Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Freitag

Foto: Pixabay
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Verbände: Ab Sommer stehen wieder viele Ziele auf dem Flugplan

BERLIN: Wer trotz Corona-Krise seinen Urlaub in diesem Sommer außerhalb Deutschlands verbringen will, hat ab Juli wieder viel Auswahl. Allein in Europa werden dann wieder 217 Orte in 38 Ländern angeflogen, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Freitag mitteilte. Das sind demnach fast so viele Ziele wie vor der Pandemie im Jahr 2019. Damals standen von Deutschland aus 226 Destinationen auf dem Flugplan. «Die Welt ist wieder deutlich erreichbarer als in den letzten 15 Monaten», sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow in Berlin. Für manche Länder übersteige das Angebot sogar das Niveau von 2019, etwa für Griechenland oder die Türkei.

Auch außerhalb Europas wird der Luftverkehr wieder ausgeweitet. Ab Juli sollen wieder 48 nicht-europäische Länder angeflogen werden, darunter auch die USA mit 25 Zielen. Touristische Reisen dorthin sind allerdings noch nicht möglich. Es gelten nach wie vor Einreisebeschränkungen für ausländische Besucher in den Vereinigten Staaten. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sprach sich für EU-einheitliche Reise-Vereinbarungen mit solchen Ländern aus. «Es kann da keine Insellösungen geben», sagte er am Freitag.

Mit dem Angebot wächst allerdings auch der Aufwand, den die Verbraucher in ihre Reisevorbereitungen stecken müssen. «Der Reisende sollte vor Antritt der Reise noch mal genau prüfen, was sich im Zielland geändert hat», sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Reiseverbands (DRV), Dirk Inger. «Er sollte möglichst alle notwendigen Dokumente, also Testnachweise, Impfnachweise griffbereit haben. Er sollte auch etwas mehr Zeit mitbringen für die Prozesse am Flughafen.» Ein fehlender Positivtest könne durchaus dazu führen, dass man nicht ins Flugzeug gelassen werde.

Zwar steige die Zahl der Buchungen wieder deutlich an, sagte Inger. Sie lägen allerdings bei lediglich rund einem Drittel des Vorkrisenniveaus. Er schätze, dass sich das Niveau über den Sommer auf rund 40 Prozent einpendeln werde.


Flugverkehr über Deutschland nimmt weiter zu

LANGEN: Die zunehmende Aufhebung von Reisebeschränkungen lässt den Flugverkehr im deutschen Luftraum weiter anziehen. Im Mai zählte die Deutsche Flugsicherung (DFS) 97.806 Starts, Landungen und Überflüge. Die DFS rechnet nach Angaben vom Freitag damit, dass die Zahlen im Sommer und Herbst weiter steigen werden.

Noch sei die Zahl der Flugbewegungen vergleichsweise niedrig, teilte die in Langen bei Frankfurt beheimatete DFS mit. Zwar seien im Mai doppelt so viele Flüge registriert worden wie ein Jahr zuvor. Vom Vorkrisenniveau sei das Verkehrsaufkommen aber noch weit entfernt. Im Mai 2019 wurden mit 301.582 Flugbewegungen über Deutschland mehr als drei Mal so viele gezählt. Von Januar bis einschließlich Mai des laufenden Jahres lag die Zahl mit 402.136 Flügen um 69,2 Prozent unter dem Niveau der ersten fünf Monate des Jahres 2019.

«Die Verkehrsprognosen für Europa und unsere eigenen Analysen gehen von einem spürbaren Anstieg der Verkehrszahlen in den nächsten Monaten aus», sagte DFS-Chef Arndt Schoenemann. Vor allem im Herbst rechne die Branche mit einem stärkeren Anstieg. «Aufgrund des Impffortschritts erwarten wir, dass viele Menschen dann die Gelegenheit nutzen, endlich wieder in den Urlaub zu fliegen.» Bis zum Jahresende rechnet die DFS mit einem Anstieg auf 65 Prozent des Vorkrisenniveaus. Das Verkehrsaufkommen von 2019 wird den Prognosen zufolge wohl erst 2024 wieder erreicht.

Im Corona-Jahr 2020 hatte es mit rund 1,46 Millionen Starts, Landungen und Überflügen so wenige Flugbewegungen im deutschen Luftraum gegeben wie zuletzt Ende der 1980er Jahre. Vor allem der Passagierverkehr war aufgrund von Reisebeschränkungen im Zuge der Pandemie eingebrochen.


Private Investoren steigen bei südafrikanischer Airline SAA ein

JOHANNESBURG: Die angeschlagene südafrikanische Fluggesellschaft South African Airways (SAA) wird teilprivatisiert. Das Dikatso-Konsortium wird künftig mit 51 Prozent Mehrheitseigner, gab Finanzminister Pravin Gordhan am Freitag bekannt. Für die Fluggesellschaft, die im Bündnis der Star Alliance ein Partner der Lufthansa ist, war nach jahrelangen Verlusten im Vorjahr ein Rettungsverfahren eingeleitet worden. Ihr Betrieb war seit Herbst vergangenen Jahres vorübergehend eingestellt.

Die Traditionsfluglinie sollte laut einem Rettungsplan der Gläubiger als umstrukturierte, geschrumpfte Airline aus diesem Verfahren hervorgehen. In dem Rettungsplan der Verwalter wurde eine Summe von 10,1 Milliarden Rand (533 Mio Euro) als nötig erachtet für eine erfolgreiche Neuausrichtung. SAA hatte 2011 letztmals einen Gewinn ausgewiesen und war danach immer wieder auf Staatshilfen und Bürgschaften angewiesen.

Laut Gordhans Ankündigung soll der Staat künftig weiter 49 Prozent der Anteile an der SAA halten. Der neue strategische Partner habe zudem Investitionen in Höhe von drei Milliarden Rand (knapp 200 Mio Euro) in die neu ausgerichtete SAA zugesagt. Dem Konsortium gehört die neue südafrikanische Global Airways an, die erst Ende vergangenen Jahres die Inlands-Fluglinie Lift an den Start gebracht hat.


Eurowings eröffnet neue Basis in Prag

KÖLN/BONN/PRAG: Die Lufthansa-Billigflugtochter Eurowings eröffnet zum erhofften Neustart nach der Corona-Krise einen neuen Standort in Tschechien.

Ab 31. Oktober stationiert die Gesellschaft zwei Airbus A320 samt Mitarbeitern in Prag, wie sie am Freitag mitteilte. Im Sommer 2022 soll ein weiteres Flugzeug hinzukommen. Die tschechische Hauptstadt wird den Angaben zufolge zum zehnten Eurowings-Standort in Europa. Geplant seien Direktflüge zu europäischen Metropolen und Urlaubszielen. In Prag entstünden in diesem Zuge mehr als hundert neue Arbeitsplätze, hieß es.

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