THAILAND: Die bisher umfangreichste Verkehrssicherheitskampagne hat offenbar keine Wirkung gezeigt: An den ersten sechs der sogenannten sieben gefährlichen Tage zum thailändischen Neujahrsfest hat es mit 397 Toten bereits mehr Verkehrsopfer gegeben als an allen Songkran-Tagen des Vorjahres (364).
Von Montag bis einschließlich Samstag meldet das Road Safety Directing Centre gegenüber dem Vergleichszeitraum Songkran 2015 fast 30 Prozent mehr Tote, 6,5 Prozent mehr Verletzte (3.271) und 6,5 Prozent mehr Unfälle (3.104).
Für Todesopfer, Verletzte und Zwischenfälle zeigt die Kurve nach oben, obwohl Polizisten und Soldaten bei ihrer Anti-Alkohol-Aktion an den Checkpoints landesweit 110.909 Motorisierte vorübergehend verhafteten und Bußgelder einzogen. Von 16.346 Fahrern wurden die Führerscheine einbehalten, 4.353 Motorräder und 1.419 Autos beschlagnahmt.
Verwirrend: Aus dem Gesundheitsministerium kommen gänzlich andere Zahlen zu Verletzten bei Verkehrsunfällen. Nach einem Bericht der Bangkok Post haben über Songkran 25.516 Menschen nach einem Unfall staatliche Hospitäler aufgesucht. 3.815 Personen hatten danach schwere Verletzungen erlitten.
Laut Chatchai Promlert, dem Generaldirektor der Katastrophenschutzbehörde, hat die Zahl der durch angetrunkene oder betrunkene Motorisierte verursachten Verkehrsunfälle in den letzten Tagen nachgelassen. Hauptunfallursachen waren demnach überhöhte Geschwindigkeit sowie das Schneiden von anderen Verkehrsteilnehmern bzw. Fehler beim Überholen.
Fakt ist: Verstärkte Sicherheitskampagnen zweimal im Jahr, zu Neujahr und zu Songkran, reichen nicht. Polizisten müssen täglich, tagsüber und in der Nacht, Verkehrsünder mit hohen Geldbußen bestrafen und Alkohol am Steuer unnachgiebig verfolgen. Wer mit mehr als den erlaubten 0,5 Promille Alkohol im Blut geschnappt wird, muss seinen Führerschein abgeben und zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt werden; bei Volltrunkenheit fordern Anti-Alkohol-Aktivisten: wegsperren!