Nachrichten aus der Wirtschaft

Hamburger Seehafen. Foto: epa/Focke Strangmann
Hamburger Seehafen. Foto: epa/Focke Strangmann

WIESBADEN (dpa) - Holpriger Jahresauftakt: Deutsche Wirtschaft verliert an Tempo

WIESBADEN (dpa) - Der schwächelnde Außenhandel hat die exportorientierte deutsche Wirtschaft zum Jahresbeginn gebremst.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2018 mit 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal nur noch halb so stark wie Ende 2017, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte. Im vierten Quartal vergangenen Jahres hatte sich die Wirtschaftsleistung in Europas größter Volkswirtschaft noch um 0,6 Prozent erhöht. Bremsspuren hinterließ der Außenhandel. Importe und Exporte waren im Vergleich zum Vorquartal rückläufig. «Das stützt unsere Einschätzung, dass die deutsche Wirtschaft gegenwärtig unter dem starken Euro leidet, der in den zurückliegenden zwölf Monaten um 9 Prozent aufwertete und die hierzulande produzierten Güter aus Sicht ausländischer Kunden verteuerte», argumentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Commerzbank steigert Gewinn trotz Schwächen im laufenden Geschäft

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Die Commerzbank hat zum Jahresauftakt dank einer niedrigeren Steuerlast einen Gewinnrückgang vermeiden können.

Insgesamt sieht sich der Vorstand nach zwei mageren Jahren auf Kurs zu einem wieder steigenden Überschuss 2018 - auch wegen einer breiter werdenden Kundenbasis. «Wir wachsen in unserem Kerngeschäft und digitalisieren unser Geschäftsmodell», erklärte Konzernchef Martin Zielke am Dienstag in Frankfurt. Das operative Ergebnis blieb im ersten Quartal mit 289 Millionen Euro um gut zwölf Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Der Überschuss zog dennoch überraschend an, da das seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Institut in den ersten drei Monaten 2018 so gut wie keine Steuern zahlen musste: Mit 250 Millionen Euro fiel der Gewinn um gut neun Prozent höher aus als ein Jahr zuvor.

Musterverfahren zu VW-Übernahmeschlacht geht im Juni weiter

CELLE/HANNOVER (dpa) - Das Milliardenverfahren um die Folgen der Übernahmeschlacht zwischen Volkswagen und der Porsche Automobil Holding SE wird am 5. Juni fortgesetzt.

Weitere Termine sind am 6., 12., 14. und 19. Juni angesetzt, wie am Dienstag ein Sprecher des Oberlandesgericht Celle sagte. Hintergrund des Verfahrens (Az.: 13 Kap 1/16) ist der Versuch des heutigen Volkswagen-Haupteigners, der Porsche Automobil Holding, den wesentlich größeren VW-Konzern zu übernehmen. Das war 2008 - und gelang nur zum Teil. Am Ende hielt die Porsche-Holdinggesellschaft mit 52,2 Prozent zwar die Mehrheit an Volkswagen. Der Versuch, 75 Prozent an VW zu übernehmen, wurde aber abgeblasen, die Sportwagenmarke Porsche musste an VW abgegeben werden. Es gab Kursturbulenzen - was einige Anleger viel Geld kostete. Diese argumentieren, sie seien falsch informiert worden.

Allianz ringt mit starkem Euro und Börsenturbulenzen

MÜNCHEN (dpa) - Schwankende Finanzmärkte und der starke Euro haben Europas größten Versicherer Allianz zum Jahresstart belastet.

Dennoch sieht das Management um Chef Oliver Bäte den Dax-Konzern auf Kurs, 2018 wie geplant einen operativen Gewinn von 10,6 bis 11,6 Milliarden Euro zu erreichen. So steckte das Unternehmen die teuren Folgen von Sturmtief «Friederike» im Januar weg, und Anleger schoben der Vermögensverwaltung neue Milliarden zu. Auch der Vertrieb von neuen Lebensversicherungen in Deutschland lief besser. In den ersten drei Monaten musste die Allianz im laufenden Geschäft indes einen Gewinnrückgang hinnehmen. Mit 2,76 Milliarden Euro fiel das operative Ergebnis um 6 Prozent geringer aus als ein Jahr zuvor. Den Großteil des Rückgangs erklärte der Vorstand mit Währungseffekten, durch die etwa bei der Umrechnung von Dollar in Euro weniger übrig blieb. Unterm Strich stieg der Gewinn dank geringerer Steuern und gesunkener Umbaukosten hingegen um 7 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

Hersteller von Windrädern trotz guter Auftragslage unter Druck

HAMBURG (dpa) - Die Hersteller von Windkraftanlagen kämpfen mit Preisdruck und rückläufigen Subventionen.

