7 Tipps für Fernost im eigenen Zuhause

Asiatischer Einrichtungsstil 

Photo by Don Kaveen on Unsplash
Photo by Don Kaveen on Unsplash

Die Sehnsucht nach Ruhe, Klarheit und einem Hauch von Exotik hat den asiatischen Einrichtungsstil längst in europäische Wohnungen gebracht. Während anderswo das Chaos regiert, entfaltet sich in Räumen mit fernöstlicher Gestaltung eine Atmosphäre, die Gelassenheit atmet und einen Kontrast zum hektischen Alltag bildet.

Sobald man sich mit der Ästhetik des Ostens beschäftigt, stößt man auf einen spannenden Mix aus kulturellen Philosophien, klaren Formen und bewusstem Minimalismus, der in Kombination erstaunlich modern wirkt. Kein Wunder also, dass dieser Stil immer häufiger als Gegenpol zur Reizüberflutung westlicher Großstädte gewählt wird.

Tipp 1: Verschiedene Strömungen des asiatischen Stils verstehen

Von „asiatisch“ zu sprechen ist zunächst eine Vereinfachung, denn die Gestaltungstraditionen sind vielfältig. In Japan dominiert der Minimalismus, der sich in niedrigen Möbeln, die auch bequem bei Kauf Unique erhältlich sind, klaren Linien und einer fast meditativen Leere zeigt. China dagegen ist oft geprägt von kräftigen Farben wie Rot und Gold, aufwendig gearbeiteten Möbelstücken und symbolträchtigen Ornamenten. Auch Indien bringt eine eigene Handschrift ein, die durch intensive Farbtöne, kunstvolle Muster und handgefertigte Textilien besticht.

Diese Gemeinsamkeit lässt sich auf bestimmte Philosophien zurückführen, die weit über die reine Gestaltung hinausreichen. Wabi-Sabi etwa feiert die Schönheit des Unvollkommenen, während Feng Shui den Energiefluss in Räumen lenken möchte. Zen wiederum betont die Kraft der Reduktion, die im westlichen Alltag eine willkommene Gegenbewegung darstellt. In der Praxis führt all das zu einem Wohnstil, der ästhetisch wirkt und auch das Wohlbefinden unterstützt. So entsteht ein Zuhause, das mehr ist als nur Kulisse, es wird zu einem Ort mit Bedeutung.

Tipp 2: Farben, Formen und Materialien gezielt kombinieren

Der asiatische Einrichtungsstil setzt auf eine Farbpalette, die Ruhe vermittelt und gleichzeitig Raum für Akzente lässt. Neutrale Grundtöne wie Weiß, Beige oder helle Holzschattierungen geben den Ton an, während kräftige Farben wie Rot oder Schwarz gezielt eingesetzt werden. Rot steht traditionell für Glück und Lebensenergie, Schwarz für Tiefe und Kraft.

Auch Materialien tragen entscheidend zur Wirkung bei. Bambus, Massivholz oder Naturstein bringen Authentizität und unterstreichen den Bezug zur Natur. Typisch sind außerdem Shoji-Wände aus Holz und Papier, die mit ihrem lichtdurchlässigen Charakter Leichtigkeit in Räume bringen. Textile Elemente aus Leinen oder Baumwolle greifen diesen Gedanken auf und wirken gleichzeitig zurückhaltend.

Möbel im asiatischen Stil folgen meist einer klaren Formensprache. Niedrige Tische, Sitzkissen oder Futons laden dazu ein, näher am Boden zu leben, was den Raum optisch öffnet. Diese Art der Einrichtung vermittelt Gemütlichkeit und auch eine gewisse Bodenständigkeit, die dem hektischen Alltag eine ruhige Basis entgegensetzt. Zudem wirken Räume größer, wenn Möbel flach gehalten sind.

Tipp 3: Licht und Raumaufteilung bewusst gestalten

Ein wesentlicher Bestandteil des asiatischen Stils ist der Umgang mit Raum und Licht. Leere gilt nicht als Mangel, sondern als bewusstes Gestaltungselement, das Atempausen für die Augen schafft. Offene Flächen lassen Möbel und Accessoires wirken, statt sie in einem Durcheinander verschwinden zu lassen. Hilfreich sind Schiebetüren oder Paravents, die Räume flexibel abtrennen, ohne ihnen ihre Weite zu nehmen.

