Präsident prangert Richter und Politiker als Drogendealer an

Foto: epa/Cerilo Ebrano
Foto: epa/Cerilo Ebrano

MANILA (dpa) - Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat 150 Politiker, Richter, Beamte und Sicherheitskräfte namentlich als Drogendealer bezeichnet. Beim Besuch eines Armeestützpunktes nahe seiner Heimatstadt Davao im Süden des Landes verlas er die Namen am Sonntag und forderte die Genannten auf, sich der Polizei zu stellen. «Sonst jage ich euch die Armee und die Polizei auf den Hals», sagte der für seine derbe Sprache berüchtigte Politiker.

Unter den Genannten waren acht Richter, 50 Bürgermeister, Gouverneure und Kongressabgeordnete sowie Polizisten, Soldaten und Gefängnisbeamte. Einige beteuerten am Sonntag ihre Unschuld.

Duterte ist im Mai nach dem Wahlkampfversprechen, die Drogenkriminalität radikal zu bekämpfen, mit großer Mehrheit gewählt worden. Menschenrechtler werfen ihm vor, mit seinen unorthodoxen Methoden indirekt zu Verbrechen aufzurufen. Während seiner Zeit als Bürgermeister von Davao waren dort hunderte Kleinkriminelle umgebracht worden, ohne dass je jemand zur Rechenschaft gezogen wurde. Seit seinem Amtsantritt am 30. Juni sind mehr als 500 mutmaßliche Drogendealer getötet worden, viele davon angeblich, weil sie sich bei der Festnahme wehrten.

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Jürgen Franke 09.08.16 10:58
Herr Raktin
unsere Meinungen gehen auf diesem Gebiet nicht auseinander, denn jede Regierung legt den Begriff Demokratie so aus, wie es ihr in den Kram passt. Ob es mir nun gefällt, was in Deutschland vor sich geht, ändert nichts an der vorhandenen Situation. In keinem Land wird es eine Möglichkeit geben, dass jeder Bürger mit seiner Regierung rundum zufrieden ist. Erst im nächsten Jahr stellt sich die Regierung zur Wahl. In Ihrem Kommentar sagen Sie, dass Erdogan seine Machtbefugnisse weiter ausbaut, "eben nicht auf demokratischen Weg". Ich finde, dass das zwar Ihre Meinung ist, die ich respektiere, aber trotzdem eine sehr gewagte Unterstellung ist.
Jürgen Franke 08.08.16 21:50
Herr Dong
die von Ihnen aufgezeigten Beispiele machen deutlich, dass auch eine demokratisch gewählte Führung nicht immer den Weg beschreitet, den sich das Volk eigentlich gewünscht und vorgestellt hat. Das Problem haben wir aber leider weltweit. Die Entwicklung in der Türkei ist sicherlich auch beängstigend, zumal dieser Konflikt bis nach Deutschland getragen wurde und schon zu Auseinandersetzungen innerhalb der Familien geführt hat.
Mike Dong 08.08.16 19:23
@Hr.Franke
Mit der demokratisch gewählten KSWR hatten sie aber die ABSOLUTE Mehrheit. DESWEGEN: Selbst wenn demokratisch gewählt wurde, sagt das nichts über den Zustand der Demokratie. Vgl. z.B. Türkei u Phillipinnen und "man" muß da schon mal genau hinschauen. Ich halte die Entwicklung am Bosborus für dramatisch u vergleichbar mit der Situation vor WW1. Pulverfaß.
Jürgen Franke 08.08.16 19:18
Herr Dong, das war völlig richtig seinerzeit
damit hatte sie aber noch nicht die absolute Mehrheit. Nur weil es den anderen Partei nicht gelang, eine Koalition zu schließen, kam dieser Mann an die Macht. Übrigens "führen" kann man nur, wenn die meisten Menschen hinter einem stehen. Und das war nun einmal so, auch wenn wir es heute nicht mehr wahrhaben wollen.
Mike Dong 08.08.16 16:44
@Hr.Franke
In D wurde mit 37% die NSDAP als stärkste Partei demokratisch gewählt. Als Folge kommt Herr H. an die Macht. Soviel zu demokratisch gewählten "Leadern". Man sollte da schon ein Auge drauf haben. Wir wissen ja wohin es "führen" kann.
Jürgen Franke 08.08.16 16:02
Offensichtlich hat sich der Herr Duterte
den Regierungsstil von Herrn Erdogan angeeignet. Beide Herren sind übrigens von ihrem Volk demokratisch gewählt worden. Das sollte nicht vergessen werden. Aus diesem Grund sollten wir auch diesem Volk überlassen, wie es dort weitergehen soll und uns nicht noch in diesen Angelegenheiten versuchen einzumischen. Dafür sollte, sofern erforderlich, die Weltorganisation zuständig sein. Auf der ganzen Welt versuchen die Blauhelme, mit mäßigen Erfolg, in vielen Ländern für Ruhe und Ordnung zu sorgen.
Beat Sigrist 08.08.16 13:21
Dies ist der falsche Weg Herr Duterte
Jetzt haben wir einen schiesswütigen Diktator in den Philippen welcher ohne Zustimmung vom Senat seine Bewohner abschlachtet ob schuldig oder unschuldig.Das schöne Land wurde zu einem rechtslosen Staat degradiert und wird sich selbst im Blut ertränken. Ich einem demokratischen Land sollten Drogendealer verhaftet und verurteilt werden so wie in jedem zivlisierten Land. Jeder Drogensüchtige sollte die Möglichkeit bekommen clean zu werden und nicht wie ein streunender Hund auf offener Strasse abgeknallt werden.In 6 Wochen wurden über 500 Menschen auf der Strasse abgeknallt ohne Gerichtverhandlung oder einem Gerichtsurteil - das ist MORD ! Die Aussage von diesem Rambo Diktator im öffentlichen TV in Manila sagte - ja vielleicht werden auch unschuldige getötet von seinen Polizisten aber dafür würden auch mehr schuldige getötet. Wie tief muss der IQ von einem solchen Menschen sein,der so etwas von sich gibt.Auch sagte er, dass er in seiner Heimatstadt die Drogendealer vetrieben und alle getötet habe -dies entspricht leider nicht der Warheit. Es werden weiterhin noch Drogen konsumiert dort ,das Geld fliesst jetzt einfach in andere Kassen.Gemäss dem Grundgesetzt auf den Philippinen bekommt jeder Angeschuldigter das Recht seine Unschuld vor Gericht zu beweisen. Also dieser Befehl von Duterte ist rechtswidrig und selbst strafbar und sollte verfolgt werden.

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