Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Mittwoch

Foto: Pixabay
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Europäische Airlines fordern einheitliche Corona-Reiseregeln

BRÜSSEL: Fluggesellschaften aus Europa sehen einheitliche Reiseregeln in der Corona-Pandemie als wichtigstes Mittel, um die Nachfrage nach Flugtickets wieder anzukurbeln. Der Branchenverband Airlines for Europe (A4E) forderte die Regierungen in der Europäischen Union am Dienstag auf, einer entsprechenden Empfehlung der EU-Kommission zu folgen. «Es braucht dringend ein einheitliches europäisches Testprogramm, damit wir überhaupt eine Chance haben, das Vertrauen der Passagiere zurückzugewinnen», sagte A4E-Geschäftsführer Thomas Reynaert.

Der Chef des britischen Billigfliegers Easyjet, Johan Lundgren, sieht die Reiselust der Europäer durch die Buchungszahlen bestätigt. «Sobald Reisebeschränkungen zurückgenommen werden, gehen die Buchungen durch die Decke», sagte er in einer Videokonferenz mit Journalisten. Daher würden einheitliche Regeln den Fluggesellschaften mehr helfen als zusätzliches Geld von den Regierungen.

Nach Ansicht von Sebastian Mikosz vom Weltluftfahrtverband IATA steckt die Branche noch nicht in der Erholungsphase, sondern immer noch im Überlebenskampf. Viele Staaten haben Airlines in der Krise mit Milliardenkrediten vor der Pleite bewahrt. Die Bundesrepublik stieg bei der Lufthansa sogar als Anteilseigner ein.

Aus Sicht der IATA liegt die schwache Erholung der Ticketnachfrage nicht daran, dass die Menschen Angst hätten, sich im Flugzeug mit dem Virus anzustecken. «Aber wenn die Menschen nicht wissen, ob sie reisen können, kaufen sie keine Tickets», sagte Mikosz. Zudem wirke eine 7- oder 14-tägige Quarantänepflicht nach der Ankunft oder nach der Rückkehr faktisch wie ein Reiseverbot. Auch die europäische Luftfahrtbehörde EASA sieht das Fliegen mit Blick auf die Ansteckungsgefahr als sicher an. «Der Luftverkehr produziert keine neuen Fälle», sagte EASA-Exekutivdirektor Patrick Ky.

Seit die coronabedingten Reisewarnungen in der EU und weiteren Ländern Europas Mitte Juni weitgehend aufgehoben worden waren, haben einzelne Regierungen wieder Warnungen für Staaten und Urlaubsregionen verhängt. Die EU-Kommission hatte daher Vorschläge vorgelegt, um schnellstmöglich gemeinsame Kriterien und Schwellenwerte für die Einführung von Reisebeschränkungen zu vereinbaren.


Boeing-Abstürze: US-Ausschuss prangert Schlamperei und Vertuschung an

WASHINGTON: Grobe technische Fehler sowie Verheimlichungen und Aufsichtsversagen haben zu den verheerenden Abstürzen von Boeings Krisenflieger 737 Max geführt. Das ist das Fazit des am Mittwoch in Washington veröffentlichten Abschlussberichts eines Untersuchungsausschusses des US-Repräsentantenhauses. Gegen Boeing und die US-Luftfahrtbehörde FAA werden darin heftige Vorwürfe wegen Schlampereien, Vertuschungen und mangelnder Kontrolle erhoben.

«Die Max-Abstürze waren nicht das Ergebnis eines einzelnen Versagens, technischer Fehler oder schlecht gehandhabter Ereignisse», heißt es in dem insgesamt 245 Seiten langen Dokument. «Sie waren der schreckliche Höhepunkt einer Reihe falscher technischer Annahmen von Boeing-Ingenieuren, mangelnder Transparenz auf Seiten des Managements und einer grob unzureichenden Aufsicht durch die FAA.» Boeing wird in dem Bericht erneut eine «Kultur des Verheimlichens» vorgeworfen.

