Afghanistan meldet Tote bei erneuten Gefechten mit Pakistan

Angehörige und Soldaten trauern in Kohat um Faisal Khan, der bei Gefechten mit Taliban-Sicherheitskräften an der Grenze getötet wurde. Foto: epa/Basit Gilani
Angehörige und Soldaten trauern in Kohat um Faisal Khan, der bei Gefechten mit Taliban-Sicherheitskräften an der Grenze getötet wurde. Foto: epa/Basit Gilani

KABUL/ISLAMABAD: Angriffe und gegenseitige Schuldzuweisungen: Die Gewalt an der 2.400 Kilometer langen Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan ebbt nicht ab.

Die Gefechte an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan halten an: Am frühen Morgen gab es nach Angaben der islamistischen Taliban und des pakistanischen Militärs Schusswechsel in den Grenzprovinzen Kandahar und Baluchistan. Kabul und Islamabad machen sich gegenseitig für die Konfrontation verantwortlich.

Nach Angaben des Taliban-Sprechers Sabihullah Mudschahid kamen bei pakistanischen Angriffen im südafghanischen Kandahar zwölf Zivilisten ums Leben, mehr als hundert seien verletzt worden. Der afghanische Sender Tolonews meldete unter Berufung auf ein Krankenhaus vor Ort 10 bis 15 Tote und mehr als 80 Verletzte. Unter den Opfern seien Frauen und Kinder.

Das pakistanische Militär spricht in seiner Meldung dagegen von 15 bis 20 getöteten Taliban-Kämpfern. Angaben zu Opfern auf pakistanischer Seite machte es keine.

Die Spannungen waren nach Berichten über Luftangriffe in der afghanischen Hauptstadt Kabul in der vergangenen Woche eskaliert. Pakistan hat Berichte über eine Verwicklung weder offiziell bestätigt noch zurückgewiesen. Pakistanische Geheimdienstkreise teilten der Deutschen Presse-Agentur mit, die Angriffe hätten Noor Wali Mehsud gegolten, dem Kopf der pakistanischen Taliban (TTP).

Eine 2.400 Kilometer lange Grenze

Pakistan hat seit einer Weile mit zunehmender Gewalt durch die TTP zu kämpfen und wirft den Taliban im Nachbarland vor, Kämpfern auf ihrem Boden Schutz zu gewähren.

Die Machthaber in Kabul weisen die Vorwürfe zurück. Sie bezichtigten ihrerseits die pakistanische Seite, hinter jüngsten Angriffen des IS-Ablegers Islamischer Staat Provinz Khorasan (ISPK) in Afghanistan zu stecken. Dieser operiere von Pakistan aus mit Unterstützung des dortigen Militärs. Islamabad weist das zurück.

Die Nachbarländer teilen sich eine rund 2.400 Kilometer lange Grenze, die 1893 zwischen dem damaligen Britisch-Indien und dem Emirat Afghanistan entstand. Der Verlauf der als «Durand-Linie» bekannten faktischen Grenze ist zwischen den Ländern umstritten.

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