Die Quartalsberichte der beiden deutschen Hersteller Nordex und Senvion, die am Dienstag in Hamburg vorgelegt wurden, sind nicht wirklich gut. Bei Senvion stürzte der Umsatz geradezu ab, um fast 35 Prozent von 392 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres auf nunmehr 256 Millionen Euro. Nicht viel besser sah es bei Nordex aus: 25 Prozent Umsatzrückgang von 648 auf 488 Millionen Euro. Operativ blieb bei beiden Unternehmen ein kleiner Gewinn übrig, aber unter dem Strich erwirtschafteten sie in den ersten drei Monaten des Jahres Verluste: Nordex 19,4 Millionen Euro, Senvion sogar 28,4 Millionen Euro.

Bahn verfehlt ihr Pünktlichkeitsziel auch im April

BERLIN (dpa) - Die Deutsche Bahn hat ihr Pünktlichkeitsziel bei den Fernzügen auch im April klar verfehlt.

Lediglich 76,5 Prozent ihrer ICE und Intercitys kamen pünktlich ans Ziel, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Monatsstatistik hervorgeht. Das bedeutet umgekehrt, dass 23,5 Prozent der Fernzüge ihre Ziele mindestens sechs Minuten zu spät erreichten. Das ist der schlechteste Wert für den Monat April seit 2015. Im Vergleich zum Vormonat März hat sich die Bahn etwas verbessert. Das Pünktlichkeitsniveau sei aber weiterhin «nicht zufriedenstellend», stellte das Unternehmen fest. Als Ziel für das gesamte Jahr hat sich die Bahn eine Quote von 82 Prozent im Personenfernverkehr gesteckt. Das schaffte sie im Januar punktgenau, dann rutschten die Werte ab - auf 80,4 Prozent im Februar und 75,3 Prozent im März. Im Nah- und Regionalverkehr ging die Pünktlichkeit im April auf deutlich höherem Niveau leicht zurück - von 94,6 Prozent im März auf 94,3 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der gesamte S-Bahn-Verkehr in diesen Zahlen enthalten ist.

Lkw-Maut soll mit neuen Gebührensätzen mehr Geld einbringen

BERLIN (dpa) - Die Lkw-Maut soll erneut mehr Geld in die Bundeskasse bringen und künftig auch Lärm und stärkere Straßen-Belastungen durch schwere Lastwagen in Rechnung stellen.

Das sehen neue Mautsätze ab 1. Januar 2019 vor, die das Kabinett am Dienstag auf den Weg brachte. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte: «Wir sorgen damit für mehr Gerechtigkeit bei den Tarifen.» Elektro-Lkw sollen von der Maut befreit werden. Insgesamt erwartet der Bund durch die neuen Sätze jährliche Mehreinnahmen von einer Milliarde Euro. Die Wirtschaft und die FDP warnten vor massiven Zusatzbelastungen für Speditionen. Scheuer betonte, es werde Planungssicherheit für die Logistiker und die Finanzierung der Verkehrswege geschaffen. «In den nächsten Jahren können wir mit Mauteinnahmen von durchschnittlich 7,2 Milliarden Euro planen, die wir auf alle Regionen Deutschlands verteilen.»

Dax kämpft um 13.000-Punkte-Marke

FRANKFURT/MAIN (dpa) - Der Dax kämpft weiter um die 13.000-Punkte-Marke: Am Dienstag schüttelte der deutsche Leitindex seine Verluste ab und schaffte es kurzzeitig über die viel beachtete Schwelle - zuletzt blieb er mit einem Kursanstieg von 0,08 Prozent auf 12.988,22 Punkte aber knapp darunter.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 0,15 Prozent auf 26.685,30 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax schaffte ein Plus von 0,22 Prozent auf 2.779,43 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,05 Prozent auf 3.567,51 Punkte vor. Als Stütze für den hiesigen Aktienmarkt erwies sich der Euro, der im Tagesverlauf sichtbar unter Druck geriet - zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1859 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag noch auf 1,1988 (Freitag: 1,1934) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8342 (0,8379) Euro. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,41 Prozent am Montag auf 0,43 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 139,58 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,27 Prozent auf 157,85 Punkte.

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