17.000 demonstrieren in Wien gegen rechtskonservative Regierung

Foto: epa/Helmut Fohringer
Foto: epa/Helmut Fohringer

WIEN (dpa) - Rund 17.000 Menschen haben nach Angaben der Polizei in der österreichischen Hauptstadt Wien gegen die Migrations- und Sozialpolitik der rechtskonservativen Regierung von Bundeskanzler Sebastian Kurz demonstriert.

An der Demonstration am Samstag beteiligten sich linke Gruppen wie «Omas gegen Rechts». Sie hielten Socken in die Luft. «Eure Politik stinkt mehr als alte Socken» und und «Rassismus Socks» stand auf Plakaten. Vor dem ersten Jahrestag der Regierungsbildung kommende Woche kritisierten die Menschen auch ein geplantes Kopftuchverbot in Kindergärten und an Grundschulen. Einige der Demonstranten trugen gelbe Warnwesten, die in Frankreich zum Symbol des Protests gegen die Regierung von Staatspräsident Emmanuel Macron geworden sind.

Die Regierung des konservativen Kanzlers Kurz und seines Vizekanzlers Heinz-Christian Strache von der rechtspopulistischen FPÖ verfolgen eine Anti-Immigrationspolitik, die auch Kürzungen für kinderreiche Familien vorsieht. Die Maßnahme zielt auf ausländische Familien, trifft aber auch Österreicher. Auch die gesetzliche Lockerung, die vorsieht, Arbeitnehmer bis zu zwölf Stunden am Tag arbeiten lassen zu können, sorgt für massiven Unmut. Für das kommende Jahr hat die Regierung eine Steuerreform angekündigt, die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen entlasten soll.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Dracomir Pires 17.12.18 08:29
Was für ein erbärmlicher Haufen
Die Oesterreicher sind sehr zufrieden mit ihrer rechten Regierung. Ein paar Gutmenschen und Querulanten finden sich immer. Jetzt sollten mal die Menschen aufmarschieren und gegen Rot und Grün demonstrieren. Das Problem dabei: So grosse Versammlungsplätze gibt es gar nicht.
Chris Hubert 17.12.18 08:29
Anders Denker wird es immer geben...
Auch wenn das linke „Bündnis heißer Herbst“ zur Groß-Demo gegen die Bundesregierung in Wien aufgerufen hatte kann man sich eines sicher sein. Herzerwärmend waren die Reden am Heldenplatz wohl kaum. Die Tonalität orientiert sich an jenem Brandreden-Stil, den SPÖ-Vertreter — wie etwa die Gewerkschafter Hebenstreit oder Wimmer — pflegen und den die Roten auch in der Nationalratsdebatte zur Sozialversicherungsreform angeschlagen hatten. Um garantiert verbal richtig heiß zu laufen, konnten sie sich ja vor Demo-Beginn noch Bundeskanzler Kurz im Ö1-Mittagsjournal anhören. Wenn die Regierungsgegner allerdings einmal kurz nachdenken, müsste sie vor allem eines stutzig machen —> dass nämlich die Koalition für ihr erstes Jahr gute bis sehr gute Noten erhält, während die SPÖ sogar von den eigenen Wählern — nur drei Prozent sind mit der Oppositionsarbeit sehr zufrieden! — äußerst schlecht bewertet werden. ÖVP und FPÖ tun das, wofür sie am Wahltag die deutliche Mehrheit erhalten haben. Sie setzen die angekündigten Veränderungen auch um. Und die Wählerinnen und Wähler honorieren das bisher im Vertrauensindex 12/2018: An der Spitze liegt unangefochten Bundeskanzler Sebastian Kurz, dem 60% der Wähler ihr Vertrauen aussprechen, 35% vertrauen ihm nicht, woraus sich ein Vertrauenssaldo von plus 25 Punkten errechnet. Weit abgeschlagen an zweiter stelle liegt der Bundespräsident Alexander Van Der Bellen mit nur mehr 16%. Fazit: "REGIERUNG 2018, SEHR GUT" weiter so, bravo!!!
David Hermann 17.12.18 00:43
Hmm, 17,000 demonstrieren, aha. Und 5 Mio Waehler stimmen in 2 Jahren wieder ab. Aber irgendwie deutlich anders als das der dpa offensichtlich schmeckt. Dass das Haeuflein Regierungsgegner hinter einem Transparent "Fuer die klassenlose Weltgesellschaft" marschiert ist, unterschlaegt der Artikel lieber. Das ist dann selbst einigen denen Politik nie links genug sein kann dann wohl doch auch zu peinlich.
Hansruedi Bütler 17.12.18 00:41
Journalismus?
Wie recht Sie haben Herr Schnüriger! Bei der "gekauften Presse" ist es aber noch NIE um die relative Begebenheit gegangen. Die vorgefertigten Märchen nach Soros, Moody‘s und Co. sind absolute Geistesnahrung für Soft-Denker und dies wiederum spiegelt sich auch in einigen Berichten und Kommentaren. Aber die Freiheit ist grenzenlos, auch Nachplappern gibt Noten. Wer heutzutage etwas zeitnahes publizieren will, muss oft die vorgefertigten Schablonen übernehmen, was aber nicht heißen mag, dass der Wahrheitsgrad zu 100% mitübernommen wird!!!
judax judaxsa 16.12.18 16:06
Interessant waere zu wissen wie viele von den Demonstranten Oestereicher waren.