der Stadtrivale hatte zuvor durch ein 4:2 gegen den FC Empoli seine Chancen auf die Titelverteidigung gewahrt. Im Abstiegskampf glückte dem deutschen Trainer Alexander Blessin mit dem FC Genua beim 2:1 gegen Rekordmeister Juventus Turin indes ein Coup. Der Club hat die Nichtabstiegsplätze wieder im Blick - vor allem weil die Rivalen Salernitana und Cagliari im direkten Duell (1:1) Punkte liegen ließen.

Portugal: Der FC Porto ist zum 30. Mal portugiesischer Meister. Der neue Titelträger gewann am Samstag bei Benfica Lissabon mit 1:0 und kann einen Spieltag vor Saisonschluss nicht mehr von Titelverteidiger Sporting Lissabon auf Platz zwei eingeholt werden. Überschattet wurden die Feiern zum Titelgewinn von Randalen und dem gewaltsamen Tod eines Anhängers. Der 26 Jahre alte Mann sei bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fan-Gruppen des Clubs aus dem Norden Portugals erstochen worden, wie Medien am Sonntag unter Berufung auf die Polizei berichteten. Eine Begleiterin des Opfers sei mit Stichverletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Spanien: Der FC Barcelona mit Torhüter Marc-André ter Stegen hat nach einer bislang enttäuschenden Saison mit der Champions-League-Qualifikation Schadensbegrenzung betrieben. Durch das 2:1 beim direkten Konkurrenten Betis Sevilla sind die Katalanen nicht mehr von einem der ersten vier Plätze zu verdrängen. Die Meisterschaft hatte sich bereits in der vergangenen Woche Real Madrid gesichert, das am Sonntagabend das Stadtderby gegen den Erzrivalen Atlético mit 0:1 verlor.

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