KOH SAMUI: Die Leiche eines koreanischen Urlaubers ist am frühen Abend des gestrigen Samstag in einem Apartment hinter dem Big C Einkaufscenter in Bophut gefunden worden. Der Mann wies schwere Kopfverletzungen auf und scheint laut ersten Ermittlungen bereits mehrere Stunden tot gewesen zu sein.
Obwohl massive Blutspuren am gefliesten Fussboden des Apartments auf eine mögliche Gewalttat schließen ließen, wollte die Polizei kein Verbrechen bestätigen. Es seien jede Menge medizinischer Heilkräuter in dem Zimmer entdeckt worden – und daher auch Eigenverschulden in Betracht zu ziehen. Außerdem seien mehrere Kondome auf einem Nachttisch sichergestellt worden, schilderte ein Augenzeuge des Rescue-Teams den Fundort.
Bei dem toten Koreaner soll es sich um einen regelmäßigen Koh Samui Urlauber handeln, der leidenschaftlich gerne Golf spielte. In Kreisen des Santiburi Golfclubs sei der Verstorbene kein Unbekannter gewesen, hieß es gestern. Fest stand nach einer ersten medizinischen Untersuchung des Leichnams, dass der Koreaner schwere Kopfverletzungen davongetragen hat und auch Spuren stumpfer Gewalteinwirkung im Schulterbereich aufwies – ob durch einen Sturz oder eine dritte Person, sei noch nicht abschließend festzustellen, so die Polizei.
Für Diskussionen in sozialen Netzwerken sorgte wieder die sofortige Verbreitung von intimen Tatortbildern. Wie nicht unüblich in solchen Fällen begleitete ein Tross von TV-Kameraleuten und Privat-Berichterstattern die Polizei und filmte ungehindert in den Apartmentbereich hinein. Auch in dem derzeit laufenden Doppelmordverfahren von Koh Tao waren Leichenfotos der beiden getöteten Briten David Miller und Hannah Witheridge nur wenige Stunden nach ihrem Auffinden im Internet aufgetaucht. Diese Praxis stößt insbesondere bei westlichen Beobachtern auf ethische Bedenken.
Zynismus aus.