KOH TAO: War es ein Unfall nach einer lebensgefährlich leichtsinnigen Aktion oder doch ein Gewaltverbrechen? 12 Tage nach dem Tod des britischen Touristen Luke Miller (27) in der ‚Sunset Bar‘ am Sairee Beach von Koh Tao bleiben mehr Fragen offen als es Antworten gibt.
Wie unsere Redaktion erfuhr, ist der Leichnam von Miller zwischenzeitlich zurück in seine englische Heimat überführt worden. Dort soll eine weitere Obduktion Aufschlüsse über die zweifelsfreie Todesursache geben. Die Polizeiermittler auf Koh Tao hatten kurz nach dem Auffinden des Leichnams im Swimmingpool der Sunset Bar in den Morgenstunden des 8. Januar von einem tragischen Unfall gesprochen.
Laut Angaben des Ermittlungsleiters auf Koh Tao, Polizeioberleutnant Napha Senathip, soll Luke Miller betrunken auf das Dach eines am Pool stehenden Diskjockey-Häuschen gestiegen und von dort ins Wasser gesprungen sein. Die Polizei vermutete nach einem ersten Augenschein, dass Miller sich am Rand des Pools so stark verletzte, dass er im Wasser ertrank. Diese vorschnelle Schlussfolgerung hatte unter anderem auch bei der Britischen Botschaft in Bangkok Unbehagen verbreitet – zumal auf Koh Tao am gleichen Strand innerhalb eineinhalb Jahren gleich vier Briten zu Tode gekommen sind, darunter die Doppelmordopfer Hannah Witheridge (23) und David Miller 24).
Informationen, die unserer Redaktion übermittelt worden sind besagen, dass Luke Miller schwerste Kopfverletzungen erlitten hat. Der Bericht einer in Surat Thani durchgeführten Autopsie in der Gerichtsmedizin des Staatlichen Krankenhauses liegt noch nicht vor und könnte laut Angaben der vertraulichen Quelle mehrere Wochen zurückgehalten werden. Sowohl auf Thailändischer als auch auf Britischer Seite scheinen die Behörden nach dem spektakulären Doppelmordfall vom 15. September 2014 mit äußerster Vorsicht und Diskretion vorgehen zu wollen. Dies nährte Spekulationen, wonach Millers Tod auch gewaltsam gewesen sein könnte.
Die Familie von Luke Miller hatte sich bereits vor neun Tagen weit nach vorne gewagt. Sein Bruder zweifelte nicht nur die voreilige Unfallvermutung der Polizei an, er sagte auch aus, dass seine Familie nichts von angeblichen Aufzeichnungen von Überwachungskameras im Bereich der Sunset Bar wisse. Freunde von Luke, die mit ihm in Koh Tao Urlaub gemacht hatten, konnten ebenfalls nicht bestätigen, dass die Polizei auf Koh Tao Bilder von CCTV-Kameras vom möglichen Ablauf des Todes von Luke Miller erwähnt hätte.
Mit Spannung wird nun erwartet, welches Resultat die britische gerichtsmedizinische Untersuchung in der Heimat Luke Millers erbringt. Sollte sich der Verdacht der Familie Millers erhärten, dass in der Nacht zum 8. Januar nicht alles so abgelaufen sein kann, wie von der Polizei geschildert, wollen die Eltern von Luke öffentlich Druck machen. Sie warten bis heute auf einen Polizeibericht aus Koh Tao und Thailand und ein Resultat der Obduktion in Surat Thani. Die Angehörigen des toten Touristen von der Insel Isle of Wight fragen hartnäckig nach, weshalb an einem so belebten Platz wie dem Partybereich und Swimmingpool der Sunset Bar niemand etwas von diesem Vorfall mitbekommen haben will.