Auch das Licht spielt eine entscheidende Rolle. Es sollte warm und weich sein, nicht grell oder unruhig. Papierlampen oder Lampions erzeugen eine behagliche Atmosphäre, während indirekte Lichtquellen für eine sanfte Stimmung sorgen. Feng Shui betont zusätzlich die Bedeutung von Energieflüssen. Möbel sollten so gestellt werden, dass Wege frei bleiben und der Raum nicht blockiert wird. Wer diese Regeln beachtet, bemerkt oft unbewusst, dass sich die Stimmung des Raumes verändert und eine neue Leichtigkeit entsteht.

Tipp 4: Mit Accessoires Akzente setzen statt zu überladen

Asiatische Dekoration entfaltet ihre Wirkung nur dann, wenn sie sparsam und bewusst eingesetzt wird. Accessoires sollen Akzente setzen, nicht dominieren. Ein Bonsai auf dem Beistelltisch, eine Orchidee in einer schlichten Vase oder ein sorgfältig platziertes Schriftzeichen genügen oft schon, um einen klaren Bezug zum fernöstlichen Stil zu schaffen. Auch Keramik, Lackarbeiten oder feine Papierschirme können diesen Effekt verstärken. Auch bei Textilien gilt Zurückhaltung. Tatami-Matten, Kissen aus Baumwolle oder ein Teppich mit unaufdringlichem Muster runden das Gesamtbild ab, ohne es zu überladen.

Tipp 5: Philosophien aus Fernost in die Gestaltung einfließen lassen

Ein asiatisch eingerichtetes Zuhause gewinnt an Tiefe, wenn die dahinterstehenden Philosophien verstanden werden. Feng Shui richtet Räume so aus, dass das Qi, die Lebensenergie, frei fließen kann. Türen, Fenster und Möbel werden entsprechend angeordnet, um Harmonie und Balance zu fördern.

Ob an die konkrete Wirkung geglaubt wird oder nicht, das Prinzip sorgt in jedem Fall für eine logische und angenehme Raumgestaltung. Viele Menschen stellen fest, dass allein das bewusste Umstellen von Möbeln ein neues Wohlgefühl erzeugt.

Wabi-Sabi dagegen sucht Schönheit im Unvollkommenen. Ein Tisch mit Gebrauchsspuren, eine Vase mit kleinen Rissen oder ein handgefertigtes Objekt, das nicht vollkommen symmetrisch ist, wird nicht als Mangel gesehen, sondern als Ausdruck von Authentizität und Zeit. Gerade in einer Welt der Massenproduktion schafft dieser Blickwinkel ein Gefühl von Individualität.

Tipp 6: Asiatischer Stil auch für kleine Wohnungen und schmale Budgets

Ein kompletter Umbau ist nicht erforderlich, um fernöstliche Akzente in die Wohnung zu bringen. Schon kleine Veränderungen können eine erstaunliche Wirkung entfalten. Ein Raum wirkt sofort ruhiger, wenn überflüssige Gegenstände entfernt und durch wenige ausgewählte Stücke ersetzt werden. Indirektes Licht, ein Teppich aus Naturmaterial oder eine Pflanze mit asiatischem Bezug reichen oft schon aus, um eine neue Stimmung entstehen zu lassen.

Auch Second-Hand-Möbel können wertvoll sein, vor allem wenn sie aus Holz gefertigt sind und eine schlichte Form haben. Wer handwerklich begabt ist, baut eigene Raumteiler oder verleiht Möbeln mit Naturfarben einen authentischen Charakter. Besonders in kleinen Wohnungen empfiehlt es sich, multifunktionale Möbel einzusetzen, die Stauraum bieten und optisch zurückhaltend wirken. So wird auch auf begrenztem Raum eine Wirkung erzielt, die Leichtigkeit und Harmonie betont.

Tipp 7: Typische Fehler vermeiden, um Harmonie zu bewahren

So klar die Prinzipien auch wirken, typische Fehler sind schnell gemacht. Ein Raum verliert seine Harmonie, wenn er mit zu vielen Accessoires überladen wird. Auch kitschige Dekorationen aus Massenproduktion zerstören rasch die gewünschte Authentizität. Die Essenz des asiatischen Einrichtungsstils liegt in seiner Einfachheit, die zugleich reich an Bedeutung ist. Sobald dieser Gedanke im Blick bleibt, lassen sich nicht nur typische Fehler vermeiden, sondern es entsteht ein Zuhause, das über reine Optik hinausgeht und tatsächlich einen Ort der Ruhe darstellt.

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