​Airport-Scanner können Waffen nicht entdecken

Foto: epa/Rungroj Yongrit
Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Die auf dem Flughafen Suvarnabhumi eingesetzten Scanner zur Gepäckkontrolle entsprechen internationalen Standards, können aber Waffen nicht erkennen.

Mit dieser Nachricht sorgt der Flughafenbetreiber Airport of Thailand (AoT) für Verwirrung. Seit über einer Woche wird in der Öffentlichkeit diskutiert, wie der ehemalige Bangkoker Polizeichef Kamronwit Thoopkrachang Waffe und Munition am Sicherheitscheck vorbei in seine Maschine nach Japan bringen konnte. Vor seinem Rückflug nach Bangkok wurden auf dem Flughafen Narita in Tokio ein Magnum-Revolver und Munition in seinem Koffer entdeckt. Seitdem sitzt der prominente Beamte in Haft. In den folgenden Tagen überschlugen sich die Nachrichten: Hatten die in Bangkok für die Sicherheit eingesetzten Mitarbeiter versagt, oder hatte der Polizist Waffe und Munition beim Hinflug nicht in seinem Gepäck? Schlussendlich hieß es, das Video vom Koffercheck sei bereits gelöscht. Laut dem Flughafenbetreiber können die auf Suvarnabhumi installierten Scanner nur Sprengstoff und Bomben erkennen. Die Scanner würden routinemäßig vom amerikanischen Unternehmen Transportation Security Administration (TSA) inspiziert und seien für weitere vier Jahre freigegeben worden. Die AoT lässt jetzt von Fachleuten überprüfen, ob ein technischer Fehler vorliegt, das neun Jahre alte System CTX 94400s aufgewertet werden kann oder neue Scanner installiert werden müssen. Das würde allerdings zig Milliarden Baht kosten. Neue Scanner könnten in der Stunde bis zu 1.800 Gepäckstücke bewältigen, gegenüber 400 derzeit.

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Leserkommentare

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danny bro 05.07.15 17:06
In Japan herrscht absolutes Waffentragverbot
In Japan gilt das absolute Waffentrag— besitzverbot, nur die Japanische Polizei trägt eine Schusswaffe und Schlagstock. In Suvarnabhumi Flughafen wurden die Aufnahmen gelöscht, die TSA überprüft die Scanner auf einen technischen defekt und hoffentlich auf Manipulation, den die Munition der Magnum ist schon Gefährlich genug. Der ehemalige Bagkoker Polizeichef zeigt wie man sich auch als Thai, nicht in einem anderem Land verhalten soll. Da könnte ich noch einiges schreiben.
dieter wiehe 05.07.15 10:47
Scanner im Flughafen
ein Revolver 44 Magnum ist ein solides Stück Metall und sollte auf jeden Fall sogar von den einfachsten röntgen Geräten gezeigt werden,Geräte die auch Plastiksprengstoff und ähnliches aufspüren gehören sicher nicht zu den einfachen Geräten. entweder war die Waffe bei der Ausreise nicht im Gepäck oder der auswertende Beamte hat sich vom Dienstgrad des ausreisenden ablenken lassen. die andere Version ist das die Waffe erst in Japan erworben wurde da Waffen in Thailand sehr überteuert sind war vielleicht auch ein Freundschaftsgeschenk von einem Japanischen Kollegen
Sam Gruber 03.07.15 12:50
Ernst zu nehmendes Sicherheitsproblem
Sollten die bestehenden Scanner tatsächlich keine Schusswaffen im Gepäck erkennen, müsste ab sofort alles Handgepäck wieder per Hand untersucht werden. Das wäre so etwas wie der sicherheitstechnische Offenbarungseid für den Suvarnabhumi Flughafen und für den thailändischen Flugverkehr hinzu. Die Geschichte stinkt ohnehin zum Himmel. Dass Bangkoks ehemaliger Polizeichef Schusswaffen nebst Munition auf Flugreisen mitnimmt, lässt Zweifel an seiner eigenen Eignung als Gesetzeshüter aufkommen. Und dass die gefundene Schusswaffe nicht registriert ist und er bis heute keine Erklärung liefert, woher diese nun stammt, ist der zweite Skandal. Wenigstens funktionieren die Sicherheitskontrollen in Japan bestens. Und dort kann sich der prominente Ex-Polizeichef auch nicht freikaufen oder herauswinden. Welch ein Gesichtsverlust für ein Sicherheitssystem und seine Betreiber. Schon bei der Installierung gab es damals ja Zoff wegen offensichtlich verschwendeter Milliardenbeträge. Und dafür gab's veraltete Technik - eine ernste Angelegenheit für die Flugsicherheit eines gesamten Landes.
danny bro 03.07.15 12:33
Röntgenbild anschauen
Das ist so nicht richtig, das das Röntgengerät unterscheidet mit diversen Farb und formen Muster der Angestellte muss nur fähig sein das Röntgenbild richtig anzuschauen und zu lesen, sonst nützt die beste Technik nichts.