Schulz: Verbindliche Quote für Elektroautos in Europa

Foto: epa/Friedemann Vogel
Foto: epa/Friedemann Vogel

BERLIN (dpa) - Nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen fordert SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz verschärfte gesetzliche Regeln für die Autoindustrie sowie konsequente Kontrollen der Emissionsgrenzwerte. «Wir werden der Industrie deutlich mehr Druck machen», sagte er der «Süddeutschen Zeitung» (Freitag). Als Konsequenz aus der Diesel-Affäre schlägt er die Einführung einer verbindlichen Quote für Elektroautos in Europa vor, um der Technik zum Durchbruch zu verhelfen. Diese Forderung ist Teil eines Fünf-Punkte-Plans zur Zukunft des Automobilstandortes Deutschland, der dem Blatt vorliegt.

Beim Diesel-Gipfel Anfang August war die Autoindustrie mit ihrem Plan durchgekommen, Diesel-Pkw lediglich mit einem Softwareupdate nachzurüsten. Das möchte Schulz jetzt ändern, wie die «SZ» schreibt. Auf einem zweiten Gipfel im Herbst solle Bilanz gezogen werden. Wenn sich zeige, dass die Updates nicht ausreichen, «müssen technische Umrüstungen her - natürlich auf Kosten der Hersteller».

Im Zentrum der Kritik steht das gesundheitsschädigende Stickoxid. Daten des Umweltbundesamts zeigen, dass auch moderne Diesel-Autos den EU-Grenzwert auf der Straße um ein Vielfaches überschreiten.

In dem Papier heißt es demnach weiter, dass Autoindustrie und Verkehrsministerium innerhalb des nächsten halben Jahres unabhängig voneinander prüfen sollen, wie Dieselfahrzeuge auf Kosten der Hersteller technisch nachgerüstet werden können. Auch den Besitzern älterer Diesel, die sich trotz der von der Industrie angebotenen Kaufprämien keinen Neuwagen leisten können, müsse eine technische Nachrüstung angeboten werden.

Um die Grauzone bei den Prüfverfahren zu beseitigen, die es den Herstellern bisher erlaubt hat, auch ganz legal die Abgasvorschriften zu umgehen, will Schulz klare Vorgaben schaffen. «Gesetzliche Regelungen dürfen keinen Interpretationsspielraum beinhalten».

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Khun Wilfried Stevens 13/08/2017 17:58
Till Eulenspiegel...
...bemerkte einmal, wenn sich nur 100.000 Kölner von heute auf morgen ein E-Auto kaufen würden, und alle gleichzeitig am Wochenende ihre Batterie laden würden, ob diese Energie gewährleistet werden kann, aus nur alternativer Energie. Das Brennstoffzellenauto gibt es wohl auch nicht mehr...
Thomas MONSCH 13/08/2017 14:39
Günstige EL-Autos müssen jetzt her
Hallo Autobauer, Ring ring, läuten bei Euch noch nicht die Alarmglocken? Macht jetzt aber mal vorwärts und öffnet Eure Schubladen mit den fertigen Plänen von EL-Autos. Fängt an zu produzieren, sonst seit Ihr bald weg vom Markt. Übrigens die Autos sollten schon UNTER 10'000 € zu haben sein. Ich würde schon lange ein EL-Auto kaufen, wenn es billiger wäre als ein Benziner / Diesel, aber eben ...
Ingo Kerp 13/08/2017 12:50
Laß' es Schulz, es bringt nix mehr, egal welches Thema Du aufgreifst. Der Traum vom Kanzler ist längst zerplatzt.