Urlauber und Residenten unter Generalverdacht

Die Angabe persönlicher Daten bei der Immigration sorgt für Unverständnis

Ein Ausschnitt des neuen Formulars des Büros der Immigration Division 1 in Bangkok.
Ein Ausschnitt des neuen Formulars des Büros der Immigration Division 1 in Bangkok.

BANGKOK: Das Immigration Bureau verteidigt seine umstrittene Maßnahme, von ausländischen Urlaubern und Expats fortan mit einem neuen Formular sehr persönliche Daten abzufragen, die ein Visum beantragen oder die 90-Tage-Meldung vollziehen. Gefragt wird unter anderem nach den Kontonummern, dem Typ und Kennzeichen ihres Fahrzeugs, welche sozialen Netzwerke sie im Internet benutzen, wo sie sich in der Freizeit überwiegend aufhalten und welches Krankenhaus sie aufsuchen.

Bisher wurden Ausländer ausschließlich in den Büros der Immigration Division 1 und des One-Stop-Service-Centers am Chamchuri Square in Bangkok aufgefordert, das Formular auszufüllen. Doch auch in anderen Landesteilen befürchten viele Ausländer, dass auch sie sich bald den sehr persönlichen Fragen der Einwanderungsbehörde stellen müssen. Die Behörde selbst argumentiert, dass es sich dabei bisher lediglich um einen Probelauf handelt.

Angaben nicht obligatorisch

Nachdem die Nachricht für große Aufregung unter Urlaubern und Residenten gesorgt hat, bezog Pol Maj Gen Chatchawan Wachirapaneekhun, stellvertretender Chef der Immigration und Initiator des umstrittenen Formulars, in der Tageszeitung „Bangkok Post“ Stellung. Er betrachtet die Datenerhebung und das geforderte beiliegende Lichtbild zum Formblatt als eine nützliche Sicherheitsmaßnahme, um Verbrechen zu verhindern. Zudem seien viele Fragen ohnehin nicht obligatorisch, unter anderem welche Restaurants und Clubs man regelmäßig besucht oder welche sozialen Medien man nutzt, so Chatchawan.

Datenschützer sind entsetzt

Datenschützern versichert er, dass alle gesammelten Informationen streng vertraulich behandelt werden. Nachdem es Ende März jedoch gleich zweimal zu Vorfällen kam, bei denen persönliche Daten von zehntausenden Ausländern durch einen angeblichen Computerfehler bei der Immigration online und somit für jedermann sichtbar ins Internet gestellt wurden, ist die Akzeptanz für diese Maßnahme, insbesondere bei unter in Thailand lebenden Ausländern, verständlicherweise gering. Darunter befanden sich sensible Daten wie Name, Nationalität, Reisepassnummer, Flugnummer, Aufenthaltsadresse in Thailand und in manchen Fällen sogar die E-Mailadresse.

Viele Urlauber und Residenten fühlen sich mit dem neuen Formular unter Generalverdacht gestellt, auch wenn sie nichts zu verbergen haben. „Wenn sie (Anm. d. Red.: die Immigration) mich zwingen, das Formular auszufüllen, werde ich bei den erfragten Informationen lügen“, bekundete etwa eine Vietnamesin, die seit 2014 für eine Zeitung in Bangkok als Korrespondentin arbeitet.

Ein in Phetchaburi lebender Australier postete auf Facebook: „Datenerhebungen können die Sicherheit nicht erhöhen. Eine bessere Überwachung der Verkehrsteilnehmer hingegen schon!“

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Klaus Hoffmann 05.05.16 18:55
Ergänzung zur Einreise (Thailändische Botschaft)
Visumspflicht

