​Aktuelle Meldungen der Luftfahrt am Freitag

Ein Ryanair-Flugzeug auf einem Flughafen in Griechenland. Archivfoto epa/ORESTIS PANAGIOTOU
Ein Ryanair-Flugzeug auf einem Flughafen in Griechenland. Archivfoto epa/ORESTIS PANAGIOTOU

Falscher Feueralarm - Ryanair-Maschine aus Berlin landet in Thessaloniki

THESSALONIKI/BERLIN: Wegen einer falschen Feueralarmanzeige musste ein Ryanair-Flugzeug auf dem Weg von Berlin nach Athen in Thessaloniki am Freitag außerplanmäßig landen. Alle Passagiere seien wohlauf, berichtete der griechische Staatsrundfunk (ERT). Wie und wann die Passagiere weiter nach Athen gebracht werden sollten, blieb zunächst unklar.

Die Piloten des Fluges FR170 hatten, als die Maschine über die Hafenstadt Thessaloniki flog, wegen eines Feueralarms im Cockpit sofort eine Notlandung beantragt. Im Flughafen von Thessaloniki sei Alarm signalisiert worden. Die Maschine landete aber ohne Probleme, berichteten örtliche Nachrichtenportale von Thessaloniki.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair hatte den wegen der Corona-Epidemie längere Zeit ausgesetzten Linienflugbetrieb von und nach Deutschland am 1. Juli wieder aufgenommen. Wegen der Reisebeschränkungen hatte die Airline ebenso wie die anderen Fluggesellschaften ihr Programm seit März auf ein Minimum heruntergefahren.


Air France will mehr als 7500 Stellen abbauen

PARIS: Die Fluggesellschaft Air France will bis Ende 2022 wegen der Luftfahrtkrise rund 7500 Stellen streichen. Das betreffe 6560 Stellen bei Air France selbst, wie die Airline am Freitagabend mitteilte. Hinzu kämen 1020 Stellen bei der Regionalfluggesellschaft Air France Hop. Durch viele altersbedingte Abgänge werde der Abbau aber abgefedert - bei Air France werde «mehr als die Hälfte dieses Stellenabbaus dank einer günstigen Alterspyramide ausgeglichen.» Bei Hop bleibt der Überschuss aber dennoch recht hoch.

Hop hat nach Angaben der Airline derzeit 2420 Arbeitsplätze, Air France 41.000. «Drei Monate lang gingen die Aktivitäten und Einnahmen von Air France um 95 Prozent zurück, und auf dem Höhepunkt der Krise verlor die Fluggesellschaft 15 Millionen Euro pro Tag», hieß es in einer Mitteilung mit Blick auf die Corona-Krise. So prognostiziert Air France, dass die Airline vor 2024 nicht das gleiche Aktivitätsniveau wie im Jahr 2019 erreichen werde.

Gewerkschaften hatten Anfang der Woche schon einen Stellenabbau in dieser Höhe verlauten lassen. Der französische Staat unterstützt die Airline unter anderem mit sieben Milliarden Euro Kredithilfen. Diese versetzten das Unternehmen in die Lage, die Krise kurzfristig zu überstehen und gingen mit starken Verpflichtungen zur Sicherung ihrer Nachhaltigkeit einher, so Air France. Der Flugzeugbauer Airbus hatte ebenfalls in dieser Woche angekündigt, rund 15.000 Stellen abzubauen.


Portugiesischer Staat springt bei Krisen-Airline TAP ein

LISSABON: Ähnlich wie der Bund bei der Lufthansa springt auch der portugiesische Staat als Retter bei der nationalen Fluglinie TAP Air Portugal ein. Er übernehme die Aktienmehrheit bei der wegen der Corona-Pandemie schwer angeschlagene Fluggesellschaft, sagte Finanzminister João Leão am späten Donnerstagabend in Lissabon. Nun solle so schnell wie möglich ein privates Unternehmen beauftragt werden, ein neues Management für das Traditionsunternehmen zu rekrutieren, sagte Infrastrukturminister Pedro Nuno Santos bei einer Pressekonferenz. Bisher stehe nur fest, dass der Vorstandsvorsitzende Antonoaldo Neves ausscheiden werde, schrieb die Zeitung «Espresso» unter Berufung auf Santos. Bereits im Juni hatte die Regierung Staatshilfen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für TAP angekündigt.

Mit dem privaten Konzern Atlantic Gateway sei nun die Übernahme von 22,5 Prozent der Aktien durch den Staat gegen Zahlung von 55 Millionen Euro vereinbart worden. Der Staatsanteil steigt damit auf 72,5 Prozent, der Anteil von Atlantic Gateway reduziert sich um die Hälfte von bisher 45 auf künftig 22,5 Prozent. «Dies ist eine wichtige Vereinbarung und eine gute Lösung für TAP», zitierte die Zeitung «Publico» Minister Santos. Fünf Prozent der Aktien werden von Mitarbeitern gehalten.

