Andy Burnham: Keine vorgezogene Neuwahl

Der britische Premier Andy Burnham begleitet den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei einem Besuch des Marinestützpunkts Portsmouth.
Der britische Premier Andy Burnham begleitet den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei einem Besuch des Marinestützpunkts Portsmouth.

LONDON: In die Downing Street ist ein neuer Regierungschef eingezogen. Doch Andy Burnham sieht nach dem Rauswurf seines Vorgängers Keir Starmer und seiner Ernennung zum Premier keinen Grund für eine Neuwahl.

Der neue britische Premierminister Andy Burnham sieht trotz des Umbaus an der Regierungsspitze in London keinen Grund für eine vorgezogene Neuwahl. Das sagte Burnham in seinem ersten großen TV-Interview als Regierungschef der BBC. Millionen Menschen hätten sich bei der vergangenen Parlamentswahl für das Wahlprogramm der sozialdemokratischen Labour-Partei entschieden, so Burnham. Er fügte hinzu: «Wir haben eine parlamentarische Demokratie und das ist, wofür die Leute ihre Stimme gegeben haben.» Er wolle sich an das Wahlprogramm halten.

Die Labour-Fraktion hatte Burnhams Vorgänger Keir Starmer zum Rücktritt gedrängt. Vor gut einer Woche war der frühere Bürgermeister der Metropolregion Manchester dann zum neuen Parteichef gekürt und anschließend von König Charles III. zum Premier ernannt worden. Das Kabinett wurde erheblich umgebaut.

Wie Burnham Maßnahmen finanzieren will, blieb vage

Labour hatte im Sommer 2024 mit Starmer an der Spitze einen deutlichen Wahlsieg errungen. Es folgten jedoch etliche gescheiterte Reformprojekte, Affären und heftige Niederlagen bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai. Seit mehr als einem Jahr liegt Labour in den Umfragen hinter den Rechtspopulisten von Reform UK.

In seiner ersten Woche im Amt kündigte Burnham eine ganze Reihe von Maßnahmen an, um die Lebenshaltungskosten zu senken. So soll die Mehrwertsteuer auf Energierechnungen für Privathaushalte wegfallen, eine neue Preisobergrenze für Busse gelten und die Gewerbesteuer für Pubs und andere Lokale sinken. Wie die Maßnahmen finanziert werden sollen, blieb vage.

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