Die Anschuldigungen sind nicht neu und waren bereits im März im vorläufigen Abschlussbericht erhoben worden, sie wurden nun aber mit weiteren Indizien untermauert und noch drastischer formuliert. Verantwortlich für die Abrechnung mit Boeing und der FAA sind indes vor allem Abgeordnete der demokratischen Partei, die die Mehrheit im Repräsentantenhaus hat. Einige republikanische Politiker bezeichneten den Bericht gegenüber US-Medien als parteiisch und überzogen.

Fest steht: Die beiden 737-Max-Abstürze am 29. Oktober 2018 und am 10. März 2019, bei denen 346 Menschen starben, haben das Vertrauen in Boeing erschüttert. Seit dem zweiten Unglück dürfen die Krisenjets weltweit nicht mehr abheben. Als Hauptursache der Abstürze gelten Fehler des Steuerungsprogramms MCAS, die Boeing per Software-Update beheben will. Bald schon könnte die 737 Max jedoch wieder starten - das Verfahren zur Wiederzulassung befindet sich nach etlichen Reparaturen und Nachbesserungen inzwischen in der Schlussphase.


Luxus-Schuhe lösen Sprengstoff-Alarm am Flughafen München aus

MÜNCHEN: Ein Paar teurer Schuhe hat am Flughafen München einen Sprengstoff-Alarm ausgelöst.

Mit Blaulicht sauste die Polizei am Dienstagabend zum Frachtbereich, wie die Ermittler am Mittwoch mitteilten. Grund war demnach ein «sprengstoffverdächtiger Gegenstand», der in einem Schuh eingebaut war. «Die anwesenden Mitarbeiter legten sofort die Arbeiten nieder und verließen auf schnellstem Wege das Gebäude», hieß es in der Mitteilung. Das Areal wurde abgesperrt, Fachleute zum Entschärfen des vermeintlichen Sprengsatzes rückten an. Doch die Entwarnung kam prompt: Die Schuhe im Wert von etwa 1900 Euro sollten nach London gebracht werden und waren mit Metallstützen durchsetzt. Bei diesen hatte der Alarm angeschlagen.


Ryanair-Hauptversammlung im Zeichen der Krise

MEATH/DUBLIN: Auch im Krisenjahr 2020 müssen sich die Verantwortlichen der Billig-Airline Ryanair kritische Fragen der Aktionäre gefallen lassen: Die Hauptversammlung des Konzerns soll am Donnerstag (10.00 Uhr MESZ) in einem Hotel in der irischen Grafschaft Meath stattfinden. Anders als bei den Hauptversammlungen etlicher anderer Unternehmen in diesem Jahr wollen die Ryanair-Aktionäre tatsächlich persönlich zusammenkommen - zumindest einige von ihnen: Insgesamt sollen nicht mehr als 50 Personen an der Versammlung teilnehmen, wie Ryanair mitteilte. Anteilseigner, die nicht vor Ort dabei sein werden, konnten ihr Stimmrecht per Post, Fax oder online ausüben.

Beherrschendes Thema dürften die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Airline sein, die für die gesamte Branche verheerend sind. Ryanair hat sich nach monatelangem Geschäftsausfall kürzlich mit der Ausgabe neuer Aktien 400 Millionen Euro frisches Kapital besorgt.


Verteidigungsministerinnen besuchen Luftwaffe und Airbus

EVREUX/MANCHING: Die Verteidigungsministerinnen aus Deutschland und Frankreich, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Kollegin Florence Parly, werden am Donnerstag (8.00 Uhr) im nordfranzösischen Evreux einen Luftwaffenstützpunkt besuchen. Dort soll der Grundstein für das Gebäude einer deutsch-französischen Lufttransport-Einheit gelegt werden. Am Nachmittag (14.00 Uhr) werden Kramp-Karrenbauer und Parly beim Unternehmen Airbus Space and Defense im bayerischen Manching erwartet.

Ein Thema wird das gemeinsame Rüstungsvorhaben eines europäischen Kampfjets sein. Bei dem Projekt, an dem auch Spanien beteiligt ist, geht es um milliardenschwere Investitionen. Vor gut einem Jahr war ein erstes Modell des Flugzeugs enthüllt worden.

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