RANONG: Mit Messern, Macheten, Molotow-Cocktails und sogar Revolvern gingen zwei verfeindete Jugendbanden in der Grenzstadt Ranong in Südthailand Montagnacht aufeinander los. Wie durch ein Wunder gab es keine Toten.
Ein Augenzeuge, der für die Stadtverwaltung Ranong arbeitet, sprach gegenüber der thailändischen Zeitung „Khaosod“ von einer regelrechten Straßenschlacht, die in einem Internetcafe im Zentrum ihren Ausgang genommen hatte. Seinem Bericht zufolge bewarfen sich etwa 40 Jugendliche mit brennenden Flaschen, schlugen mit Holzlatten aufeinander ein und benutzten auch Stichwaffen.
Ob dabei einer der Randalierer schwer verletzt worden sei, konnte er nicht sagen. Als eine der Banden flüchtete und die Mitglieder ihre Motorräder zurücklassen mussten, steckten die siegreichen Kontrahenten deren Zweiräder in Brand und fackelten sie komplett ab.
Die Stadt Ranong, 350 Kilometer nördlich von Phuket und etwa 140 Kilometer südwestlich von Chumpon, ist vor allem durch Visa-Reisen von Touristen und Langzeitresidenten bekannt. Mehrere tausend westliche Urlauber und Unternehmer machen dort ihren Visa-Run nach Myanmar und erhalten dann eine weitere Aufenthaltsverlängerung im Königreich.
Die 20.000 Einwohnerstadt gilt als verschlafen und hat erst in den vergangenen Jahren einen Aufschwung erlebt – im Zentrum sind heute viele Restaurants und Bars bei Einheimischen und Durchreisenden beliebt und frequentiert. Eine Auseinandersetzung mit einem solchen Ausmaß hatten Tatzeugen bisher nicht erlebt. Es schien wie eine weitere Bestätigung der in Thailand außer Kontrolle geratenen brutalen Schlachten zwischen jugendlichen Gruppierungen.
In Großstädten und Ballungsgebieten gibt es seit Jahren Tote bei Schießereien und Messerstechereien meist jugendlicher Thai-Männer. Die Polizei ist in frühen Morgenstunden nicht präsent und die spät heimkehrenden Banden tragen ihre Rivalitäten mit aller Brutalität in Zentren und Wohngebieten aus. Vielerorts wird nach einem Einsatz der Armee verlangt, um dem tödlichen Spuk ein Ende zu setzen.
Aus Ranong sind nach der blutigen Nacht bisher keinerlei Verhaftungen oder Ermittlungsergebnisse bekannt gegeben worden. Die Polizeidirektion soll Verstärkung von Spezialeinheiten aus Surat Thani und Chumphon angefordert haben.