AfD wirbt in Russland für neue Kontakte

Das Logo der AfD ist bei einer Wahlkampfveranstaltung der Partei in Halle zu sehen. Foto: epa/Hannibal Hanschke
Das Logo der AfD ist bei einer Wahlkampfveranstaltung der Partei in Halle zu sehen. Foto: epa/Hannibal Hanschke

ST. PETERSBURG: Das Auswärtige Amt hatte von der Reise nach Russland abgeraten. Doch die AfD-Politiker zeigen sich in St. Petersburg beim Wirtschaftsforum gleich in zwei großen Diskussionsrunden, teils unangekündigt.

Mehrere AfD-Politiker haben sich bei dem unter Schirmherrschaft von Kremlchef Wladimir Putin organisierten Wirtschaftsforum in St. Petersburg für eine Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Deutschland und Russland ausgesprochen. «Es ist nicht im deutschen nationalen Interesse, nicht mit Russland Handel zu treiben», sagte der stellvertretende AfD-Fraktionschef im Bundestag, Markus Frohnmaier, bei einer Diskussionsrunde. Dass Frohnmaier an der Runde teilnehmen würde, war vorab nicht bekannt.

Frohnmaier kritisierte einmal mehr das deutsche Engagement im Zuge des Ukraine-Krieges. «Es ist nicht im deutschen nationalen Interesse, sich in fremde Kriege zu involvieren», sagte er in seiner Rede auf Deutsch. Seine Partei strebe eine Normalisierung des Verhältnisses von Deutschland zu Russland an, «weil wir glauben, dass deutsch-russische Beziehungen wichtig sind. Und da muss man auch nicht immer einer Meinung sein.»

Frohnmaier hatte am Tag zuvor auch den Chef des russischen Gaskonzerns Gazprom, Alexej Miller, getroffen. Frohnmaier kritisierte die westlichen Sanktionen gegen Russland im Zuge von Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine als «völlig absurd» und warb für eine Wiederaufnahme der vergleichsweise günstigen russischen Gaslieferungen.

Viel Applaus für AfD-Politiker

Bei einer anderen Diskussionsrunde ging es um Diplomatie und kulturelle Beziehungen als Einflussinstrumente. Der sächsische AfD-Vorsitzende Jörg Urban, der ebenfalls an dem Wirtschaftsforum teilnahm, sprach sich dafür aus, dass russische Künstler wieder frei in Deutschland auftreten können.

Auch der EU-Parlamentarier Petr Bystron und der Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré sprachen sich für eine Normalisierung der deutsch-russischen Beziehungen aus. Die beiden saßen gemeinsam unter anderem mit dem deutschen Dirigenten Justus Frantz auf dem Podium. Mit Blick auf die Lage in Deutschland meinte Frantz, die AfD werde sich durchsetzen.

Als Moderator der Veranstaltung lobte Kirill Dmitrijew, der Kremlbeauftragte für die wirtschaftlichen Beziehungen Russlands mit dem Ausland, den «Mut» der AfD-Politiker, trotz Kritik in Deutschland nach St. Petersburg gereist zu sein. Das Auswärtige Amt hatte von der Reise abgeraten. Das russische Publikum reagierte mit viel Applaus auf die Vorträge der Deutschen, die sich auch gegenüber Staatsmedien äußerten.

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