Deutsche Staatsangehörige, deren Zweck der Reise rein touristischer Natur ist, dürfen sich bei einer Aufenthaltsdauer von bis zu 30 Tagen pro Einreise ohne Visum in Thailand aufhalten, auch bei Einreise über den Landweg. Bitte beachten Sie, dass ein Gesamtaufenthalt von 90 Tagen innerhalb von 6 Monaten (ab dem ersten Einreisetag) nicht überschritten werden darf. Ist ein längerer Aufenthalt geplant, so muss vorab ein Visum beantragt werden.
(Also 30 Tage Aufenthalt auch nach Einreise über den Landweg!)
Jürgen Franke 05.05.16 08:42
Herr Hoffmann, die Auskunft,
die Sie per Telefon in Berlin erhalten haben, kann stimmen, muss aber nicht. Thailand liegt in Asien. Das ist jedenfalls richtig. Fliegen Sie doch einfach los und nehmen Sie vorsichtshalber Ihre VISA Karte mit. Einreisebestimmungen für Thailand werden üblicherweise vor Ort gemacht und nicht in Berlin.
Klaus Hoffmann 05.05.16 06:58
Neue Visa-Regelungen für Thailand
Vor wenigen Minuten im Internet gelesen: Russen können ab sofort ohne Visa nach Thailand einreisen. So weit, so gut. Auch wir haben mit unserem deutschen Reisepass neuerdings ungeahnte Möglichkeiten, es wird uns regelrecht "Honig um´s Maul geschmiert", was die asiatische Touristenbranche im allgemeinen langsam hellhörig machen läßt (z. B. Indonesien: keine Visa-Gebühren, keine Airport-Tax, keine ATM-Gebühren ...). Aber mein spezielles Thema zum Visum ist eine mehrmalige Einreise demnächst nach Thailand mit einigen Zwischstopps in Indonesien, Laos, Malaysia ... Ich möchte aber immer wieder nach Thailand einreisen können, aber Gebühren will ich dafür nicht bezahlen (ich brauche das Geld für meine Bierchen und nette Mädchen), und eine Visa-Beantragung kommt für mich auch nicht in Frage, viel zu kompliziert. Weil man überall die unterschiedlichsten Auskünfte erhält, habe ich zweimal (auch heute wieder die Thailändische Botschaft in Berlin angerufen, Telefon: +4930 794 81 111, und habe folgende erfreuliche Auskunft erhalten: Ich kann mich mit meinem gültigen Deutschen Reisepass ohne Visum für insgesamt 90 Tage in Thailand aufhalten, ich müßte aber immer nach 30 Tagen Aufenthalt in Thailand das Land wieder verlassen und könnte theoretisch am nächsten Tag nach einem Tempelbesuch in Laos ohne Visum nach Thailand einreisen (auf dem Luftweg!). Diese Regelung gilt allerdings nur innerhalb eines halben Jahres. Wäre nicht schlecht, ´ne Menge Geld gespart - Prösterchen!
Jürgen Franke 04.05.16 13:56
Lieber Bernd
wenn Du Dich auch beim Finanzamt abgemeldet hast, wird Dich hier keiner mehr stören. Nur einmal jährlich musst Du nur noch der Rente mitteilen, dass Du noch lebst. Da Du auch nicht motorisiert bist, kann Dir relativ wenig passieren. Pass nur auf, wenn Du über die Straße gehst. Mehr ist wirklich nicht zu beachten. Genieße den Rest Deines Lebens..
Thomas Thoenes 04.05.16 08:57
Was nun?
Isch haabe gar keine Auto... und weder nutze ich Facebook, noch gehe ich regelmäßig in irgendwelche Restaurants oder Bars. Bin ich nun durchgefallen bei diesem neuen Test? :-)
Jürgen Franke 02.05.16 11:54
Lieber Sitting Bull
grundsätzlich habe ich mich zum Thema ausführlich geäußert. Möglicherweise äußert sich der Botschafter zu diesem Thema, da er ja bekanntlich Leser vom FARANG ist. Ich habe oft betont, dass in Thailand doch jeder machen kann was er will. Auch Sie wird man nicht daran hindern, ihre Investitionen aufzulösen. Es wird sie sicherlich auch nicht interessieren. Auch die Thais werden das durchziehen, was die sich in Kopf gesetzt haben und wir werden damit leben müssen oder ziehen weg. Herr Blum will mit seinen Hinweisen den Thailändern nur einen kleinen Dienst erweisen, auf ihren schwierigen Weg zur Demokratie.
Sitting Bull 02.05.16 11:10
Lieber Herr Blum
Schoen fuer Sie, dass Sie so ein unterwuerfiger Buerger sind. Das nennt man vorauseilenden Gehorsam. Mein Rentnerleben geht hier, solange ich nicht straffaellig werde, NIEMANDEN etwas an. Weder wo ich esse, noch wo ich was schreibe. Auch meine im AUSLAND laufenden Geschaefte hat den Staat hier nicht zu beruehren. Ich arbeite daran meine Investitionen hier zu liquidieren und das Land schnellst moeglich zu verlassen. Genug ist genug.
Jürgen Franke 01.05.16 00:19
Wäre es da nicht mal angebracht,
wenn der deutsche Außenminister den Botschafter Thailands mal zu einem Gespräch "einbestellt". (toller Begriff) Aber ernsthaft: Die Beantwortung der Fragen ist eine absolute Zumutung.
Jürgen Franke 30.04.16 22:26
Eigentlich erwarte ich
von der Immigration in kürze noch den Hinweis, dass dieses Formular, analog unseres Verdienstnachweises vom Konsulat geprüft und abgezeichnet werden muss. Denn nur dann macht es für die Immigration Sinn. Außerdem weiß dann die Botschaft offiziell, welche vertraulichen Daten von uns verlangt werden und schickt mal einen Datenschutzbeauftragten der EU nach Thailand.
Bernd Blum 30.04.16 19:13
Urlauber und Residenten unter Generalverdacht
Sehr geehrte Damen und Herren,
Für mich bedeutet die Beantwortung der „Zusatzfragen“ kein Problem. Die meisten Fragen sind eh durch das Procedere des Jahres-Visums abgedeckt. Ich persönlich besitze als Fahrzeug nur ein Fahrrad. Und warum sollte ich wegen meiner Mitgliedschaft beim honorigem „face book“ die Royal Thai-Immigration anlügen, wo doch alle Berühmtheiten Mitglieder beim face-book sind. Schließlich kommt's ja darauf an, was ich da ins Facebook reinschreibe. Ich bin da „reinen Herzens“. Lesen Sie doch dort mal meinen Bericht über das Thema „musikalischer Buddhismus im Vergleich zur musica sacra christlicher Religion“.
Wenn ich Thailand mit meiner Bereitwilligkeit zur Beantwortung der „Zusatzfragen“ einen klitze-kleinen Dienst auf ihrem schwierigen Weg zur Demokratie erweisen kann, so werde ich das tun. Ich finde es wesentlich schlimmer, wenn Facebook von Herren wie Jatuporn Prompan oder Sombat Boon Ngamanong, Führer der radikal-kommunistischen „Red-Siam“, Facebook zu ihren dunklen Machenschaften mißbraucht wird und diese dann noch höhnisch mit Satire-Seite wegkaschieren, in der verlogenen Meinung, damit sei jedwede kriminelle Handlung rechtens abgesegnet. Hinter diesen zwei Namen steht ja zudem eine nicht zu unterschätzende Thaksin-freundliche Organisation: „Red-Shirts“ Rot-Hemden. Lesen Sie mal im Internet nach, aus welchen Mitgliedern sich diese Gruppe zusammensetzt und welche Verknüpfungen zur Phüa Thai bestehen.
Viele Grüße
Bönaadt

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