Die linke Regierung hatte zuvor mit einer Zwangsverstaatlichung der Fluggesellschaft gedroht, falls keine Einigung mit den privaten Investoren zustande kommen sollte. Auch eine Insolvenz war in Erwägung gezogen worden. Santos hatte aber kürzlich klargestellt: «TAP ist für Portugal zu wichtig, als dass das Land sich den Luxus leisten könnte, das Unternehmen zu verlieren.» Immerhin kämen 60 Prozent der Touristen mit der nationalen Airline ins Land.

Santos kritisierte, die 1945 gegründete TAP sei schon vor der Corona-Pandemie ins Straucheln geraten, weil sie von Atlantic Gateway schlecht geführt worden sei. 2019 beförderte TAP nach eigenen Angaben gut 17 Millionen Passagiere, so viele wie nie zuvor. Dennoch wurde bei einem Umsatz von rund 3,3 Milliarden Euro einen Nettoverlust von knapp 96 Millionen Euro erwirtschaftet. Dann kam die Corona-Krise mit der fast vollständigen Einstellung des Flugbetriebs. Rund 90 Prozent der gut 14.000 Mitarbeiter sind derzeit im Zwangsurlaub.


Ryanair verspricht Ticketerstattungen bis Ende Juli

DUBLIN/FRANKFURT: Europas größter Billigflieger Ryanair will die ausstehenden Erstattungen für in der Corona-Krise abgesagte Flüge schneller bearbeiten. Mehr als 90 Prozent der zwischen März und Juni betroffenen Kunden sollen ihr Geld bis Ende Juli erhalten, versprach Manager Eddie Wilson laut einer Mitteilung des irischen Unternehmens vom Freitag. Man habe zusätzliche Mitarbeiter geschult, um den Stau zu beseitigen.

Nach EU-Recht sind Fluggesellschaften bei von ihnen stornierten Flügen verpflichtet, den Ticketpreis innerhalb von sieben Tagen zu erstatten. In der Corona-Krise hatte dies auch bei anderen Gesellschaften nicht geklappt. So hat der Lufthansa-Konzern vor einer Woche angekündigt, den Stau innerhalb von sechs Wochen zu beseitigen. Es standen noch rund eine Milliarde Euro an Erstattungen aus.

Ryanair nannte weder Zahl noch Summe der Erstattungen. Stand Ende Juni seien alle Anträge aus dem März und die Hälfte der April-Anträge bearbeitet gewesen. Das Unternehmen beschuldigte erneut Online-Reisebüros, bei ihren Buchungen gefälschte E-Mail-Adressen und virtuelle Kreditkarten zu verwenden, die nicht zu einzelnen Verbrauchern zurückverfolgt werden könnten. Die Büros müssten die Daten ihrer Kunden offenlegen, damit an diese Erstattungen fließen könnten.


Spatenstich für Großprojekt auf altem Athener Flughafengelände

ATHEN: Nach fast zwanzigjährigem Tauziehen ist eines der größten Immobilienprojekte in der Geschichte Athens begonnen worden. Auf dem Gelände des früheren Flughafens Hellinikon wurden am Freitag die Bauarbeiten für einen riesigen Wohn- und Bürokomplex mit Parkanlage aufgenommen. Auf dem rund 620 Hektar großen Areal sollen in den kommenden Jahren unter anderem Hotels, Luxus-Büros, Wohnanlagen, ein Casino sowie ein 2,2 Millionen Quadratmeter großer Park entstehen. Die Investitionssumme liegt bei mehr als acht Milliarden Euro. Das Projekt sei das «Sinnbild für Wachstum und für neue Arbeitsplätze», sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis beim Spatenstich im griechischen Fernsehen (ERT).

Für den Bau sollen nach Angaben des Konsortiums Lamda Development, das den Auftrag bekam, 12.000 Arbeitsplätze entstehen. Nach Fertigstellung aller Anlagen sollen 70.000 Menschen in Hellinikon Arbeit finden. Das Projekt war immer wieder aus bürokratischen Gründen und nach mehreren Klagen aufgeschoben worden. Umliegende Städte hatten sich zunächst gegen den Bau gesperrt. Archäologen und Städteplaner hatten auch Bedenken geäußert und das Vorhaben immer wieder blockiert. Vorübergehend hatten in den verlassen Gebäuden Migranten gewohnt.

In der schweren Finanzkrise von 2010 bis 2018 hatten sich die Geldgeber - die EU, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF)- für das Vorhaben ausgesprochen. Das Hellinikon gilt zusammen mit der bereits vollzogenen Verpachtung des Hafens von Piräus an das chinesische Transportunternehmen Cosco als wichtigstes Investitionsprojekt im Land.

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