Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Mittwoch

Die Fluggesellschaft Ryanair wird gezwungen sein, die Zahl der Sommerflüge wegen des Flugverbots der Boeing 737 Max zu reduzieren. Archivfoto: epa/TOMS KALNINS
Die Fluggesellschaft Ryanair wird gezwungen sein, die Zahl der Sommerflüge wegen des Flugverbots der Boeing 737 Max zu reduzieren. Archivfoto: epa/TOMS KALNINS

Ryanair bekommt erste Maschine aus Boeing-737-Max-Bestellung

DUBLIN: US-Flugzugbauer Boeing hat am Mittwoch die erste Boeing 737 Max aus einer mehr als 200 Maschinen umfassenden Bestellung an Ryanair ausgeliefert. Ursprünglich sollten die Auslieferungen bereits 2019 beginnen. «Aufgrund bedauerlicher Auslieferungsverzögerungen erwarten wir die Auslieferung von nur 12 dieser Flugzeuge im Sommer 2021», teilte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Mittwoch mit. Anfang des Jahres hatte die Airline noch damit gerechnet, bis zum Sommer bis zu 24 Maschinen des Typs zu bekommen. Das nun ausgelieferte Flugzeug ist das erste von insgesamt 210 Festbestellungen der neuen Ryanair-Standardmaschine, die die Airline als «Gamechanger» bezeichnet.

Laut Ryanair können die neuen Flugzeuge mehr Passagiere befördern, verbrauchen weniger Treibstoff pro Sitzplatz, fliegen deutlich leiser und stoßen weniger CO2 aus.

Die 737 Max war im März 2019 nach zwei Abstürzen mit 346 Toten aus dem Verkehr gezogen worden. Als Hauptursache der Unglücke galt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm, das die Maschinen Richtung Boden lenkte. Im November wurden die Flugverbote in den USA, in Europa und in Brasilien unter strikten Auflagen aufgehoben. Wegen möglicher Mängel am Stromversorgungssystem konnte Boeings bestverkauftes Modell 737 Max zuletzt nicht ausgeliefert werden.


Tui: Starke Buchungen - Aufholjagd für Sommer ist in vollem Gang

HANNOVER: Die von der Corona-Pandemie hart getroffene Reisebranche sieht Licht am Ende des Tunnels. Branchenprimus Tui berichtet von starken Buchungen für den Sommer und baut sein Angebot aus.

Rund ein Jahr nach Beginn der Corona-Krise bringen sinkende Infektionszahlen, steigende Impfquoten und das Ende der Reisewarnung für viele Länder das Tui-Reisegeschäft wieder in Schwung. «Die Aufholjagd für den Sommerurlaub ist gerade in vollem Gange, und die Konsumlaune für Reisen scheint täglich zuzunehmen», berichtete Tui-Deutschlandchef Marek Andryszak am Mittwoch in Hannover. «Wir verzeichnen starke Buchungswochen, die seit Mai sogar das Niveau der Vergleichswochen von 2019 toppen. Die beliebtesten Urlaubsziele liegen sogar prozentual zweistellig im Plus», sagte der Manager kurz vor Beginn der Sommerferien in den ersten Bundesländern.

Der Branchenprimus baut daher seine Flug- und Bettenkapazitäten in allen beliebten Reiseländern aus und will nun im Sommer 75 Prozent des Programms von 2019 anbieten. Die komplette, verkleinerte Tui-Fly-Flotte mit 22 Maschinen soll wieder im Einsatz sein. «Wir bringen alles in die Luft, was geht», sagte Tui-Manager Stefan Baumert. Nachholeffekte erwartet das Unternehmen zudem im Herbst. Tui rechnet damit, dass in der Corona-Krise ausgefallene Urlaube nachgeholt werden.

Nicht nur die Nachfrage wächst, auch die Bereitschaft der Urlauber, mehr Geld auszugeben - zum Beispiel für schönere Hotels oder höhere Kategorien. Die Gäste ließen sich ihren Urlaub rund 25 Prozent mehr kosten als im Vorkrisenjahr 2019, berichtete Andryszak. Tendenziell buchen Sonnenhungrige zudem längere Reisen, statt 8 bis 10 Tage wie sonst seien es im Schnitt zurzeit eher 10 bis 14 Tage. Die Pauschalreise erlebt den Angaben zufolge eine Renaissance und hat derzeit einen Anteil rund 70 Prozent am Gesamtmarkt.

Gefragt sind vor allem die Balearen mit Mallorca sowie Griechenland. Die türkische Riveria mit Antalya arbeitete sich auf den dritten Platz vor. Die Kanaren liegen in der Gunst der Tui-Urlauber ebenfalls weit vorn. Gute Buchungen stellt der Branchenprimus auch für Ziele fest, bei denen Urlauber mit dem Auto anreisen. Stark nachgefragt sind beispielsweise Nord- und Ostsee. Mecklenburg-Vorpommern liegt bei den beliebtesten Reisezielen auf Platz 9.

Wer jetzt spontan seinen Sommerurlaub buchen möchte, findet Tui zufolge in allen beliebten Ferienzielen noch genügend Angebote. In den Sommerferien kann es aber «auf unseren touristischen Rennstrecken eng werden. Hier sind die Familienhotels in erster Strandlage als erstes ausgebucht», erläuterte Baumert.

Der Tourismus zählt zu den am härtesten von der Corona-Krise getroffenen Branchen. Das Geschäft kam 2020 zeitweise fast vollständig zum Erliegen. Nach mehr als einem Jahr hatte die Bundesregierung jüngst die Reisewarnung für touristische Reisen in Corona-Risikogebiete am 1. Juli aufgehoben. Das betrifft fast 100 Länder weltweit. Dies ist ein weiterer großer Schritt zur Normalisierung des Reiseverkehrs angesichts der zumindest in Europa abflauenden Pandemie. Urlaubern ermöglicht eine Reisewarnung vor allem eine kostenlose Stornierung von Buchungen.


Estland und Litauen melden Luftraumverletzung durch Russland

TALLINN: Estland und Litauen haben die Verletzung ihres Luftraums durch russische Flugzeuge gemeldet. Zwei Maschinen des Typs Sukhoi Su-35S seien unerlaubt in den estnischen Luftraum eingedrungen. Das Außenministerium in Tallinn habe wegen des Vorfalls den Geschäftsträger der russischen Botschafter in Estland einbestellt und eine Note übergeben, teilte die estnische Armee am Mittwoch mit. Den Angaben zufolge war es schon die vierte Luftraumverletzung durch Russland in diesem Jahr. Auch Litauen berichtete von zwei russischen Flugzeugen, die in den Luftraum eingedrungen seien.

Die beiden Flugzeuge hatten nach estnischen Angaben weder die elektronische Kennung eingeschaltet noch einen Flugplan übermittelt. Auch hätten die russischen Piloten zum Zeitpunkt der weniger als eine Minute dauernden Luftraumverletzung keinen Funkkontakt mit der Flugsicherung gehalten, hieß es in der Armeemitteilung.

Litauens Außenminister bestellte einen Vertreter der russischen Botschaft ein und überreichte eine Note. Beide Vorfälle sollen am Dienstagmorgen passiert sein. Litauens Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas brachte einem Bericht der Agentur BNS zufolge die Luftraumverletzung mit der noch bis 18. Juni in der Ostsee laufenden Militärübung Baltops in Verbindung.

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