Schweizer Tradition: Der Berchtoldstag

Am Berchtoldstag feiern die Menschen in einem verschneiten Schweizer Dorf gemeinsam, genießen lokale Speisen, Musik und gemütliche Atmosphäre vor warmen Feuerstellen. Foto: DER FARANG (AI)
Am Berchtoldstag feiern die Menschen in einem verschneiten Schweizer Dorf gemeinsam, genießen lokale Speisen, Musik und gemütliche Atmosphäre vor warmen Feuerstellen. Foto: DER FARANG (AI)
Von: Martin Rüegsegger
Beginn: Freitag, 2. Januar 2026 00:00 Uhr
Ende: Freitag, 2. Januar 2026 23:59 Uhr
Standort: Schweiz

Geselligkeit und Brauchtum zum Jahresbeginn

In der Schweiz ist der 2. Januar vielerorts weit mehr als nur ein gewöhnlicher Werktag. Als sogenannter Berchtoldstag ist er in vielen Kantonen, insbesondere für die alemannische Bevölkerung, ein öffentlicher Ruhetag oder wird nach kantonalem Recht als Geselligkeitstag gepflegt. Während in Thailand das neue Jahr bereits in vollem Gange ist, stehen in der Schweiz an diesem Tag bei Banken, der Post und den meisten Supermärkten die Räder still.

Dieser Tag markiert einen wichtigen sozialen Treffpunkt im Kalender. Es ist die Zeit, in der die Gemeinschaft zusammenkommt, um das neue Jahr in lockerer Atmosphäre und mit traditionellen Bräuchen zu begrüßen.

Mit Musik und Humor von Kneipe zu Kneipe

Ein markantes Merkmal des Berchtoldstages ist das bunte Treiben in den Gaststätten. Lokale Musik- und Comedygruppen sowie Unterhaltungskünstler ziehen von Kneipe zu Kneipe, um die anwesenden Gäste mit ihren Darbietungen zu erfreuen. Diese Tradition sorgt für eine ausgelassene Stimmung und stärkt den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinden.

Die Wirte spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie versorgen die auftretenden Gruppen als Dank für die Unterhaltung großzügig mit Speis und Trank. Dieses Geben und Nehmen ist fester Bestandteil des rituellen Ablaufs und macht den besonderen Reiz dieses „Beizenganges“ aus, der bis in die späten Abendstunden andauern kann.

Kulinarik: Die exklusive Bächtelswurst

Ein kulinarisches Highlight, das untrennbar mit diesem Tag verbunden ist, ist die sogenannte Bächtelswurst, die zusammen mit dem Bächtelsweggen serviert wird. Das Besondere an dieser Spezialität ist ihre Exklusivität: Die Wurst wird nach einem streng gehüteten, speziellen Rezept nur einmal im Jahr eigens für diesen Anlass hergestellt.

Diese kulinarische Tradition unterstreicht die Bedeutung des regionalen Handwerks. Für viele Schweizer, die heute in Thailand leben, bleibt die Erinnerung an den Duft der Bächtelswurst und die Geselligkeit in der Heimat ein fester Bestandteil ihrer kulturellen Identität, auch wenn man die Spezialität in den Tropen nur selten findet.

Der Ursprung des Namens „Berchtoldstag“ ist historisch nicht eindeutig geklärt. Einige führen ihn auf das Verb „berchten“ (umhergehen, betteln) zurück, andere sehen eine Verbindung zur Sagengestalt Perchta. Unabhängig von der Etymologie hat sich der Tag zu einem wertvollen Kulturgut entwickelt, das den Übergang vom feierlichen Neujahr hin zum Alltag markiert.

Obwohl die Modernisierung auch vor der Schweiz nicht haltmacht, wird der Berchtoldstag als Tag der Entschleunigung und des Humors weiterhin gepflegt. Für die Schweizer Community in Orten wie Pattaya oder Bangkok ist dieser Tag oft ein Anlass, sich im kleinen Kreis zu treffen und ein Stück Heimatkultur in der Ferne aufrechtzuerhalten.


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